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25 Jahre Integrierte Leitstelle München: Ein Blick hinter die Kulissen von Bayerns Vorreiter

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Von: Kassandra Fischer

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Ein Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle München an der Heßstraße bei der Arbeit.
Ein Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle München an der Heßstraße bei der Arbeit - heute alles mit modernster Technik. © Berufsfeuerwehr München

Wer in München 112 wählt, kommt seit 25 Jahren zentral bei der Integrierten Leitstelle raus: Hallo blickt in die Vergangenheit und hinter die Kulissen...

München - Es war etwas ganz Besonderes, als die Integrierte Leitstelle München (ILS) als erste im ganzen Freistaat am 11. Juli 1997 in Betrieb ging. „Ein Vorreiter in Bayern“, sagt Abteilungsleiter Florentin von Kaufmann stolz. Seit 25 Jahren sind dort der Notruf 112 und die Krankentransportnummer 19222 unter einem Dach vereint.

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25 Jahre Integrierte Leitstelle München: Ein Blick hinter die Kulissen

Bei der ILS, die Mitte 2017 an die Heßstraße 128 zog, gehen jährlich über 1,1 Millionen Anrufe ein, insgesamt 160 Disponenten arbeiten derzeit im Zweischichtbetrieb rund um die Uhr. Sie koordinieren Feuerwehreinsätze, teilen Rettungsfahrzeuge ein und organisieren Intensivtransporthubschauber für ganz Bayern. Großeinsätze wie das S-Bahn-Unglück am Leuchtenbergring (2004) oder das rassistische Attentat am OEZ (2016), aber auch einige kuriose Vorkommnisse (s. Kasten) wurden hier begleitet.

Was heute mit modernster Technik passiert, musste früher per Hand oder mit dem Kopf geschehen, erinnert sich Lioba Huber, langjährige Disponentin an die Anfänge zurück. Für sie das Schönste: „Wenn ältere Personen anrufen und man ihnen wirklich helfen kann!“

Außergewöhnliche Anrufe, kuriose Einsätze 

Manche Einsätze wird die Münchner Feuerwehr sicher so schnell nicht wieder vergessen. Am 8. April bemerkten Mitarbeiter des Michaelibads zu früher Morgenstunde einen ungebetenen Gast im Schwimmbecken. Eine Ente zog dort ihre Kreise und lies sich so schnell auch nicht wieder vertreiben. Die Feuerwehr musste anrücken, das Tier einfangen und wieder ins Freie entlassen.

Ungewöhnlich war am 11. Mai außerdem ein Notruf über 1000 Kilometer. Ein Münchner machte damals Urlaub auf Mallorca, als er einen epileptischen Anfall erlitt. In ihrem Schock informierte seine Lebensgefährtin ihre Tochter in München, die den Notruf 112 wählte. Da es bei der Übermittlung an die spanischen Kollegen zunächst Probleme gab, informierten die Mitarbeiter letztlich das Generalkonsulat in Madrid. Auf diesem Weg wurden die Rettungskräfte dann alarmiert und eilten zum bewusstlosen Mann.

Am 1. Juni löste eine Zweijährige einen Einsatz aus: Sie steckte ihren Kopf durch einen Kinder-Kloaufsatz, der daraufhin feststeckte. Die alarmierte Feuerwehr konnten das kleine Problem letztlich durch neigen und drehen – ganz ohne Werkzeug – lösen. 

Polizei München: So viele Einsätze haben die Beamten

Bei der Münchner Polizei gehen im Schnitt etwa 2000 Notrufe in 24 Stunden ein, erklärt ein Sprecher auf Hallo-Nachfrage. Darunter sind jedoch auch Anliegen, die letztlich Feuerwehr oder Bundespolizei betreffen. Für die Münchner Beamten ergeben sich daraus rund 900 Einsätze pro Woche – werktags von Montag bis Donnerstags gerechnet. Spitzenzeiten sind je 16 bis 20 Uhr. „Da spüren wir es am meisten“, sagt der Sprecher. Am Wochenende verhält es sich etwas anders: „Da haben wir im Schnitt 1200 Einsätze – und das ist noch konservativ gerechnet.“

Wann 112, wann 110 wählen?

Klar ist: Wenn es brennt, wird die Feuerwehr gerufen. Doch wann ist die 112 noch die richtige Nummer? „Immer wenn jemand verletzt ist, beispielsweise bei einem Verkehrsunfall, sollte man die 112 wählen“, erklärt ein Sprecher der Münchner Feuerwehr. Wird einem beispielsweise die Handtasche geklaut – Dinge, die im Zuständigkeitsbereich der Polizei liegen – fährt man mit der 110 richtig. Sollte man jedoch einmal fälschlicherweise die 112 wählen, ist das auch kein Problem. Der Anrufer wird sofort entsprechend weitergeleitet.

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