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Antrag auf weitere Tempo-30-Zonen in Berg am Laim abgelehnt

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Von: Roman Wintz

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Ein Schild weist auf die Geschwindigkeitsbegrenzung Tempo 30 hin
Tempo 30 ist das neue Tempo 50 – diese Devise verfolgen einige Lokalpolitiker in Berg am Laim. © CSU

Die Grünen in Berg am Laim haben gefordert, mehr Tempo-30-Zonen einzurichten. Das Mobilitätsreferat und die MVG haben allerdings was gegen diese Idee.

Vollständige Tempo-30-Zonen in Berg am Laim – so die Forderung der Grünen. Konkret geht es um 18 zweispurige Straßen, wie etwa die Friedenstraße, Josephsburgstraße oder Schlüsselbergstraße, für die laut Antrag allesamt Tempo 30 gelten müsste, um so den Flickenteppich unterschiedlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen aufzulösen. Weiter fordern die Grünen, alle vierspurigen Straßen, wie beispielsweise die Aschheimer Straße, Ampfingstraße oder Heinrich-Wieland-Straße von den Maßnahmen auszunehmen. Neben den Autofahrern „wird die MVG aufgefordert, ihre Fahrpläne an das geänderte Tempo anzupassen und Anschlüsse weiterhin sicherzustellen.“

Die Forderungen mögen im ersten Moment hochgegriffen erscheinen, doch ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht, inwieweit Berg am Laim schon heruntergedrosselt ist: „In Berg am Laim gibt es 155 Straßen mit einer Gesamtlänge von zirka 114 Kilometern. 75 Prozent davon sind derzeit Teil einer Tempo 30-Zone oder mit streckenweisen Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Schulen, Kindergärten oder Altenheimen versehen.“ Nur noch 19 Straßen mit insgesamt 19,7 Kilometern Länge würden in diesem System fehlen. Von diesen seien die Hälfte keine 600 Meter lang. Im Weiteren werden im Antrag die Vorteile einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde, wie zum Beispiel Verkehrssicherheit, Luftqualität und Klima und Fahrradsicherheit aufgeführt.

Die Grünen haben ihre Rechnung allerdings ohne die CSU gemacht. Fabian Ewald wehrte sich in der jüngsten Sitzung des Gremiums vehement gegen dieses Vorhaben: „Wir hatten schon im September vergangenen Jahres klar gemacht, dass die Voraussetzungen für Tempo 30 auf den vorgeschlagenen Straßen nicht erfüllt sind. Der Wunsch mancher Grünen nach einer flächendeckenden Tempo-30-Regelung zum Schaden des öffentlichen, privaten und wirtschaftlichen Verkehrs kann nicht in Erfüllung gehen.“ Auch das Mobilitätsreferat ist nicht begeistert und hat dem Antrag nun einen Abfuhr erteilt: „Für keine der aufgeführten Straßen liegen Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit vor, die eine Reduzierung der gesetzlich vorgegebenen zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erforderlich machen würde.“ Auch die MVG kommt zu einem negativen Schluss: „Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lehnen die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für bestimmte Straßen ab.“

Roman Wintz

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