Trotz Sorge

Söder verkündet neue Corona-Lockerungen in Bayern für Schulen, Gastronomie und Veranstaltungen

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt vor Beginn einer Kabinettssitzung mit einer Star Wars Stormtrooper Tasse im Videoraum in der Staatskanzlei. Zu den Themen zählt unter anderem die Ausstattung der Schulen mit Luftreinigern und die Frage, wie es mit der Maskenpflicht in weiterführenden Schulen weitergehen soll.
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Markus Söder (CSU) vor Beginn der Kabinettssitzung im Videoraum der Staatskanzlei.

Die Maskenpflicht an Schulen in Bayern entfällt - bei niedriger Corona-Inzidenz. Die Gastronomie darf länger öffnen. Mehr Zuschauer bei Kultur und Sport sind erlaubt.

  • Ministerpräsident Söder verkündet neue Corona-Lockerungen in Bayern.
  • Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen entfällt bei niedriger Inzidenz.
  • Gastronomie darf länger öffnen, mehr Zuschauer bei Veranstaltungen von Kultur und Sport werden erlaubt

Letztes Update: 16.45 Uhr

Söder verkündet neue Corona-Lockerungen in Bayern

Die Corona-Zahlen sinken, Bayern lockert deshalb die Corona-Maßnahmen für Schulen, Gastronomie, Sport und Kultur. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete die Lockerungen nach einer Kabinettssitzung am Dienstag

Söder sprach insgesamt von einer guten Entwicklung der Corona-Lage. Die Delta-Variante erfordere aber Vorsicht und Klugheit im Umgang. Man wolle Lebensfreude nicht dämpfen, aber vorsichtig sein, betonte er.

Bayern macht ab Juli eigenen Corona-Regeln für Regionen mit hohen Inzidenzen

Nach dem Wegfall der Bundesnotbremse ab dem 1. Juli hat Bayern die Corona-Regeln für Regionen mit einer Inzidenz über 100 binnen sieben Tagen neu geregelt.

Es werde keine Übernahme der bisherigen Bundesregel in Landesrecht geben, aber es gelten weiter Vorsichtsmaßnahmen, sagte Söder. Der Ministerrat beschloss demnach, dass in Bayern bei Inzidenzen oberhalb von 100 künftig die gleichen Regeln gelten, die bisher bereits für Regionen mit einer Inzidenz oberhalb von 50 vorgeschrieben waren.

Dazu zählen unter anderem:

  • Kontaktbeschränkung auf den eigenen Hausstand und maximal zwei weitere Hausstände.
  • Veranstaltungen dürfen innen nur noch mit maximal 25 Personen und außen 50 Personen durchgeführt werden.
  • Für Gastronomie, Beherbergungswesen, Sport und Kultur gelten wieder Testnachweispflichten.

Sollte eine Inzidenz von mehr als 100 eintreten, „sind die Kommunen verpflichtet, weitergehende, intensive Maßnahmen zu machen nach der jeweiligen Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium, betonte Söder.

Lockerungen für Schulen: Maskenpflicht entfällt im Unterricht, Gutscheine für Schwimmkurse

Nach den bayerischen Grundschülern müssen auch Schüler*innen der weiterführenden Schulen am Sitzplatz keine Maske mehr tragen - sofern die regionale Sieben-Tage-Inzidenz unter 25 liegt. Es solle dabei empfohlen werden, dreimal statt zweimal pro Woche einen Corona-Test zu machen.

An den weiterführenden Schulen entfällt außerdem die Maskenpflicht auf dem Schulhof und im Freien. Schüler*innen aller Stufen müssen aber weiterhin auf den Begegnungsflächen im Innenraum eine Maske tragen, wie Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mitteilte.

Bis zum Herbst soll es in allen bayerischen Klassenzimmern einen Luftreiniger geben. Das Kabinett beschloss am Dienstag in München, dass der Freistaat den Kommunen dafür 50 Prozent der Anschaffungskosten erstatten wird.

