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BA Trudering-Riem stellt interfraktionellen Antrag an DB

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Von: Roland Friedl

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Sich verzweigende Zugstrecken bei Trudering
Die Truderinger Kurve soll eine Verbindung zwischen der Strecke aus Rosenheim (links) und der Strecke nach Mühldorf (im Hintergrund rechts) schaffen. © DB

In den kommenden Jahren möchte die Deutsche Bahn viele Strecken im Münchner Osten umbauen. Seit einiger Zeit regt sich dagegen Kritik im BA Trudering-Riem. Bei der jüngsten Sitzung wurde ein gemeinsamer Antrag formuliert, der vor allem genauere Informationen seitens der Bahn fordert.

Trudering – In den vergangenen Wochen stellte die Deutsche Bahn ihre Pläne in Bezug auf den Aus- und Neubau der sogenannten Dagl­finger und Truderinger Kurve (DTK) einigen Münchner Bezirksausschüssen und dem Stadtrat vor. Insbesondere zur Stärkung des Güterverkehrs soll dabei zwischen Daglfing und Riem eine zweigleisige sowie zwischen Trudering und Riem eine eingleisige Neubaustrecke entstehen. Zudem soll die Daglfinger mit der Truderinger Kurve verbunden werden, indem die Strecke zwischen Daglfing und Trudering zweigleisig ausgebaut wird. Insgesamt möchte die Bahn den Riemer Umschlagbahnhof besser anbinden und den Personen- vom Güterverkehr entkoppeln. Im Zuge dieser Planungen soll das Betriebswerk in Steinhausen erweitert werden.

Vor allem darüber macht sich nun im Truderinger Bezirks­ausschuss Unmut breit. In einem Antrag, der sowohl im Unterausschuss als auch in der Sitzung der Vollversammlung des Gremiums diskutiert wurde, fordern alle Fraktionen des Bezirks­ausschusses, dass die Bahn und die Stadt München die „Dimensionen und Auswirkungen eines neuen S-Bahn-Betriebswerks in Stein­hausen/am Hüllgraben transparent machen und klar Position beziehen“ solle. In den Vorstellungsrunden zu den Planungen habe die Bahn ihre Absichten für das neue Betriebswerk nie präzisiert und dann sei im Nachhinein auf der Website der Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing www.abs38.de (von der die meisten Informationen zur Daglfinger/Truderinger Kurve stammen) ein Plan im Anhang einer Präsentation aufgetaucht, der erstmals einen Anschein von der Größe des geplanten Betriebswerks gebe.

Die Bahn solle den Mandatsträgern und der Öffentlichkeit genau beschreiben, was denn beispielsweise mit den Grünflächen am Hüllgraben passiere und auf was sich Anwohner einstellen müssten. Zudem solle sich, laut des interfraktionellen Antrags, der Stadtrat klar im Sinne des Münchner Ostens in Bezug auf diese Planungen positionieren.

In der Sitzung des Bezirks­ausschusses beklagte Herbert Danner von den Grünen, der den Antrag in Abwesenheit seines Fraktionskollegen Christoph Heidenhain vorstellte, „die Salamitaktik der Bahn“. Es sei ein Ärgernis, dass die Bahn nicht von vornherein mit den Informationen herausrücke. Georg Kronawitter von der CSU-Fraktion stimmte ihm zu und führte die Metapher fort: Die Bahn kommuniziere da schlecht, man werde immer nur mit kleinen Häppchen abgespeist, hinten rum kämen aber die Hämmer. Auf der Website der S-Bahn München heiße es sogar, das Betriebswerk in Stein­hausen solle nicht erweitert, sondern durch ein komplett neues Werk ersetzt werden. Es könne nicht sein, dass im Münchner Osten kein Stein auf dem anderen bleibe. Herbert Danner fasste zusammen, dass die Bahn da noch einmal antreten und für Rede und Antwort bereitstehen müsse.

Auch Eva Blomberg von der SPD sowie die anderen vertretenen Fraktionen der FDP, der Freien Wähler/ÖDP und der Linken stimmten diesem Antrag zu, sodass sich alle einstimmig darauf einigten, den ursprünglich von den Grünen kommenden Antrag interfraktionell zu stellen. Da ja auch die Gebiete der Bezirksausschüsse 13 (Bogenhausen) sowie 14 (Berg am Laim) betroffen seien, plädiert der BA Trudering-Riem für eine „gemeinsame Unterrichtung und koordiniertes Vorgehen“.

Mit einem „Truderinger Weckruf“ hatte sich der Bezirksausschuss schon vor diesen neuen Planungen für mehr Unterstützung seitens der Stadt im Umgang mit der Bahn eingesetzt. Georg Krona­witter nannte es nun „fast einen Weckruf 2.0“.

Roland Friedl

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