Haftbefehl nach Rückfall am Flaucher

Anstifter der Brunner-Schläger wieder in U-Haft

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U-Haft: Christoph T. (22) wartet in der JVA Stadelheim auf seinen Prozess wegen versuchten Raubes

München - Die Polizei holte den Anstifter der Dominik-Brunner-Schläger am Freitag in seiner Fürstenfeldbrucker Wohnung ab und fuhr ihn schnurstracks in die JVA Stadelheim.

Also doch! Christoph T. (22), der Anstifter der Dominik-Brunner-Schläger, sitzt nach seinem Rückfall am Flaucher (tz berichtete exklusiv) in Untersuchungshaft! Die Polizei holte ihn am Freitag in seiner Fürstenfeldbrucker Wohnung ab und fuhr ihn schnurstracks in die JVA Stadelheim.

Dort saß der Einzelhandelskaufmann schon nach dem S-Bahn-Mord an Dominik Brunner († 50) im September 2009 für sechs Monate ein. Christoph T. hatte sich damals an der Donnersbergerbrücke von den spätereren Totschlägern Markus S. (23) und Sebastian L. (22) mit den Worten „Besorgt’s denen richtig“ verabschiedet. Zuvor hatte er von vier Jugendlichen, die der Manager dann in Solln schützen wollte, 15 Euro gefordert, sie geschlagen und getreten. Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht im April 2010 zu einem Jahr und sieben Monate mit Bewährung wegen versuchter räuberischer Erpressung.

Vor zwei Wochen wurde er erneut auffällig: Christoph T. soll mit zwei Kumpanen am Flaucher eine Schülergruppe attackiert haben, die dort gerade eine Abschlussparty feierte. Es ging um einen Sixpack Energy-Drinks und Chips. Im Laufe der Auseinandersetzung soll T. den Lehrer (34) mit den Worten „Ich mach Dich alle!“ bedroht und einen Schüler mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

„Wir ermitteln wegen versuchten Raubes. Dabei handelt es sich um ein Vergehen in der gleichen Deliktsgruppe, es droht ein Bewährungswiderruf“, begründet Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch den Haftbefehl. Außerdem sei T. vom Tatort geflüchtet. Die zwei anderen Täter wurden wenig später festgenommen, vernommen und wieder freigelassen. Christoph T.s Anwalt Tom Heindl will die angebliche Fluchtgefahr nicht gelten lassen: „So ein Schwachsinn! Wo soll er denn hin?“ Er werde jetzt sofort Haftbeschwerde einlegen, um seinen Mandanten so schnell wie möglich wieder freizubekommen. „Alles, was er sich jetzt aufgebaut hat – seine Familie, seine Arbeit –, wird jetzt mit einem Schlag zerstört“, poltert Heindl gegen die Justiz.

Christoph T. wartet jetzt in Stadelheim auf seinen Prozess.

ARB

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