Derzeit gebe es rund 14 000 Schulkassen, die bereits mit Filteranlagen ausgebaut seien, bei den Kitas seien es rund 1000. „Wir möchten, dass das ausgebaut wird“, betonte Söder. Um bis zum Herbst einen Filter vorhalten zu können, seien mobile Lüfter wohl die bessere Wahl, da diese „gut organisierbar“ seien. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit werde nun prüfen, welche Geräte zulässig seien.

Alle Kinder in Bayerns Grund- und Vorschulen bekommen nach den Ferien einen 50 Euro-Gutschein zum Erwerb des Frühschwimmerabzeichens „Seepferdchen“. Dadurch sollen die wegen der Pandemie ausgefallenen Schwimmkurse kompensiert und die Schwimmfähigkeit der Kinder unterstützt werden.

Darüber hinaus will die Staatsregierung Kinder mit einem Gutschein ermuntern, wieder in einen Sportverein einzutreten. So soll für alle bayerischen Grundschüler des Schuljahres 2021/2022 bei einem Neueintritt in einen gemeinnützigen Sportverein der Jahresbeitrag übernommen werden.

Bayern erlaubt bis zu 1500 Zuschauer bei Kultur und Sport

Bayern lockert auch die Corona-Regeln für Kultur- und Sportveranstaltungen weiter. Unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte sind im Freien statt bisher 500 künftig bis zu 1500 Zuschauer erlaubt, davon bis zu 200 auf Stehplätzen mit Mindestabstand.

In Hallen und Theatern sind weiterhin so viele Zuschauer erlaubt, wie bei Einhaltung von jeweils mindestens 1,5 Metern Abstand möglich sind, höchstens aber 1000. Die Regelungen gelten auch für Tagungen und Kongresse.

Gastronomie in Bayern darf länger öffnen

Die Gastronomie in Bayern darf künftig länger öffnen. Die Sperrstunde wurde von 24 Uhr auf 1 Uhr verschoben, wie Söder am Dienstag mitteilte. Die Nachtgastronomie, wie Clubs und Diskotheken, dürfen jedoch weiterhin nicht öffnen.

Es werde aber in diesem Jahr „keine Volksfeste“ geben, sagte Söder, „auch kleinere nicht“.

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Corona an Schulen in Bayern ‒ Debatte um Maskenpflicht und Luftfilter in den Klassen

Erstmeldung: 29. Juni 2021

Eine Woche nach der überraschenden Aussetzung der Maskenpflicht im Unterricht an Bayerns Grundschulen steht das Thema am Dienstag im Kabinett wieder auf der Tagesordnung.

Der Ministerrat muss dann die Frage klären, ob und wann auch an den weiterführenden Schulen am Sitzplatz in der Klasse auf die Maske verzichtet werden darf. Die Freien Wähler fordern schon länger eine Aufhebung der Maskenpflicht an allen Schulen, die Forderung wird auch von Teilen der Opposition unterstützt.

Ministerpräsident Markus Söder und seine CSU stehen dem aber trotz der weiter sinkenden Inzidenz in Bayern skeptisch gegenüber. „Manche fordern da die völlige Abschaffung der Maske. Ich finde es einfach falsch“, sagte er am Montag nach einem Impfgipfel in München. Neben den Impfungen seien die Masken, auch wenn sie im warmen Sommer mehr störten, der beste Schutz vor einer Ansteckung.

Maskenpflicht und Luftfilter - Kabinett berät über die Corona-Lage an Schulen in Bayern

Weiteres Thema dürfte die Ausstattung von Schulklassen mit Luftreinigern sein. Obwohl es seit Monaten für die Schulträger Fördergelder gibt, die ihre Klassen technisch nachrüsten und so den Schutz vor Infektionen reduzieren wollen, sind Luftreiniger immer noch in Bayerns Schulen eine Seltenheit.

Die Staatsregierung spielt daher laut Söder mit dem Gedanken, die Nachrüstung zur Pflicht zu machen. Verantwortlich für die Ausstattung der Schulen sind die Schulträger, das sind in der Regel die Kommunen.

dpa/lby/jh

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