Kampf gegen die Pandemie

Bezirksausschüsse fordern mobile Impfungen gegen Corona

Die Hausärztin Birgitt Lucas verabreicht einem Patienten die erste Impfung gegen Covid-19. Stadt und Landkreis Hof (Bayern) möchten im Rahmen eines Pilotprojektes Corona-Impfungen durch Hausarztpraxen erproben.
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Der Bezirksausschuss wünscht sich in stark betroffenen Quartieren Corona Impfungen direkt vor Ort.

Der Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied hat die meisten Corona-Infektionen in München. Der BA fordert deshalb mobile Impfteams in stark betroffenen Quartieren.

Aubing - Der Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied hat hochgerechnet auf 100 000 Einwohner die meisten gemeldeten Corona-Infektionen in München. Die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu erkranken, ist 1,8-mal so hoch wie in Schwabing oder der Maxvorstadt.

Bezirksausschuss fordert, vor Ort gegen Corona zu impfen

Der Bezirksausschuss fordert daher auf Antrag der Grünen, in besonders gefährdeten Quartieren beispielsweise in Neuaubing Impfaktionen vor Ort durchzuführen. „Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek hat klar benannt, dass soziale Brennpunkte hohe Inzidenzen haben. Das muss man konzeptionell angehen“, sagt Boris Schwartz (Grüne).

BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU) sah ebenfalls Bedarf: „Ich unterstützte es, dass man zu den Menschen hingeht. Nicht jeder hat einen Hausarzt und so erreicht man Menschen, an die man sonst nicht rankommt.“ Die Frage sei, ob der Antrag überhaupt nötig sei, denn Zurek habe bereits angekündigt, etwas zu unternehmen. „Aber es kann nicht schaden, wenn wir als BA das auch nochmal fordern.“

Kritik der SPD an Standorten für die Impfung gegen Corona in Neuaubing und am Westkreuz

Grundsätzlich hielt auch die SPD den Antrag für eine gute Idee. Allerdings fragte sich Fraktionssprecher Thomas Hampel, ob dafür überhaupt genügend Impfstoff da sei. Außerdem kritisierte er, dass die Grünen in ihrem Antrag mit dem Edeka an der Bodenseestraße, dem Einkaufszentrum am Westkreuz und dem Ladenzentrum an der Wiesentfelser Straße in Neuaubing mögliche Standorte für die Impfaktion nannten. „Das kann ich nicht mittragen. Die Stadt soll selbst die Quartiere identifizieren und dort impfen.“ Letztendlich stimmte der Bezirksausschuss einstimmig für Impfaktionen vor Ort, ohne konkrete Standorte zu nennen.

Auch der Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart fordert wegen „der geringen Ärzteversorgung und der überproportionalen sozioökonomisch Schwächeren“ auf Antrag der Grünen mobile Impfteams in seinem Stadtbezirk. Die Planung und Umsetzung soll so schnell wie möglich erfolgen

Der Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart erreiche mit 105 Leistungsbezieher auf 1000 Einwohnern die Höchstzahl im durchschnittlichen Vergleich der Stadt München. verschärft werde die Situation dadurch, dass es „eine Ärzteverteilung sehr zu Ungunsten von unserem Stadtbezirk gibt“. Ende 2019 habe es dort durchschnittlich einen Arzt für 1472 Einwohner gegeben. Stadtweit kämen 392 Einwohner auf einen Arzt. Dadurch hätten viele Hausärzte wegen der hohen Auslastung gar keine Kapazitäten für Impfungen gegen Corona.

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