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Corona in Bayern: Inzidenz und Todesfälle steigen rasant ‒ Intensivbetten werden knapp

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Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station in Schutzausrüstung hinter einer Scheibe an der ein Achtungssymbol mit einem stilisierten Coronavirus angebracht ist.
In Bayern werden durch die Corona-Pandemie die Intensivbetten knapp. Gleichzeitig steigt die Inzidenz und die Zahl der Todesfälle. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Bayern hat den Katastrophenfall ausgerufen. Die Corona-Inzidenz hat die nächste Schelle überschritten und die Todesfälle haben sich seit Oktober verdoppelt.

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Bayern steigt rasant an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag 71 neue Opfer der Pandemie. Das sind fast ein Drittel der insgesamt 234 Todesfälle in Deutschland und damit im Bundesvergleich ein weit überdurchschnittlicher Wert.

Corona-Inzidenz und Todesfälle in Bayern steigen rasant

Aus einer täglich aktualisierten Auswertung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München geht hervor, dass die Corona-Pandemie innerhalb einer Woche 234 Todesopfer gefordert hat. Im Verhältnis zu den Zahlen im Oktober ist das mehr als eine Verdopplung.

Die bayernweite Corona-Inzidenz überstieg am Donnerstag die Schwelle von 400. Das RKI meldet einen Wert von 427,4 und 13 456 Neuinfektionen. Nach wie vor liegen fünf bayerische Landkreise mit den bundesweit höchsten Inzidenzen an der Spitze. An erster Stelle steht Rottal-Inn mit einer Inzidenz von 1140,4.

Für die Menschen sind damit deutlich schärfere Corona-Regeln, wie die Maskenpflicht an Schulen, verbunden. Seit Montag steht die Krankenhaus-Ampel auf Rot, da auf den in den Krankenhäusern mehr als 600 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt wurden. (Stand Donnerstagmorgen: 686)

Katastrophenfall in Bayern ausgerufen - Corona-Inzidenz auf Rekordwert und Krankenhaus-Ampel auf Rot

Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen gilt in Bayern ab Donnerstag erneut der landesweite Katastrophenfall.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe aufgrund „der aktuellen besorgniserregenden Situation in der Corona-Pandemie die Feststellung des Katastrophenfalls ab dem 11. November 2021 angeordnet“, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch in München mit. .

Die Feststellung des Katastrophenfalls ermöglicht eine koordinierte und strukturierte Vorgehensweise aller im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen und Organisationen. Der Katastrophenfall war in der Corona-Pandemie schon zweimal ausgerufen worden: zum ersten Mal im März 2020 (er galt dann bis Mitte Juni 2020) und zuletzt vom 9. Dezember 2020 bis zum 4. Juni 2021.

Intensivbetten in Bayern werden knapp - Krankenhäuser und Söder machen Corona-Impfquote in Bayern verantwortlich

Corona bringt die Behörden und Krankenhäuser im Land längst wieder an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. In mehr als der Hälfte der 96 bayerischen Kreise und größeren Städte waren am Mittwoch weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei, wie aus dem Divi-Intensivregister hervorgeht. Davon meldeten 21 Kommunen, die Intensivstationen seien bis auf das letzte Bett voll belegt. Im landesweiten Schnitt sind knapp 91 Prozent der Intensivbetten belegt.

Experten in Krankenhäusern und Söder machen dafür unter anderem die unterdurchschnittliche Impfquote in Bayern verantwortlich. Die Impfquote in Bayern ist dagegen die niedrigste in Westdeutschland.

Am Mittwoch waren laut Dashboard des Bundes 65,2 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben dagegen Impfquoten von über 70 Prozent.

Verschärfung der Corona-Regeln in Bayern hat Auswirkung auf die Zahl der Impfungen

Die Verschärfung der Corona-Regeln in Bayern vor allem für Ungeimpfte zeigt aber offenbar nun erste messbare Auswirkungen auf die Zahl der Erstimpfungen.

„Im Freistaat wurden am Dienstag 12 100 Menschen erstgeimpft. So viele Erstimpfungen wurden an keinen anderen Tag im Oktober und November verabreicht“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der dpa. „Damit setzt sich der Trend der vergangenen sieben Tage fort, an denen wir eine steigende Nachfrage nach Erstimpfungen verzeichnen“, berichtete er.

Auch die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen steige: In der vergangenen Woche seien rund 88 700 Auffrischungsimpfungen verabreicht worden, über 10 000 mehr als in der letzten Oktoberwoche.

Söder forderte angesichts der dramatischen Lage einen Notfallplan von SPD, Grünen und FDP - und eine Impfpflicht für bestimmte Berufe.

dpa/lby/jh

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