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„Geht einem sehr nahe“

Münchner Fußballer wohnt seit drei Jahren in Halle – so hat er die Stadt vor dem Anschlag erlebt

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Tobias Schilk lebt seit über drei Jahren in Halle.

Tobias Schilk lebt seit über drei Jahren in Halle. Im Interview zeigt sich der Fußballprofi aus München über den Anschlag in seiner Wahlheimat entsetzt.

München/Halle - Am Mittwoch stürzte der antisemitische Anschlag von Halle ganz Deutschland in tiefe Trauer. Zwei Menschen wurden getötet und mehrere verletzt, während der mutmaßliche Attentäter Stephan B. eine Spur des Schreckens in der Saale-Stadt hinterließ. Tobias Schilk steht als Fußballprofi seit drei Jahren in Diensten des Halleschen FC. Während des Anschlags hielt sich der 27-Jährige in seiner Heimatstadt München auf. Dort arbeitet der derzeit verletzte Drittliga-Spieler an seinem Comeback. Im Interview verrät Schilk, wie er die tragischen Nachrichten aufgenommen hat.

In Ihrer Wahlheimat wurden am Mittwoch zwei Menschen hingerichtet. Wie geht es Ihnen damit?

Tobias Schilk: Für mich war die Nachricht ein großer Schock. Ich habe natürlich wahrgenommen, dass es in anderen Teilen der Welt schon zu solchen Anschlägen gekommen ist. Aber in Halle hätte ich nie damit gerechnet. In der Nähe der Tatorte sind wird im Sommer oft beim Eis essen gewesen. Viele Mitspieler wohnen in der Gegend. Das geht einem schon sehr nahe.

Wie haben Sie von den Vorfällen erfahren?

Schilk: Ich war nach meiner Behandlung beim Kaffeetrinken am Viktualienmarkt. Über meine Freundin habe ich dann erfahren, was passiert ist. Gerade ist sie bei mir in München zu Besuch – gottseidank. Sie studiert in Halle. Wäre sie nicht hier gewesen, hätte ich mir noch größere Sorgen gemacht. Dann war natürlich sofort der Gedanke da: hoffentlich geht es allen gut.

Auch innerhalb Ihrer Mannschaft dürfte die Sorge groß gewesen sein …

Schilk: In unserer internen WhatsApp-Gruppe war einiges los. Terrence Boyd hat die Vorfälle ja hautnah miterlebt, die meisten anderen Spieler waren schon am Trainingsgelände. Ich habe dann versucht, mich über meine Kumpels zu informieren. Die Entwicklungen aus der Distanz zu betrachten, war ein komisches Gefühl.

Münchner Fußballer in Halle unter Vertrag: „Zusammenleben immer sehr harmonisch“

Sie leben seit dreieinhalb Jahren in Halle. Wie haben Sie die Stadt bislang erlebt?

Schilk: Halle ist eine kleine, beschauliche Studentenstadt. In den Cafés und auf den Straßen sieht man viele junge Leute. Ich habe das Zusammenleben immer als sehr harmonisch empfunden. Noch nie habe ich irgendeine Form von Gewalt erlebt. Für eine solch schreckliche Tat gab es keinerlei Anzeichen.

Wenn Ihre Behandlung abgeschlossen ist, werden Sie in ein paar Wochen nach Halle zurückkehren. Mit einem mulmigen Gefühl?

Schilk: Hoffentlich nicht. Man sollte dem oder den Verantwortlichen diese Genugtuung nicht geben. Angst und Schrecken zu verbreiten, war schließlich das Ziel. Ich möchte Halle weiterhin so erleben wie bislang: als weltoffene Stadt, in der alle friedlich zusammenleben.

Reift nicht gerade jetzt der Gedanke, dauerhaft nach München zurückzukehren?

Schilk: Daran denke ich überhaupt nicht. Mein Lebensmittelpunkt liegt in Halle. Dort habe ich meine Freundin, Freunde und Bekannte – auch aus sportlicher Sicht passt alles. Die Stadt ist mir ans Herz gewachsen. Ich kann mir vorstellen, dort noch viele Jahre zu verbringen.

In unserem News-Ticker von merkur.de* informieren wir Sie über die aktuellen Geschehnisse in Halle. In einer Übersicht hat merkur.de* den Tat-Tag chronologisch zusammengefasst.

Innenminister Horst Seehofer hat nach dem Anschlag in Halle Computerspiele für mitverantwortlich gemacht und will die Gamer-Szene stärker kontrollieren.Dafür wird er von Rezo und anderen heftig kritisiert.

In München hat es eine Bombendrohung am Gerichtskomplex in der Nymphenburgerstraße gegeben.*

*merkur.de/tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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