Opfer-Familie entsetzt

Unbekannte schmieren Hakenkreuz aufs Auto

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Auf die Fahrertür des Familienautos schmierten Unbekannte ein Hakenkreuz.

München - Böse Überraschung für eine türkische Familie! Unbekannte beschmieren ihr Auto mit einem Hakenkreuz. Doch die Opfer haben Glück im Unglück.

Die wenigen Kilometer bis zur Autowerkstatt gerieten für Gülseren G. zu einer Art Spießrutenfahrt: „Die Leute haben erst mein Auto und dann mich angestarrt. Ich möchte gar nicht wissen, was die gedacht haben.“ Denn auf der Fahrerseite des silbernen Mercedes prangte unübersehbar ein schwarzes Hakenkreuz! Wer der türkischen Familie das angetan hat, ist ein Rätsel: „Wir haben mit niemandem Ärger, alle unsere Nachbarn kennen uns gut. Es ist unbegreiflich“, sagt Gülseren G. zur tz.

Die fiese Schmierattacke geschah in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober in Neuperlach. Nach der Spätschicht in einer Münchner Aldi-Filiale hatte Gülseren G. ihren Mercedes am Gustav-Heinemann-Ring direkt vor dem Allianz-Gelände geparkt. Am nächsten Morgen um acht Uhr wollte Ehemann Taner das Kind zur Schule bringen. Da sah er die Bescherung. „Wir haben sofort bei der Polizei Anzeige erstattet.“ Dort wurde dem Ehepaar geraten, das Hakenkreuz schnellstens entfernen zu lassen – um Nachfolgetaten und Missverständnisse zu verhindern. 

Zudem ist es in Deutschland verboten, verfassungsfeindliche Kennzeichen zu verwenden – selbst wenn man wie in diesem Fall absolut nichts dafür kann. Glück im Unglück: Ehemann Taner G. arbeitet als Autoverkäufer. Der Wagen steht schon dort in der Werkstatt und wird lackiert. Der Schaden wird auf 500 Euro geschätzt. Der Fall wird vom Münchner Staatsschutz-Kommissariat 44 für Rechtsextremismus bearbeitet, das um Hinweise bittet. Eine kleine Hoffnung gibt es: „Das Gelände der Allianz wird von fünf Kameras überwacht: „Wir hoffen, dass der Schmierfink auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist.“

dop

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