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Viele Fragen an die Stadt

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Die Pläne der Deutschen Bahn zum Ausbau des Truderinger Bahnhofs ernten viel Kritik. Und auch an die Stadt hat der Bezirksausschuss Trudering-Riem viele Fragen.
Die Pläne der Deutschen Bahn zum Ausbau des Truderinger Bahnhofs ernten viel Kritik. Und auch an die Stadt hat der Bezirksausschuss Trudering-Riem viele Fragen. © DB/Uwe Miethe

Ein Ausbau des Truderinger Bahnhofs wird seit Bekanntwerden der Pläne heiß diskutiert. Jetzt hat die CSU im Bezirksausschuss Trudering-Riem alle Vorschläge, die sie aus dem Kreis der BA-Mitglieder und der Bürgerinitiative bekommen hat, in eine umfangreiche Anfrage an die Stadt eingearbeitet.

Die Öffentlichkeit ist in den vergangenen Wochen über die Ausbaupläne der Deutschen Bahn im Bereich der Gütergleise im Bahnhof Trudering informiert worden. Ausbauziel ist die Verlängerung der Gleise 5 bis 8 auf 740 Meter Länge. Zudem soll die Durchfahrtsgeschwindigkeit für die Güterzüge auf 100 Stundenkilometer angehoben werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, plant die Bahn, den Ostteil der Truderinger Spange auf zwei Gleise mit einem größeren Radius auszubauen. Dieser Ausbau erfordert gravierende Eingriffe in die Schatzbogenbrücke bis hin zu einem Teil­abriss sowie den Eingriff in Privatgrundstücke nördlich der Truderinger Spange.

Aber auch die Aufteilung in formal unabhängige, inhaltlich dennoch stark verkoppelte Planfeststellungsabschnitte durch die DB wird vom Bezirks­ausschuss Trudering-Riem und von der Bürgerschaft äußerst kritisch gesehen. Deshalb hat das Gremium auch eine ganz Reihe von Fragen an die Landeshauptstadt. So möchten die BA-Mitglieder gerne wissen, wie die Stadt grundsätzlich zum Ziel der Deutschen Bahn, Güterzüge mit 100 Stundenkilometern über innerstädtische Bahnstrecken zu führen, steht. Außerdem fragt der BA, ob die Landeshauptstadt die Auffassung der Bahn teilt, dass der Schienengüterverkehr nur dann konkurrenzfähig werde, wenn er mit 100 Stundenkilometern auch durch München geführt wird.

Wissenswert wäre nach Ansicht des Bezirksausschusses auch, welche Maximalgeschwindigkeiten für Güterzüge zwischen dem Abzweig Waldtrudering im Osten (Beginn des Nord­rings) und den Ausfädelstrecken Richtung Landshut, Richtung Ingolstadt sowie Richtung Augsburg (Ende Nordring) derzeit gegeben sind. Und auch, ob davon auszugehen sei, dass einige wichtige Streckenübergänge in Ingolstadt oder Landshut auch zukünftig nur mit deutlich geringeren Geschwindigkeiten als 100 Stundenkilometern benutzt werden können. Aus diesen grundsätzlichen Fragen leitet der Bezirksausschuss eine seiner wichtigste ab: „Wie unabdingbar ist es daher aus Sicht der Landeshauptstadt, dass auf der Truderinger Spange die Maximalgeschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer angehoben wird?“

Doch damit gibt sich das Stadtteilparlament noch nicht zufrieden. Ein Komplex beschäftigt sich auch mit den Auswirkungen der Baumaßnahmen auf den Verkehr. So möchte das Gremium wissen, wie lange bei einer Umsetzung der Bahn-Pläne die wichtige Nord-Süd-Verbindung „Am Schatzbogen“ unterbrochen sein wird. Und ob die Landeshauptstadt die Auffassung des BAs teilt, dass der massive Eingriff mit Brücken-Teilabriss in die wichtige Nord-Süd-Verbindung „Am Schatzbogen“ in Verbindung mit dem Eingriff in die Privatgrundstücke unverhältnismäßig ist zum verkehrlichen Gewinn für den Schienengüterverkehr. Und dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass Ausbauvarianten vorliegen, die ohne einen (Teil-)Abriss der Schatzbogenbrücke realisiert werden könnten.

Welche Kosten auf die Stadt zu kommen, lautet eine weitere Frage des BAs. Und auch, wie sich die LHM zum gesamten Themenkomplex positionieren will und ob sie insbesondere rechtlich in der Lage und bereit ist, gegen den Teilabriss der Schatzbogenbrücke ein Veto einzulegen und Rechtsmittel zu ergreifen. Mit seiner Einschätzung über den Bahnausbau in Trudering hält der Bezirksausschuss nicht hinter dem Berg. „ Die Pläne insbesondere im Bereich Moosfeld/Schatzbogenbrücke sind erschreckend und wirken dampfwalzenartig. Der BA 15 ist keinesfalls der Auffassung der Bahn, dass ihre Konkurrenzfähigkeit daran hängt, dass auch die Stadtdurchquerung Münchens mit 100 Stundenkilometern erfolgt. Es ist daran zu erinnern, dass die DB AG ihre 160 Stundenkilometer schnellen Güterzüge auf der Neubaustrecke Würzburg – Hannover sang- und klanglos eingestellt hat.“

Es sei nötig, dass sich die Landeshauptstadt als Beteiligte und Geschädigte frühzeitig positioniert, um nicht überrollt zu werden, zumal das Vorgehen der DB dem cäsarianischen Motto „Teile und herrsche!“ ähnele.

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