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Mangel an Medikamenten für Kinder: Bayern fordert Zentrallager gegen Arznei-Engpässe

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Von: Benedikt Strobach

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Ein Kind, das sich schnäuzen muss? Ob es im Kindergarten betreut werden darf, gibt derzeit Anlass zu Diskussionen.
Bei Medikamenten für Kinder herrscht derzeit ein Engpass. Bayerns Staatsregierung fordert daher ein Zentrallager für Arzneien. (Symbolbild) © PantherMedia

Bayerns Staatsregierung fordert mehr Kooperation sowie ein Zentrallager für Medikamente. Das könnte weitere Arznei-Engpässe für Kinder verhindern.

Bayern ‒ Wegen der derzeit erneut vorherrschenden Lieferengpässe bei Medikamenten für Kinder fordert die bayerische Staatsregierung mehr Kooperation im Gesundheitswesen sowie den Aufbau eines Zentrallagers. Diese Ideen hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag bekräftigt.

Bayern: Mangel an Medikamenten für Kinder in Deutschland ‒ Söder fordert Zentrallager gegen Arznei-Engpässe

Er sagte in der Sendung „Sonntags-Stammtisch“ des BR Fernsehens, er sehe zwei Lösungsansätze. Entweder müsse die Politik dafür sorgen, dass der Großhandel eine andere Bevorratung mache. Oder man müsse eine staatliche Planung für einen Grundstock an Medikamenten machen. Sollte der Bund hier nicht tätig werden, könne auch Bayern ein Zentrallager für Arzneimittel allein aufbauen, ergänzte Söder.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte sich bereits zuvor für eine engere Zusammenarbeit von Kinderärzten, Krankenkassen und Apotheken ausgesprochen. So solle die Versorgung mit Fiebersäften und Antibiotika für Kinder im Freistaat wieder sichergestellt werden, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Bayern Gesundheitsminister Holetschek: Krankenkassen müssen Mehrkosten übernehmen, Mediziner sich vernetzen

Die Apotheker stellten im Bedarfsfall die Fiebersäfte auch selbst her, sagte Holetschek. Die Kassen müssten dabei ihren Beitrag leisten. „Es ist wichtig, dass jetzt alle gesetzlichen Krankenkassen anfallende Mehrkosten bei Fiebersäften übernehmen und unbürokratische Hilfe anbieten“, forderte der Minister. Mediziner und Pharmazeuten wiederum müssten sich vernetzen, um sich bei Engpässen auch über mögliche Alternativen auszutauschen.

Bereits seit Jahren gibt es in Deutschland Lieferengpässe bei Medikamente. Zuletzt gab es besonders Versorgungsprobleme bei Kindermedikamenten wie Fieber- und Hustensäften. Im Erwachsenenbereich sind beispielsweise Krebsmedikamente, Antibiotika oder auch weit verbreitete Dauermedikamente gegen Bluthochdruck oder zu hohe Cholesterinwerte vom Mangel betroffen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat für die kommende Woche einen Gesetzentwurf angekündigt, um die Versorgungslage zu verbessern.

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