Vorwürfe zurückgewiesen

„Neue Theaterfabrik“-Besitzer Nöth schäumt vor Wut: „Hier gibt es keine Partys“

+
Wolfgang Nöth ist mal wieder so richtig stinkig. Alles Quatsch, sagt er zu den Vorwürfen um die „Neue Theaterfabrik“.

Hallenkönig Wolfgang Nöth muss einen neuen Bauantrag für den dauerhaften Betrieb seiner „Neuen Theaterfabrik“ in der Musenbergstraße einreichen. Nöth reagiert unterdessen schwer gereizt auf angebliche Anwohner-Beschwerden wegen Lärms. Er vermutet üble Nachrede, um ihn wieder loszuwerden.

Wolfgang Nöth schäumt vor Wut: „Der Nöth ist alles, jeder Scheißdreck in Johanneskirchen war der Nöth“, tobt er. Es sei einfach Unsinn, was dem Bezirksausschuss Bogenhausen da über seinen neuen Standort an der Musenbergstraße 40 erzählt werde. Anfang März hatte Münchens bekanntester Hallenbetreiber wie berichtet in Johanneskirchen überraschend seine „Neue Theaterfabrik“ eröffnet. Eine echte Genehmigung fehlt ihm noch. Die Stadt hatte deshalb fünf Konzerte einzeln als „seltene Ereignisse“ gemäß den Auflagen für Gewerbe- und Gaststätten- sowie Brandschutzauflagen genehmigt.

Schon nach den ersten Terminen liefen nach Angaben des Bezirksausschusses Bogenhausen „eine Vielzahl von Beschwerden“ ein. Die Stadtteilpolitiker forderten deshalb Auskunft darüber, was in der Halle denn ablaufe. Denn von Nöths neuer Veranstaltungshalle hatten sie nur durch die Zeitung erfahren.

Lesen Sie auch: Mit Kristalllüster und Popcorn-Wagen: „Neue Theaterfabrik“ schaltet den Strom an

Dass seine Halle eine neue Feten-Arena sei, weist Nöth im Gespräch mit unserer Zeitung vehement zurück. „Hier gibt es keine Partys, wir feiern nicht, das brauche ich nicht mehr“, sagt der 74-Jährige. Die Konzerte, die bislang stattgefunden haben, seien um spätestens 22 Uhr beendet gewesen. Es sei Blödsinn, dass bis in die frühen Morgenstunden betrunkene Gäste zu hören gewesen seien. Auch die Klagen über lautstarke Bühnenarbeiter seien „reine Märchen“, sagt Nöth. „Die Bühne ist fest eingebaut, wer soll da mit Eisen rumschmeißen?“

Das Streitobekt: An der Musenbergstraße soll es zu laut zugehen

 Von den Anliegern fordert Nöth, sich vor Ort selbst zu informieren. „Ich wünsche mir die Wahrheit.“ Die bisherigen Veranstaltungen hätten alle den Auflagen entsprochen, betont der Hallenbetreiber. „Ich habe da Verantwortung und mache meine Arbeit.“ Die Vorwürfe nennt er „eine einzige Lüge“. Auch bei den Abi- und Betriebsfeiern sowie türkischen Hochzeiten, die im benachbarten „Spiegelsalon“ stattfänden, gehe alles seriös und ohne großen Lärm vor sich. Ein Lärmgutachten bestätige das.

Nöth muss neuen Antrag stellen

Für den dauerhaften Betrieb der „Neuen Theaterfabrik“ hat Wolfgang Nöth nun einen Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Am Donnerstagabend sollte der Bezirksausschuss Bogenhausen eigentlich im zuständigen Unterausschuss darüber beraten. Doch die Unterlagen waren offenbar so mangelhaft, dass sie von der Lokalbaukommission wieder an Nöth zurückverwiesen wurden.

Nöth muss also einen neuen, überarbeiteten Antrag stellen. Darin soll auch ein aktuelles Verkehrskonzept enthalten sein. In diesem Zusammenhang prangert Wolfgang Nöth die Gemeinde Unterföhring an, die direkt hinter seinem Standort beginnt. Unterföhring komme seinen Pflichten zu einer ordnungsgemäßen Anbindung des Gewerbegebiets nicht nach, findet Nöth. „Man kann nicht einen Haufen Firmen dort ansiedeln, aber keine richtige Zufahrt machen.“ Der Bahnweg in der Verlängerung der Musenbergstraße sei kaum mehr als ein Feldweg. Für Veranstaltungen braucht man aber einen Fluchtweg „Sonst kommt man hier nicht mehr raus“, sagt Wolfgang Nöth.

Carmen Ick-Dietl

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Bogenhausen– mein Viertel“.

Auch interessant

Meistgelesen

Mitten in München finden unter Wasser spektakuläre XXL-Kämpfe statt 
Mitten in München finden unter Wasser spektakuläre XXL-Kämpfe statt 
Blitzer-Marathon 2018: Hier finden Sie alle Messstellen in München
Blitzer-Marathon 2018: Hier finden Sie alle Messstellen in München
Nach Wiesn-Aus: Setzt das Rote Kreuz seine Helfer unter Druck?
Nach Wiesn-Aus: Setzt das Rote Kreuz seine Helfer unter Druck?
Hilfe, Pendler parken uns zu! Großhaderner genervt von Wagen-Wildwuchs
Hilfe, Pendler parken uns zu! Großhaderner genervt von Wagen-Wildwuchs

Kommentare