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Bürgerversammlung im Stadtteil Perlach

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Von: Roman Wintz

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Mehrere Personen heben die Hand zu einer Abstimmung
Stadtrat Manuel Pretzl (CSU) begrüßte Bürger und Vertreter des Stadtteils Perlach im Heinrich-Heine-Gymnasium zur diesjährigen Bürgerversammlung. © Fredrik von Erichsen/dpa

Vorherrschendes Thema war auf der jüngsten Bürgerversammlung in Perlach der U-Bahn-Betriebshof Süd. Daneben echauffierten sich Bürger über Funklöcher im Stadtteil.

Ungefähr 200 Gäste begrüßte Stadtrat Manuel Pretzl, Vorsitzender der Stadtratsfraktion CSU und Freie Wähler, im Heinrich-Heine-Gymnasium zur diesjährigen Bürgerversammlung für den Stadtteil Perlach. Im üblichen Turnus stellte der Bezirksausschuss-Vorsitzende Thomas Kauer (CSU) die brisantesten Themen des Viertels vor, gefolgt vom Polizeibericht und den Anträgen der Bürger.

Den Auftakt in Kauers Präsentation bildete der geplante U-Bahn-Betriebshof Süd an der Arnold-Sommerfeld-Straße. „Am Abnahmegleis beziehungsweise Bremstestgleis gibt es eine deutliche Weiterentwicklung, nämlich einen Lärmschutz. In den ersten Planungen war da gar nichts vorgesehen, mittlerweile passiert dort deutlich mehr. Die Lärmschutzwände sollen an dieser Stelle bis zu acht Meter hoch werden“, erklärte der BA-Chef. Voraussichtlich Ende 2022 gebe es eine öffentliche Vorstellung des Schallschutzgutachtens, so Kauer weiter.

Von der Bürgerschaft gab es bezüglich des Betriebshofs mehrere Anträge, so zum Beispiel zur Offenlegung der Kostenplanung. „Aus einem anfangs sehr kleinen Projekt, wurde jetzt ein sehr großes“, stellte der Anwohner fest. Es sei ein Monster, eine Kopie des Betriebsbahnhofs in Fröttmaning entstanden, hieß es weiter. „Wie hoch sind die reinen Baukosten? Und wie hoch sind die zusätzlichen Kosten für den Lärmschutz am Abnahmegleis beispielsweise? Am Ende stehen da 500 Millionen Euro, statt wie angegeben 200 Millionen“, fügte der Antragsteller hinzu. Schlussendlich herrschte bei diesem Thema eine klare Meinung und die war nicht positiv.

Im nächsten Schritt ging Thomas Kauer auf das Bauvorhaben am Otto-Hahn-Ring ein. Dort sollen 750 Wohneinheiten entstehen. „Momentan wird am Bebauungsplan gearbeitet“, sagte Kauer. Mit der Kritik aus der Nachbarschaft habe man sich sehr intensiv auseinandergesetzt und sie entsprechend eingebracht, fügte der Lokalpolitiker hinzu. Zusammengefasst soll es dort einmal grün, ruhig und möglichst autofrei werden.

Auch das ehemalige Allianz-Gebäude an der Fritz-Schäffer-Straße 9 war Thema der Versammlung. „Man strebt dort an, ein modernes Stadtquartier zu realisieren mit 220 bis 230 Wohnungen“, führte Kauer aus. Im Eckdatenbeschluss werde ein 60-Meter-Hochhaus als verträglich angesehen. Kritik gebe es laut Kauer allemal an dem Projekt. Zum Beispiel bezüglich der Brücke, die in neueren Plänen nicht mehr auftauchen würde, aber als elementar betrachtet werde. Auch Fragen zur Mobilität wie etwa Fahrradwege oder Tramanbindung seien noch offen.

Weiterhin ging der CSU-Mann auf den Hanns-Seidel-Platz ein, über den seit Jahrzehnten in Ramersdorf-Perlach diskutiert wird. „Man beachte die großzügige Begrünung auf dem Hanns-Seidel-Platz“, warf Kauer ironisch beim Blick auf ein aktuelles Foto ein. Zurückbleiben werde dort eine Fläche, voraussichtlich Ende nächsten Jahres, auf der das Kultur-Zentrum entstehen soll. „Es ist uns gelungen, dort zumindest eine Zwischennutzung in den Blick zu nehmen“, drückte sich Kauer vorsichtig im Hinblick auf einen Tagungsort des Bezirks­ausschusses aus. Auch einen kleinen Seitenhieb gegen die Stadt konnte er sich bei diesem leidigen Thema nicht verkneifen: „Alles, was auf dem Platz privat geplant wurde, steht. Alles was von der Stadt geplant wurde, steht nicht.“ Zum Abschluss seiner Präsentation ging Thomas Kauer auf die positiven Ereignisse aus Perlach ein. Hierzu zählen Schulneubauten, neue Toilettenanlagen, die Modernisierung entlang der U5 oder die Stärkung des Einzelhandels.

Den Antrag zum Betriebshof bereits vorweggenommen, hatten Bürger anschließend die Möglichkeit, ihre Anliegen in Form von Anträgen einzubringen. Kaum zu glauben, aber es gibt sich noch. Funklöcher, und das im Stadtgebiet München. Auf dem Adolf-Baeyer-Damm stünde man laut Antragstellerin ständig im Funkloch. „Wir haben kaum Netz, sehr häufig kein Netz. Ich bitte deshalb um Überprüfung, ob dort Verbesserungen möglich sind“, so die Anwohnerin. Zwei Anträge gab es bezüglich einer Boule-Anlage. Bei der Anlage am Waldheimplatz ging es um die enorme Vermüllung, in dem anderen Antrag wünscht sich ein Bürger, künftig im Ostpark Boule spielen zu können. Ansonsten liegt den Bürgern neben Themen wie Ordnung und Lärmschutz die Sicherheit sehr am Herzen. Dominant war in Sachen Anträge wieder einmal das Thema Betriebshof. Im Konsens ging es immer darum, ihn nicht, woanders oder anders zu bauen. Dieses Thema wird den Stadtteil mit Sicherheit noch eine ganze Weile beschäftigen. Bei der Abstimmung wurde allen Anträgen zugestimmt, außer einem, in dem gefordert wurde, die Geschwindigkeit in der Ständlerstraße von 60 auf 50 Stundenkilometer zu senken.

Roman Wintz

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