Kreisverwaltungsreferat mit Fall beschäftigt

Hallo, ich bin der Bub ohne Namen

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So ein süßer Münchner Bub! Das Kind hat nur noch keinen Namen…

Vielleicht wird er eines Tages David heißen, vielleicht auch Julian oder ganz anders. Eltern können sich nicht einigen, wie ihr 14 Monate alter Sohn heißt.

Der blonde Bub ist 14 Monate alt und hat noch keinen Namen. Denn die Eltern konnten sich noch immer nicht einigen, wie das Kind heißen soll. Diesen Zustand wollte das Kreisverwaltungsreferat beenden und verhängte Zwangsgelder gegen die Eltern. Doch diese verständigten sich nicht etwa endlich auf einen Namen für ihr drittes Kind, sondern zogen vors Verwaltungsgericht – mit Erfolg.

Drei Kinder haben die Eheleute Viola B. (45), eine Rechtsanwältin, und Klaus F. (46), ein juristischer Staatsbeamter: Zwei Mädchen im Alter von fünf und neun Jahren und jetzt noch einen kleinen Buben. Seine Frau nenne den Sohn David, doch damit sei er nicht einverstanden, sagt der Vater und betont: „Das Kind hat noch keinen Namen.“ Er selbst sagt vorerst Julian zu seinem Sohn.

Dieser Fall ist in München einmalig, und das seit Jahrzehnten, erklärten Vertreter des Kreisverwaltungsreferats: „Das ist nicht hinnehmbar. Wir haben lange genug zugeschaut.“ Je zwei Zwangsgeldbescheide über 50 Euro gegen Vater und Mutter wurde verhängt. Dagegen klagten die Eltern.

Er habe für die Behörde „vollstes Verständnis“, sagte Richter Gerhard Wiens und versuchte, den anwesenden Vater zu einer raschen Einigung mit seiner Ehefrau in zum Wohle des Kindes zu drängen.

Der Kläger jedoch winkte ab: „Das ist sinnlos. Bei unserer zweiten Tochter haben wir drei Jahre gebraucht. Ihr ist dabei auch kein körperlicher und seelischer Schaden entstanden.“ Das Mädchen heißt Lara Letitia Tiffany Alisa, wie Klaus F. am Rande des Prozesses erzählte. „Meine Frau nennt sie Lara, ich nenne sie Alisa. Meine Tochter hat keine Probleme damit.“ Übrigens habe auch die erste Tochter vier Vornamen.

Wütend wird der Vater auf die Anregung der Behörde, die Eltern sollten doch eine psychosoziale Beratungsstelle aufsuchen: „Wir sind beide Volljuristen. Das haben wir nicht nötig.“ Sie führten eine ganz normale Ehe, sagt der Beamte.Das Gericht gab dem klagenden Ehepaar Recht: „Ein Zwangsgeld kann nicht dazu verwendet werden, dass die Eltern sich einigen.“Wann der kleine Bub einen Namen bekommt, steht noch in der Sternen. Aber der Vater betont: „Wir sind uns schon beinahe einig.“Eberhard Unfried

Quelle: tz

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