Kinderanhänger in Flammen

Unheimlicher Brandstifter! Im Hochhaus geht die Angst um

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Alexander Noppenberger im verrußten Keller – der aufmerksame Nachbar hatte die Feuerwehr gerufen.

München - Die Angst geht um in einem Wohnblock in der Guardinistraße (Hadern). Seit mittlerweile drei Jahren legt ein unbekannter Täter im Treppenhaus und im Keller immer wieder Brände.

Meistens handelt es sich dabei um Gegenstände, die Kindern gehören. Der bisher traurige Höhepunkt: ein völlig ausgebrannter Kinderwagen im Kellergeschoss an diesem Wochenende!

Am Samstag gegen halb zwölf abends bemerkt Alexander Noppenberger beißenden Rauch, der aus dem Keller kommt. Als er nachsehen geht, steht er fassungslos vor einem Radl-Anhänger für Kinder – Flammen schießen heraus. „Warum macht jemand so etwas?“, fragt sich der Bewohner aus dem zweiten Stock. Er erzählt: „Der Kinderwagen stand genau neben meinem Kellerabteil. Das ist jetzt völlig mit Ruß bedeckt. Ich kann alles wegschmeißen.“ Alexander Noppenberger verständigt die Feuerwehr, die den Brand schnell in den Griff bekommt. Zum Glück hatte das Feuer noch nicht übergegriffen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Familie, der der Kinderwagen gehörte, hatte von dem Brand gar nichts mitbekommen: Sie war am Tag zuvor in den Urlaub gefahren.

Von dem Gefährt blieb nur ein Metall­skelett.

Der Schaden liegt bei rund 10 000 Euro – und die Polizei ist sicher: Das war Brandstiftung. Wie schon so oft hier, wie schon bei so vielen ähnlichen Anschlägen. Einmal waren es die Spielsachen und Schuhe kleiner Kinder, die vor einer Wohnungstür lagen, ein anderes Mal die Zeitungen im Briefkasten einer Familie. Genau der Anhänger, der jetzt nur noch ein verkohltes Metallskelett ist, war sogar schon mal Ziel eines Anschlags. „Ich habe wirklich Angst, hier zu wohnen“, sagt eine besorgte Bewohnerin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will.

Im Keller dieses Komplexes in Kleinhadern brannte der Kinder-Anhänger.

Besonders gefährlich: Der (oder die) Täter schlagen immer nachts zu. Da als Nachbar einfach ins Bett gehen – in der Angst, dass vielleicht bald der Rauch unter der Türritze durchdringt …? Viele Mieter schrecken mittlerweile schon beim leisesten Geräusch hoch. Noppenberger: „Bisher waren es nur Gegenstände, die beschädigt wurden. Aber wer sagt denn, dass beim nächsten Mal nicht auch Menschen zu Schaden kommen?“

Wer ist der Feuerteufel? Die Polizei jagt den unheimlichen Brandstifter, bittet um Hinweise unter Telefon 089/29 10 0. Die Bewohner vermuten: Es könnte sogar einer direkt aus dem Haus sein. „Nachts ist doch hier alles abgeschlossen …“, sagt eine Bewohnerin.

Daniel Neuberger

So reagiert die Verwaltung

Nachdem die Brandserie in der Guardinistraße kein Ende nimmt, reagiert nun auch die Hausverwaltung: „Wir haben kein Verständnis dafür, dass hier offensichtlich einer der Bewohner mutwillig Personenschäden in Kauf nimmt“, sagt ein Mitarbeiter zur tz. „Deshalb werden wir jetzt Maßnahmen ergreifen.“ Es sollen nun längst überfällige Rauchmelder installiert werden. Außerdem wird ­darüber beraten, eine Videoüberwachung zu installieren. „Wir hoffen natürlich, dass der Verantwortliche schnell gefasst wird.“

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