Halbe Lippe abgebissen: HIV-Infizierte verurteilt

München - Es sei Notwehr gewesen: Eine HIV-infizierte Frau hat ihrem Kollegen mitten ins Gesicht gebissen. Außerdem hatte sie ungeschützten Sex. Nun muss sie ins Gefängnis.

Eine HIV-positive Küchenhilfe ist am Donnerstag vom Münchner Landgericht wegen schwerer sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die 40 Jahre alte Angeklagte hat am 23. September 2011 in der Schulküche eines Gymnasiums in Pullach bei München einem Kollegen aus nichtigem Anlass durch einen Biss fast die halbe Unterlippe und ein Stück Fleisch herausgerissen. Mit ihrem Lebensgefährten hatte die Nigerianerin außerdem regelmäßig Sex, ohne ihn über ihre Infektion aufzuklären. Beide Männer haben sich nicht mit Aids angesteckt. Das Risiko war laut dem Gutachten eines Rechtsmediziners gering.

Zugunsten der Angeklagten wurde ihr Teilgeständnis berücksichtigt. Sie hatte den ungeschützten Sex zugegeben und ihr Schweigen über ihre HIV-Infektion mit Angst vor dem Verlust ihres Geliebten begründet. Den Angriff auf den Kollegen hatte sie mit Notwehr zu rechtfertigen versucht. Bei dieser Tat wirkten sich straferschwerend die Folgen für das Opfer aus. Bei ihm ist eine auffällige Narbe zurückgeblieben, der Mann leidet an einem Taubheitsgefühl an der Lippe.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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