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Nach sexuellem Missbrauch einer Schülerin ‒ BA Maxvorstadt fordert mehr Sicherheit im Alten Botanischen Garten

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Mehr Präsenz von Polizei und Kommunalen Außendienst im Alten Botanischen Garten wünscht sich der Bezirksausschuss.
Mehr Präsenz von Polizei und Kommunalen Außendienst im Alten Botanischen Garten wünscht sich der Bezirksausschuss. © Markus Götzfried

Mehr Polizei und Präventionskurse: Der Bezirksausschuss der Maxvorstadt reagiert auf den sexuellen Missbrauch einer Schülerin im Alten Botanischen Garten.

Der Schock sitzt tief, seit im Oktober ein bisher unbekannter Täter im Alten Botanischen Garten eine Schülerin auf ihrem morgendlichen Weg zum Luisengymnasium sexuell missbraucht hat.

Wie kann die Sicherheit für Schüler auf ihrem Schulweg erhöht werden? Was kann der BA dafür tun? Um diese Fragen ging es bei der jüngsten Sitzung des Gremiums der Maxvorstadt. Die Vorsitzende Svenja Jarchow-Pongratz (Grüne) hatte aus einem Gespräch mit den Verantwortlichen des Luisengymnasiums eine Wunschliste geeigneter erster Maßnahmen mitgebracht.

Sicherheit im Alten Botanischen Garten - BA Maxvorstadt will mehr Polizei und Präventionskurse

Dazu zählte die vermehrte Anwesenheit der Polizei und des Kommunalen Außendienstes (KAD). Auf Hallo-Nachfrage teilte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats mit, dass man sich aktuell mit der Polizei abstimme. „Dazu gehört, dass wir selbstverständlich gemeinsam überlegen, ob eine frühere und häufigere Präsenz der Sicherheitskräfte notwendig ist.“

Die CSU hatte das in einem Antrag gefordert. Wie dringend der Handlungsbedarf ist, wollte Fraktionssprecher Michael Laub mit einigen Zahlen verdeutlichen, die er bei der Polizei recherchiert hatte: „Seit August dieses Jahres kam es im Umfeld des Alten Botanischen Gartens zu sechs Straftaten. Eine Vergewaltigung, eine versuchte Vergewaltigung und vier Raubdelikte. Unsere Kinder müssen geschützt werden“, lautete sein eindringlicher Appell bei der Sitzung.

Schülerin auf dem Weg zum Luisengymnasium sexuell missbraucht

Die Grünen sprachen sich gegen den Antrag aus. Laut Georg Jakob, selbst Vater eines Kindes, welches das Luisengymnasium besucht, gebe es bereits vermehrte Einsätze. Er war zwar auch der Meinung, dass mehr getan werden müsse, denn: „Die Situation ist nicht nur für das Opfer, sondern für alle Kinder schlimm.“

Aber: „Der Bezirksausschuss sollte ein umfassenderes Konzept für den Alten Botanischen Garten ausarbeiten, das längerfristige Lösungen enthält und keinen Schnellschuss abliefern“, meinte sein Grünen-Fraktionskollege Florina Vilgertshofer. Die Mehrheit stimmte jedoch für den CSU-Vorstoß.

Präventionskurse sollen Schüler auf unsichere Situationen vorbereiten - Baulichen Maßnahmen am Alten Botanischen Garten

Einigkeit herrscht dagegen darüber, dass der Bezirksausschuss Präventionskurse des Luisengymnasiums finanziell unterstützen will. Diese sollen Schülern helfen, in unsicheren Situationen auf ihren Schulweg selbstbewusst und richtig zu reagieren. Das Gremium wird dafür 8000 Euro (acht Euro pro Person) bereitstellen. Außerdem einigte sich das Gremium darauf, die Unterstützung auch allen anderen Schulen der Maxvorstand anzubieten.

Zusätzlich sollen bauliche Maßnahmen wie die Erhöhung des Zauns am Spielplatzeingang an der Sophienstraße zur Sicherheit beitragen. An einigen Stellen in Richtung des Alten Botanischen Gartens sollen Sichtschutzpalisaden errichtet werden. Vorgeschlagen wurde außerdem ein Workshop für Schüler, wie der Karl-Stützel-Platz schöner werden kann.

Jarchow-Pongratz betonte, dass es sich um erste Anstöße handele, denen weitere folgen sollen. Für Mittwoch, 30. November, ist bereits ein runder Tisch anberaumt, zu dem das an den Alten Botanischen Garten angrenzende Jugendzentrum „Spielhaus“ alle Beteiligten eingeladen hat. Ziel ist es, Zuständigkeiten festzulegen und weitere konkrete Maßnahmen zu beschließen.

G. Uelses

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