Die Hallen machen sich fit für Olympia

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Die Kleine Olympiahalle bei der Hebweihfeier

München - OB Christian Ude sieht die kleine Olympiahalle als Gesellenstück vor dem Bau der zwei Eissporthallen für die Olympischen Winterspiele 2018. Das Gebäude liegt unterirdisch.

Sehr hoch konnte die Richtkrone bei der Hebweihfeier in der Kleinen Olympiahalle nicht gezogen werden – es war ja gerade der Geniestreich der Planer, das Gebäude unter der Erde verschwinden zu lassen, um den Eindruck der Hügellandschaft des Parks und des weltberühmten Zeltdachensembles gleich daneben nicht zu beeinträchtigen.

Umso höherfliegend die Hoffnungen, die sich mit diesem Rohbau verbinden: OB Christian Ude sieht den Raum – der mit 2125 Quadratmeter nur im Vergleich zur großen Olympiahalle als klein bezeichnet werden kann – quasi schon als Gesellenstück vor dem Bau der zwei Eissporthallen für die Olympischen Winterspiele 2018.

Der unterirdische Veranstaltungsort, konzipiert vom Büro Auer + Weber, kann viele Funktionen übernehmen, vom Galaabend bis zur Hauptversammlung mittlerer Unternehmen, von der Tagung zum Konzert, von der Austellung bis zum Rolli-Basketballspiel – von 500 bis 4000 Besucher finden Platz in diesem großzügig geschnittenen Raum. Mitarbeiter der Bewerbungsgesellschaft München 2018 fragten am Freitag schon interessiert nach dem genauen Zuschnitt: Möglicherweise würde er sich auch als Trainings-Eisfläche eignen. Die Eröffnung der kleinen Olympiahalle könnte im im Juli 2011 gerade auf die Bekanntgabe des Austragungsortes fallen!

Bauherr des 30-Millionen-Projekts sind die Stadtwerke. Deren kaufmännischer Geschäftsführer Florian Bieberbach betonte, Kooperation mit dem Olympiapark „belasten die Kunden der SWM in keiner Weise.“ Ralph Huber, Geschäftsführer der Olympiapark GmbH (OMG), die die Halle ab 2011 bespielen wird, freut sich auf das neue attraktive Angebot der OMG.

Zur Auffrischung der Olympischen Gebäudeparks von 1972 gehört auch die Rundum-Erneuerung der großen Schwester – die Hauptarbeiten wurden bereits vor rund einem Jahr abgeschlossen. Seit Herbst 2007 wurde die Halle meist bei laufendem Betrieb modernisiert. „Mehr Service, mehr Komfort und ein noch größeres Angebot an Veranstaltungen“, das hatte sich der frühere OMG-Chef Wilfrid Spronk jahrelang gewünscht. Die Veranstalter von Großkonzerten hätten schon gedroht, an München vorbeizufahren, wenn die Bühnenanlieferbedingungen und die technische Infrastruktur sich nicht grundlegend besserten, hatte Spronk geklagt.

Nachdem 2007 die Partnerschaft mit den Stadtwerken gestartet wurde, konnten die Maßnahmen endlich beginnen: Umbauten im den Bereichen Logistik, Gastronomie, VIP-Bereich und letztlich der Bau der neuen kleinen Halle. Der Vorgängerbau musste ohnehin weichen, weil er der erforderlichen direkten Lkw-Anfahrt hinter die Bühne im Wege stand: Er war als Annex für Veranstaltungen wie Reitturniere, Motocross, Sechs-Tage-Rennen oder Konzerttourneen, selbst wichtiger Bestandteil des Hallensystems. Deshalb hat der Neubau einen direkten Verbindungstunnel.

In der Oly-Halle gibt es jetzt ein spektakuläres Restaurant, das quer durch die Wand geht und in die und aus der Halle ragt, dort fehlt nur noch die Bestuhlung. Auch auf den Besuchertribünen sind noch nicht alle Sitze ausgetauscht. 2018, wenn die Münchner auf diesen Rängen sitzen und die eingesprungenen Rittberger und Hebefiguren der Eiskunstläufer in der Arena bewundern, ist auch das Schnee von gestern.

Barbara Wimmer

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