Wahlbeteiligung: 80,3 Prozent

Die Bundestagswahl in München ‒ Diese Kandidaten ziehen nach Berlin

Der Deutsche Bundestag in Berlin.
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13 Münchner ziehen nach der Bundestagswahl nach Berlin. (Symbolbild)

In München lag die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl bei 80,3 Prozent. Eine Überraschung gab es bei den Direktmandaten. Wie in den Wahlkreisen abgestimmt wurde...

Ganz Bayern ein schwarzer CSU-Teppich – ganz Bayern? Nein! Auf der Karte zur Bundestagswahl blitzt im Freistaat eine kleines, grünes Fleckchen auf: der Wahlkreis München-Süd.

Erstmals hat in der Landeshauptstadt mit Jamila Schäfer (28) eine Kandidatin der Grünen ein Direktmandat geholt. „Ich werde alles geben, um diesem Vertrauensvorsprung gerecht zu werden und mich für mehr bezahlbare Wohnungen und eine echte Verkehrswende einsetzen“, so die Studentin aus München.

Bundestagswahl in München: Wer in den Wahlkreise gewonnen hat 

Dabei war Schäfers historischer Sieg lange eine Zitterpartie: Ihr Vorgänger und CSU-Kontrahent Michael Kuffer bekam nur knapp 1200 Stimmen weniger als die Grüne. Für Kuffer besonders bitter: Nachdem kein CSU-Kandidat über die Landesliste in den Bundestag einziehen konnte, ist seine Zeit als Abgeordneter erstmal vorbei.

Ähnlich erging es dem SPDler Florian Post im Münchner Norden, der – wissend um seinen hinteren Platz auf der Landesliste – einen auf seine Person zugeschnittenen Wahlkampf führte. Am Ende reichte es für ihn trotzdem nur zum dritten Platz hinter Bernhard Loos (CSU) und Doris Wagner (Grüne.) „Dass ich das beste Wahlergebnis aller Kandidaten der SPD in München erhalten habe, ist mir in dieser Situation kein Trost“, so Post.

Ebenfalls ihr Mandat verloren hat Margarete Bause (Grüne), die – anders als 2017 – im Münchner Osten nicht als Kandidatin aufgestellt wurde und nicht über die Landesliste einzog. „Auch wenn wir Grüne gestern große Gewinne verbuchen konnten, sind wir hinter unseren eigenen Ansprüchen zurückgeblieben“, twitterte sie. Mehr drin gewesen wäre vor allem im Wahlkreis München-West, wo Dieter Janecek (Grüne) weniger als 150 Stimmen zum Direktmandat fehlten.

  • Gewinnerin des Direktmandats im Wahlkreis München-Süd: Jamila Schäfer (Grüne)
  • Gewinner des Direktmandats im Wahlkreis München-Ost: Wolfgang Stefinger (CSU)
  • Gewinner des Direktmandats im Wahlkreis München-West/Mitte: Stephan Pilsinger (CSU)
  • Gewinner des Direktmandats im Wahlkreis München-Nord: Bernhard Loos (CSU)
  • Gewinner des Direktmandats im Landkreis München: Florian Hahn (CSU)

Was die Zweitstimmen anbelangt, bleibt München aber Hochburg der Grünen

Wie zuletzt bei Europa-, Landtags- und Kommunalwahl hat sich die Partei nun auch bei der Bundestagswahl als stärkste Kraft durchgesetzt (siehe Grafik unten). Mehr als jeder Vierte Münchner gab den Grünen seine zweite Stimme – fast neun Prozent mehr als noch 2017. Die größten Verluste gegenüber vor vier Jahren mussten hingegen CSU (-6,2 Prozent), Linke (-4,2) und AfD (-3,6) hinnehmen.

Die Zweitstimmen der Münchner bei der Bundestagswahl.

Insgesamt 13 der 735 neuen Bundestagsabgeordneten sind Münchner. Neben den vier Direktkandidaten ziehen über die Landeslisten erneut Claudia Tausend (SPD), Petr Bystron (AfD), Daniel Föst (FDP), Nicole Gohlke (Linke), Lukas Köhler (FDP), Dieter Janecek (Grüne), Thomas Sattelberger (FDP) und Wolfgang Wiehle (AfD) in den Bundestag ein. Neu ins Gremium kommt Sebastian Roloff (SPD). In der vergangenen Legislaturperiode waren es 14 Münchner.

Hochburgen & Tiefpunkte

Schatten und Licht liegen oft nah beieinander – auch in der Münchner Politik. So wartet der Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt sowohl mit dem münchenweit besten Zweitstimmenergebnis der Grünen (37,3 Prozent) als auch mit den magersten Stimmanteilen in der Stadt für CSU (15,2 Prozent), SPD (16,8 Prozent) und AfD (2,4 Prozent) auf.

In Allach-Untermenzing hat die CSU den größten Rückhalt innerhalb Münchens: bei der Erststimme (37,3 Prozent für Kandidat Stephan Pilsinger) wie bei der Zweitstimme (32,3 Prozent).

Als besonders SPD-freundlich gilt gemeinhin der Münchner Norden. Das bewahrheitete sich auch bei der aktuellen Bundestagswahl: In Milbertshofen bekamen die „Roten“ die meisten Zweitstimmen (21,9 Prozent).

Im Norden hat auch die AfD ihr bestes Ergebnis in München eingefahren – genauer gesagt in Feldmoching (7,3 Prozent).

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