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Corona in Bayern: Hospitalisierungsrate überschreitet höchsten Schwellenwert ‒ Kaum noch freie Intensivbetten

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Auf der Corona-Eine Krankenpflegerin versorgt einen Covid-19-Patienten, der im künstlichen Koma liegt und beatmet wird.
Die Hospitalisierungsrate in Bayern steigt. Die Kliniken bereiten die Patienten-Verlegung nach den Kleeblatt-Konzept vor. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Die Corona-Inzidenz in Bayern ist zwar minimal gesunken, doch die Hospitalisierungsrate steigt. Die Kliniken bereiten Patienten-Verlegung nach dem Kleeblatt-Konzept vor.

Seit Tagen ist die Corona-Inzidenz in Bayern wieder einmal gesunken - jedoch nur minimal. Lag der 7-Tage-Wert laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag bei 644,9, beträgt er den Angaben nach am Mittwoch 644,3. Vor einer Woche waren es 618,8. Die Zahl der Neu-Infektionen in Bayern lag aktuell bei 15 609.

Auch in München sinkt die Corona-Inzidenz. Meldete das RKI am Dienstag noch einen Wert von 681,9, liegt er am Mittwoch bereits bei 603,4.

Das bedeutet jedoch keine Entlastung für die Kliniken. Am Mittwochmorgen meldet das DIVI-Intensivregister noch 17 freie Intensivbetten in der Landeshauptstadt. Am Vortag waren es noch 19 freie Betten. Auch die Zahl der Corona-Patienten auf den Münchner Intensivstationen steigt. Waren es gestern noch 125, stieg die Zahl heute auf 130. Davon werden 73 invasiv beatmet.

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Die Hospitalisierungsrate in Bayern steigt, die Corona-Inzidenz ist minimal gesunken

Die Hospitalisierungsrate in Bayern erreichte nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) einen Wert von 9,6 (Stand: 23.11., 8.00 Uhr). Sie gibt an, wie viele Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche ins Krankenhaus kamen. Am Vortag betrug dieser Wert 8,7.

Konkret sollen die Länder bei Überschreiten eines Schwellenwertes von 3 flächendeckende 2G einführen - sofern nicht schon geschehen. Bei Überschreiten eines Werts von 6 sollen die Länder darüber hinausgehend in bestimmten Einrichtungen auf 2G Plus verschärfen.

Spätestens bei Überschreiten des Schwellenwerts von 9 sollen die Länder dann von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. Dies zielt auf eine vom Bundestag beschlossene Klausel: Nach einem entsprechenden Landtagsbeschluss sollen die Länder auch härtere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Einschränkungen und Verbote von Veranstaltungen verhängen können.

In wie weit die Corona-Regeln in Bayern verschärft werden ist noch nicht klar. Erst am Mittwoch sind landesweit härte Maßnahmen in Kraft getreten.

Intensivbetten werden knapp - Bayern Kliniken bereiten Patienten-Verlegung nach Kleeblatt-Konzept vor

Aufgrund der angespannten Corona-Situation in den Kliniken bereitet sich Bayern auf den Transport von Intensiv-Patienten in andere Bundesländer vor.

Für den Freistaat sei dazu inzwischen das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensiv-Patienten innerhalb Deutschlands aktiviert. Das teilte die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der Nacht zum Mittwoch mit.

Nach Auskunft des DIVI-Intensivregisters waren am Mittwochmorgen (Stand: 7.15 Uhr) in Bayern 294 der insgesamt 3190 Intensivbetten frei. 975 Menschen wurden intensivmedizinisch wegen Covid-19 behandelt, 515 davon mussten intensiv beatmet werden.

In den nächsten Tagen soll eine größere Anzahl an Patienten in andere Kleeblatt-Regionen verlegt werden. Bayern ist in der Notfall-Struktur das Kleeblatt Süd. Auch die ebenfalls besonders von Corona betroffenen Länder Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg haben den Angaben nach das Konzept aktiviert, sie gehören zum Kleeblatt Ost.

Aktuell gab es zuletzt im Norden und in Hessen noch freie Kapazitäten an Intensivbetten.

Kleeblatt-Konzept

Unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder im Frühjahr 2020 ein Konzept für die bundesweite Verlegung von Patienten entwickelt. Im September vergangenen Jahres wurde das sogenannte Kleeblatt-Konzept dann durch die Innen- und Gesundheitsminister beschlossen.

Es sieht vor, dass zunächst innerhalb der fünf Regionen - West, Nord, Ost, Süd, Südwest - verlegt wird. Wenn in einer dieser Regionen absehbar keine freien Plätze mehr vorhanden sind, wird im Austausch mit dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Verlegung auch in andere Gebiete organisiert. Eine Fachgruppe des Robert Koch-Instituts berät dabei.

Diese Landkreise in Bayern haben eine Corona-Inzidenz über 1.000

Die höchsten Corona-Zahlen in Bayern meldete der Landkreis Freyung-Grafenau (1512,3), der damit nach Angaben des RKI bundesweit an zweiter Stelle lag, nach der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Bayerische Hotspots waren auch die Landkreise Rosenheim, Rottal-Inn, Mühldorf am Inn, Berchtesgadener Land, Dingolfing-Landau, Traunstein und die Stadt Rosenheim. Hier überschritt die Sieben-Tage-Inzidenz die 1000er Marke. Für Regionen mit so hohen Werten gelten seit Mittwoch noch einmal schärfere Regeln als im Rest Bayerns.

Quellen: www.hallo-muenchen.de/dpa/lby/jh

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