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Bau des Kultur- und Bürgerhauses am Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach

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Von: Roman Wintz

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Ein Bagger reißt ein provisorisches Gebäude ab
Zwischenzeitlich tagte der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach in einem Provisorium. Dieses wurde 2018 abgerissen. © fit

Seit Jahrzehnten wünschen sich Bürger und Bezirks­ausschuss (BA) in Ramersdorf-Perlach einen Ort für Kultur und Begegnung. Die Stadt möchte diesem Wunsch partout nicht nachkommen.

Mindestens einmal pro Jahr keimt das Thema „Kultur- und Bürgerhaus“ im Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach auf. Und dafür gibt es vollstes Verständnis von allen Seiten – außer von der Stadt München. Denn die wehrt sich seit Jahrzehnten dagegen, den Stadtteil-Bürgern ein solches Zentrum zu ermöglichen. Warum, weiß niemand so genau, zumal manche Stadtteile mittlerweile über zwei dieser Einrichtungen verfügen.

Auch in der jüngsten Bezirks­ausschuss-Sitzung war das Thema mal wieder auf der Tagesordnung. Bemerkenswert ist der Elan der BA-Mitglieder, die nach wie vor mit aller Kraft und Stärke dafür kämpfen. „Wir fordern ein ordentliches Kultur- und Bürgerhaus ein, das uns seitens der Stadt seit den 60er Jahren versprochen ist“, sagte der BA-Vorsitzende Thomas Kauer (CSU) ganz deutlich.

Dass der BA an dieser Sache mit Nachdruck dran ist, würden verschiedenste Anträge verdeutlichen, so Kauer weiter. „Es soll nicht erst nach dem hundertsten Jubiläum dieses Stadtteils was passieren. Für die geplante Zwischennutzung am Hanns-Seidel-Platz wollen wir etwas sorgfältiges und sollten uns auch klar dazu bekennen, immer mit dem Wissen – und das ist sonnenklar – etwas endgültiges zu bekommen.“ Die Zwischennutzung sei nicht als Beerdigung der großen Lösung zu verstehen, sondern als ein Stück Hoffnung, dass da noch was Besseres kommt.

Für den Fraktionssprecher der Grünen, Werner Nüßle, ergaben sich noch folgende Fragen: „Was passiert bezüglich der Zwischenlösung? Bauen wir jetzt da wirklich was Tolles hin, was anschließend wieder beseitigt wird? Oder gibt es nicht die Möglichkeit, einen anderen Standort als den Hanns-Seidel-Platz zu wählen?“. Marina Achhammer von der SPD zeigte sich vorerst auch erleichtert bezüglich der Zwischenlösung: „Ich bin auch froh, dass es zumindest diese Lösung gibt, und nicht nur eine Freiluftlösung, die zuerst im Gespräch war. Es allerdings an einer anderen Stelle zu machen, würde den Kern des Problems nicht treffen.“ Auch sie betonte noch einmal, dass das endgültige Projekt auf keinen Fall aus den Augen verloren werden dürfe.

„Meines Erachtens wäre auch mal die Frage zu stellen, ob die Stadt München noch der richtige Bauherr ist oder ob es da nicht auch Leute gibt, die das besser, schneller und qualitativer hinbekommen würden.“ Für diese Aussage des BA-Chefs Kauer gab es Beifall des Gremiums. Für einen anderen Standort sei er prinzipiell offen, der Hanns-Seidel-Platz allerdings habe einen gewissen Mahnmal-Charakter, es sei die Gedächtnis-Kirche Neuperlachs, deshalb solle man an diesem Platz festhalten, so Kauer weiter. „Ich wüsste ad hoc auch keinen anderen Standort. Und wie das Ding genau aussehen soll, weiß ich bisher auch nicht.“ Wolfgang Thalmeir von der CSU ergänzte die Vorredner: „Es gibt zwei Projekte in unserem Stadtbezirk, wo ein Planungsversagen und ein Realisierungsversagen von der Landeshauptstadt München deutlich wird, und das sind der Hanns-Seidel-Platz und das Erdbeerfeld.“

Auch das langjährige BA-Mitglied Astrid Schweizer (SPD) äußerste sich zu dem überaus schwierigen Thema: „Was jetzt kommen soll, hört sich ja gar nicht schlecht an, aber ein Gscheits soll es sein“, betonte sie bezüglich der Zwischennutzung. Ein letzten und durchaus amüsanten Einwand brachte Sepp Sebald von den Grünen: „Wieso demonstrieren wir nicht einfach mal? Wieso gehen wir nicht als 45-Personen BA ins Rathaus und demonstrieren?“. Man müsse sich ja nicht vom Rathaus-Balkon abseilen, aber es würden alternative Ideen gebraucht, um die Dringlichkeit noch einmal zu verdeutlichen. BA-Chef Kauer war dieser Idee gar nicht so abgeneigt und möchte der Stadt – wie schon so viele Male geschehen – die Bedürfnisse der Bürger und BA-Mitglieder nahebringen.

Roman Wintz

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