Häppchen-Krieg im Swingerclub

Zum Wohlfühlen gehört gutes Essen. Doch dieses Angebot im Swingertreff-Karibik passt dem KVR nicht

München - Swingerclub-Wirtin Alahe Z. hat Ärger mit den Behörden. Dem KVR sind aber nicht die sexuellen Aktivitäten ein Dorn im Auge - sondern die Häppchen an der Theke! Der Fall kam nun vor Gericht.

Der Swingerclub in Pasing hat Ärger mit den Kontrolleuren der Landeshauptstadt München

Vollmundig heißt es auf der Homepage des Sex-Clubs in Pasing: „Seit 15 Jahren ist der Karibik Swingerclub die erste Adresse für Swinger in München.“ Hier kann man dem Alltag entfliehen...“ Der Alltag für Wirtin Alahe Z. gestaltet sich aber eher problematisch: Ständig stehen Kontrolleure des Kreisverwaltungsreferates (KVR) auf der Matte. Und die finden allerhand zu beanstanden. Ärger gibt es vor allem wegen der Häppchen an der Theke.

Männer, die solo erscheinen, zahlen für eine „Schnupperstunde“ 50 Euro Eintritt, beim „Nymphomanentag“ sind 80 Euro fällig. Bei Pärchen zahlt der Mann 20 Euro. Frauen kommen umsonst rein. Getränke, Sauna, Whirlpool sind inklusive, und, so die Wirtin: „Das Essen gehört dazu.“ An den sexuellen Aktivitäten hatten die Prüfer des KVR nichts auszusetzen, das gilt als Privatsache. Ihr Augenmerk richtet sich auf die Hygiene-Vorschriften an der Speisetheke. Un da gab es allerhand zu kritisieren. Wegen mangelnder Hygiene erließ das KVR im April 2011 einen Bescheid mit strengen Auflagen. Dagegen klagte die Wirtin vor dem Verwaltungsgericht.

Früher sei die Zusammenarbeit mit den Behörden gut gewesen, trug ihr Anwalt am Montag vor Gericht vor. „Dann hat der Prüfer gewechselt, das Klima hat sich sofort verschlechtert.“ Der Beamte, so Alahe Z., kam immer in Begleitung mit drei Polizisten. „Sie kamen immer zu den Hauptverkehrszeiten. Viele Kunden sind dann einfach gegangen.“ Dabei heißt es doch in einer Kunden-Kritik: „Das Ambiente dieses Clubs ist ideal, um ins Gespräch und in erotisch aufgeheizte Stimmung zu kommen.“

Aufgeheizt ist jetzt vor allem die Stimmung der Betreiberin gegen das KVR. „Ein Swingerclub ist doch kein normales Lokal“, schimpfte sie vor Gericht. „So etwas habe ich früher nicht erlebt.“ Die Klägerin wollte nicht einsehen, dass wegen der warmen Häppchen für sie die gleichen Auflagen gelten sollen wie für ein Speiselokal: „Mein Essen sieht nicht hässlich aus, aber die finden ja immer etwas auszusetzen.“

Auch ihr Anwalt vermutet, dass es der Landeshauptstadt gar nicht um die Hygiene bei den Speisen gehe: „Ich habe den Verdacht, hier wird eine Art Stellvertreter-Krieg geführt. Hier macht man einem Betrieb das Leben schwer.“

Es hätte für sie schlimmer kommen können, betonte der Richter. Das KVR hätte ihr auch die gaststättenrechtliche Erlaubnis entziehen können. Er riet der Klägerin, die Klage zurückzunehmen, was diese am Ende zähneknirschend tat.

Eberhard Unfried

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