1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Nicht nur Corona: Kinderkliniken in Bayern sind voll - wegen des RS-Virus

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind. Aufgrund des RS-Virus sind aktuell kaum noch Betten frei.
Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind. Aufgrund des RS-Virus sind aktuell kaum noch Betten frei. © Sebastian Gollnow/dpa

Kitas und Kindergärten sind aktuell erschreckend leer. Der Grund: unter Bayerns Kindern grassiert das RS-Virus. Viele Kinderkrankenhäuser haben kaum noch freie Betten.

München - Unter den Kindern in Bayern grassiert das RS-Virus - so sehr, dass die Kinderkrankenhäuser bereits kaum noch freie Betten haben. „Alle Kliniken sind am Anschlag“, berichtete der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dominik Ewald, der Deutschen Presse-Agentur.

Zugleich beruhigte er: „Es hat noch keiner den absoluten Notstand ausgerufen. Die Versorgung ist nicht gefährdet, weil wir das doch immer noch irgendwie hinkriegen.“

Kinderkrankenhäuser in Bayern wegen Virus voll: Besondere Corona-Situation begünstigt Virus-Lage

Für die Kinderärzte komme die aktuelle Situation laut dpa nicht überraschend. „Wir hatten erwartet, dass diese RS-Virus-Welle kommt. Es ist relativ klar, dass jetzt, wo die Kinder wieder miteinander zu tun haben dürfen und wir drei Jahrgänge haben, die in den Kindergärten aufeinandertreffen und durch den Lockdown keinen Austausch der Infektionen hatten, dreimal so viele Kinder wie sonst krank werden“, erklärte Ewald.

„Die machen jetzt alle auf einmal das durch, was normalerweise nur ein Jahrgang durchmachen würde.“

Lesen Sie auch: „Inzidenz in Bayern aktuell so hoch wie nie zuvor. Aktuelle Zahlen für München und den Freistaat.“

Schon seit Pfingsten grassieren unter den Kids Infektionen, das RS-Virus schlägt besonders seit dem Ende der Sommerferien zu. „Jetzt kommen auch noch die verschiedenen Erkältungsviren, dazu gehören neben RSV zum Beispiel Influenza- oder Rhinoviren, schilderte Ewald.

An sich sei dies kein Grund zur Sorge, betonte der Pädiater. „Gesunde Kinder können so einen Infekt durchaus durchstehen.“ Problematisch sei derzeit nur, dass sich viele Kinder einen Infekt nach dem anderen einfingen und dann zu geschwächt seien, um dem RS-Virus noch viel entgegensetzen zu können.

Kinderkrankenhäuser in Bayern voll: Was genau ist das RS-Virus?

Das RS-Virus - kurz für das Respiratorische Synzytial-Virus - kann durchaus auch Erwachsenen schwer zu schaffen machen, ist aber
besonders für Frühgeborene, Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. Sie können ausgesprochen schwere Lungenentzündungen bekommen.

Laut Robert Koch-Institut sterben 0,2 Prozent der erkrankten Kinder ohne bekanntes erhöhtes Risiko, gut 1 Prozent der erkrankten Frühgeborenen und mehr als 5 Prozent der betroffenen Kinder mit angeborenem Herzfehler.

Da gegen das Virus kein Antibiotikum hilft, können die Ärzte nur die Symptome behandeln. Weniger schwer verlaufende Infektionen werden meist gar nicht als solche erkannt, weswegen das seit langem kursierende Virus vielen Laien nicht mit Namen bekannt ist.

Dabei kann der vermeintlich harmlose Husten durchaus Folgen haben: „Fatal ist, dass die Infektion bestimmte Veränderungen in der Lunge bewirken kann, die auch langfristig zu Folgeproblemen führen kann“, erläuterte Ewald. Die Erkrankten litten später häufiger unter Asthma oder einer Überempfindlichkeit der Bronchien.

Auch interessant

Kommentare