Altstadt: KVR-Chef fordert noch mehr Aufpasser

So greift die Hunde-Polizei in München durch

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Hundebesitzer Lisa W. und Christian W. können die strengen Regeln nur teilweise verstehen.

München - Die Stadt nimmt die Hundebesitzer in München an die Leine: Kontrollen wurden verschärft - und im vergangenen Jahr über 500 Strafen verhängt. Nun fordert der KVR-Chef noch mehr Aufpasser.

Das Leben für Zamperl und ihre Herrchen ist härter geworden in München – zumindest für diejenigen, die sich nicht an die strengeren Regeln der neuen Hunde-Verordnung halten: Die Stadt hat die Kontrollen verschärft – und im vergangenen Jahr weit über 500 Strafen verhängt!

Das geht aus der Bilanz von KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle hervor, die der tz vorliegt. Die Stadt nimmt nicht nur die Hunde, sondern vor allem die Herrchen an die Leine! Vor zwei Jahren hat der Stadtrat die Hunde-Regeln erlassen: Seitdem müssen größere Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern (sowie alle Boxer, Doggen, Dobermänner und Schäferhunde) an die kurze Leine – etwa innerhalb des Altstadtrings, in Fußgängerzonen und Spielstraßen, auf Märkten und Festen.

Die Hunde-Kontrolleure Christos Nikolopoulos (r.) und Florian Hanemann.

Komplett verboten sind die Tiere auf Spielplätzen und in Parks, die mit den kleinen, grünen Hunde-Pollern markiert sind. Dazu richtete das KVR eine eigene Hunde-Polizei mit zwei Aufpassern ein. Seitdem gibt es mehr Kontrollen, mehr Anzeigen durch die Bürger – und seitdem haben sich die Strafen vervielfacht!

Die beiden Aufpasser haben 591 Kontrollgänge und 164 Besuche unternommen. „Mittlerweile sind die Mitarbeiter in der Bevölkerung bekannt“, sagt Blume-Beyerle. „Ihre Anwesenheit spricht sich sofort herum.“ Dennoch hagelte es allein durch die beiden 366 Belehrungen und 62 Bußgeldverfahren.

Blume-Beyerle lobt: „Die Arbeit der Hunde-Kontrolleure hat sich bewährt.“ Darum fordert er zwei weitere Aufpasser vom Stadtrat. Auch die Münchner melden selbst immer mehr Hunde-Vorfälle: Zum einen gab es 2014 mit 33.424 Tieren so viele wie noch wie in München, zum anderen wissen immer mehr Bürger um die neuen Regeln und dass sie Verstöße beim KVR anzeigen können. Der Behörden-Chef erklärt: „Gefährdungen haben wir konsequent und umgehend verfolgt.“

Je nach Schwere des Vergehens werden die Bußgelder festgelegt. Hier legt das KVR keine Bilanz vor. Zum Start der neuen Verordnung sagte Blume-Beyerle, ein Schäferhund ohne Leine in der Fußgängerzone könne schon mal 100 bis 300 Euro kosten – auf Spielplätzen droht das KVR sogar mit 1000 Euro!

Das KVR haben viele Briefe erreicht – die Rückmeldungen seien gemischt: Vielen gingen die Regeln nicht weit genug, viele beschweren sich über die Einschränkungen. Das bestätigt Blume-Beyerle darin, einen guten Mittelweg gefunden zu haben.

Und das halten Münchner Hundebesitzer von den Regeln:

"Kann den Wirbel gar nicht verstehen"

Beth Schapper findet: Die Hund in München sind gut sozialisiert.

Ich habe schon in vielen Ländern dieser Welt gelebt und muss sagen: In München sind die Hunde am besten sozialisiert. Deswegen kann ich den Wirbel gar nicht verstehen. Meinen Buster Brown nehme ich nur an die Leine, weil er immer von leckeren Grillwürstchen angelockt wird. Bei Kampfhunden sehe ich das anders, da ist mein Hund auch schon mal gebissen worden.

Beth Schappert (49), ­Anlage-Beraterin, München.

"Im Stadtgebiet ist die Leinenpflicht sinnvoll"

Wir kommen vom Land, da sind die Menschen noch ängstlicher. Aber es gab nie Probleme mit anderen Hunden. Unser Louis würde niemandem etwas tun. Im Stadtgebiet ist die Leinenpflicht sinnvoll – aber nicht hier am Isar-Paradies. Das Problem sind nicht die Hunde, sondern ihre Herrchen, die meinen, ihre Vierbeiner seien ungefährlich. Lisa W. (30), Designerin, und Christian W. (31), Wissenschaftl. Mitarbeiter, München

David Costanzo

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