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Bürgerversammlung in Freimann: Anwohner kritisieren Tram-Pläne der MVG am Kieferngarten

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Von: Benedikt Strobach

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Unmut bei den Freimannern.
Die Pläne der MVG zu Tram 23 und 24 sorgten für besonders viel Unmut bei den Freimannern. © MVG

Bei der Bürgerversammlung in Freimann gab es viel Kritik zu den Plänen der MVG zur Tram-Verlängerung am Kieferngarten. Die Stimmen und Anträge...

Freimann - Der Raum im Veranstaltungscenter MOC bot Platz für knapp über 250 Stühle. Diese wurden bei der diesjährigen Bürgerversammlung für den Stadtteil Freimann auch nahezu vollständig belegt.

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Bürgerversammlung Freimann: Tram-Pläne der MVG sorgen für Kritik der Anwohner

Die Polizei stellte ihren Sicherheitsbericht vor und Stadträtin Anna Hanusch (Grüne) gab eine kurze Einführung, die etwa das prognostizierte Wachstum des 12. Stadtbezirks bis 2030 um über 20 000 Einwohner auf 97 943 thematisierte. Dann sprach BA-Vize Lars Mentrup (SPD) in Corona-bedingter Abwesenheit des Viertelchefs Patric Wolf (CSU) über den aktuellen Stand der großen Projekte im Bezirk.

Er nannte die Bebauung an der Freisinger Landstraße (Beginn: 2024), die auch ein „Wassererleben“ am ehemaligen Floriansmühlbad ermöglichen könnte. Das ist im Englischen Garten etwa am Eisbach erlaubt. Auch das geplante Wohngebiet auf der Bayernkaserne alias Neufreimann war wie das Besucherkonzept der Fröttmaninger Heide Thema.

Mit der Verlängerung der Tram 23 von Schwabing Nord bis zum Kieferngarten und den Plänen zur neuen Tram 24 zwischen Am Hart und Kieferngarten nannte Mentrup jedoch den Aufreger des Abends. Er schilderte dann aus BA-Sicht die Forderungen, die Tram 23 über den Kieferngarten nach Fröttmaning zu verlängern und die U-Bahn U26 zwischen Kieferngarten und Am Hart zu realisieren. Dann folgten die 28 Anträge und Anfragen der Bürger (s. Kasten), von denen sich sechs mit dem Thema befassten.

Gegen die Tram-Pläne der MVG am Kieferngarten: Bürger-Antrag fand deutliche Mehrheit

Walter Hilger, Vorsitzender der Siedlerschaft Kieferngarten, forderte etwa, dass die Heidemannstraße im Zuge des Ausbaus erhalten bleiben solle und nicht für „20 bis 30 Zentimeter mehr Radweg 157 Bäume gefällt werden sollen“. Das sei „ökologischer Wahnsinn und Geldverschwendung“. Sein Antrag fand eine deutliche Mehrheit – genau wie die Wünsche, keine Wendeschleife am Kieferngarten zu errichten und das dortige Parkhaus aus Lärmschutzgründen zu erhalten.

Auch die Forderung, anhand von Nutzerzahlen zu prüfen, ob es die Tram wert sei, Straßen zu verengen, Bäume zu fällen und Gehwege einzuschränken, wurde angenommen – ebenso der Wunsch, die Ausfahrt aus der Siedlung auf die Heidemannstraße dreispurig zu erhalten und eine Busbucht an der Haltestelle Bernsteinweg einzurichten. Ein Bürger zog seinen Antrag zum Thema dann sogar zurück, weil seine Punkte bereits alle genannt worden seien.

Ein Vertreter der MVG verteidigte die Pläne: „Die prognostizierten Nutzerzahlen und das anstehende Wachstum rechtfertigen die Trambahnen.“ Die Verlängerung nach Fröttmaning sei mit „erheblichen Mehrkosten verbunden“, das Parkhaus zudem stark sanierungsbedürftig. Befassen müssen sich BA und MVG mit den Anträgen aber trotzdem.

Weitere Bürgeranliegen in Freimann

Angenommen wurden unter anderem die Forderungen, die Zweckentfremdungssatzung konsequenter durchzuziehen, mehr für die Radweg-Sicherheit zu tun und Abstellflächen für E-Roller einzurichten. Außerdem soll in Freimann endlich ein Schwimmbad oder eine andere öffentliche Wasserfläche geschaffen werden. Auch die Aufwertung des St.-Nikolaus-Platzes wurde gefordert. Und natürlich: Freimann soll ein eigener Bezirk werden.

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