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Verschärfte Corona-Regeln in Bayern - Gesundheitsministerium schlägt Alarm

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Von: Theresa Reich

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Ein Gast und eine Kellnerin im Außenbereich eines Restaurants.
In Gasthäusern gelten ab Sonntag die 3G-plus-Regel. © Christoph Soeder/dpa

In Bayern gelten ab jetzt strengere Corona-Regeln - weil Intensivbetten knapp werden. Was in München gilt und wie Markus Söder weiter verschärfen will

Update vom 7. November:

München - Bayern steuert auf die rote Krankenhaus-Ampel mit noch schärferen Corona-Regeln zu. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und das Robert Koch-Institut (RKI) wiesen am Sonntagvormittag auf ihrer gemeinsamen Homepage in den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser 591 Patienten mit Corona aus. Am Freitag waren es noch 537, am Samstag 552 Corona-Intensivpatienten.

Bei 600 springt die bayerische Krankenhaus-Ampel auf Rot - dann wird die 2G-Regel im ganzen Freistaat deutlich ausgeweitet. In vielen Betrieben haben Arbeitnehmer dann nur noch Zutritt zum Arbeitsplatz, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind (3G). Laut DIVI und RKI waren am Sonntagvormittag in Bayern noch 418 der insgesamt 3070 Intensivbetten frei. Notfalls könnten weitere 970 innerhalb von sieben Tagen eingerichtet werden. Die Zahlen ändern sich je nach aktueller Belegung ständig und werden auf der gemeinsamen Homepage aktualisiert.

Krankenhausampel bereits auf Gelb - verschärfte Corona-Regeln ab jetzt in Bayern

Seit Sonntag steht die bayerische Krankenhaus-Ampel schon auf Gelb. Damit gilt in Gasthäusern und bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab Sonntag die 3G-plus-Regel, also: geimpft, genesen oder PCR-getestet. Ein Antigen-Schnelltest reicht dann nicht mehr. Ausnahmen gelten für Hochschulen, außerschulische Bildungsangebote - hier reicht für Ungeimpfte weiterhin ein Schnelltest.

In Diskos und Clubs gilt 2G - mit Test ist Ungeimpften kein Zutritt mehr möglich. Der Maskenstandard wird generell auf FFP2 erhöht. Für den Handel und den öffentlichen Personenverkehr gibt es keine neuen Einschränkungen. Alle Schülerinnen und Schüler müssen ab Montag wieder Masken im Unterricht tragen.

Ursprüngliche Nachricht vom 7. November um 10:46 Uhr:

München - In Bayern gelten ab Sonntag, 7. November, strengere Corona-Vorschriften. Aktuell liegen 552 Patienten mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen. 90,2 Prozent an Intensivbetten sind damit in bayerischen Krankenhäusern belegt, wie aus dem Tagesreport des Divi-Intensivregisters hervorgeht.

„Die bayerische Krankenhausampel steht damit ab morgen auf Gelb“, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Das Robert Koch-Institut vermeldet für Bayern eine sieben-Tage-Inzidenz von 293. Für München beträgt der Wert 111,2.

Verschärfte Corona-Regeln in Bayern: 3G-Plus und Maskenpflicht in den Schulen

Daher gilt in Gasthäusern und bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab Sonntag die 3G-plus-Regel, also: geimpft, genesen oder PCR-getestet. Ein Antigen-Schnelltest reicht dann nicht mehr. Ausnahmen gelten für Hochschulen, außerschulische Bildungsangebote: Hier reicht für Ungeimpfte weiterhin ein Schnelltest.

In Diskos und Clubs gilt 2G - mit Test ist Ungeimpften kein Zutritt mehr möglich. Der Maskenstandard wird generell auf FFP2 erhöht. Für den Handel und den öffentlichen Personenverkehr gibt es keine neuen Einschränkungen. Alle Schülerinnen und Schüler müssen ab Montag wieder Masken im Unterricht tragen.

Corona-Virus in Bayern: „Regionale Hotspots“ in bayerischen Landkreisen

Viele bayerische Regionen gelten aber als „regionale Hotspots“. Wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 300 liegt und zusätzlich die Intensivbetten in der Region zu mehr als 80 Prozent belegt sind, gelten die verschärften Vorschriften der roten Krankenhaus-Ampel.

In den Landkreisen Oberallgäu, Lindau, Neu-Ulm, Augsburg, Straubing-Bogen, Deggendorf, Regen, Mühldorf am Inn, Berchtesgadener Land, Cham und den Städten Kaufbeuren, Rosenheim, Regensburg und Schweinfurt gilt ab Sonntag die rote Ampel, wie die Behörden am Samstag mitteilten.

Neue Corona-Maßnahmen in Bayern - ab 600 Covid-Intensivpatienten leuchtet die Krankenhaus-Ampel Rot

Bayernweit schaltet die Krankenhaus-Ampel nach den Vorgaben der Landesregierung auf Rot, wenn es landesweit 600 Covid-Intensivpatienten gibt. Auf Gelb zeigt die Ampel ab insgesamt 450 Covid-Intensivpatienten in Bayern.

Bei Rot gelten für Veranstaltungen in Innenräumen weitgehend 2G-Regeln. Kinder unter zwölf Jahren sind ausgenommen. Für die Gastronomie gilt bei Rot 3G-plus. Zudem müssen Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten, die Kontakt zu anderen Menschen haben, zwei Mal pro Woche einen negativen Test vorlegen, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind. Handel und Personennahverkehr sind hiervon ausgenommen.

Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband kritisiert neue Corona-Maßnahmen

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband forderte Nachbesserungen. „Die jetzt gültige Regelung wird dem Gastgewerbe den Garaus machen“, sagte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer.

Dass sich ungeimpfte Beschäftigte jetzt auf eigene Kosten zwei Mal pro Woche einem PCR-Test unterziehen und dafür 800 Euro im Monat zahlen würden, sei utopisch. Auch die Unternehmen könnten diese Kosten nicht stemmen.

Ministerpräsident Markus Söder wirbt für 3G-Regel am Arbeitsplatz und macht Stiko Druck

Ministerpräsident Markus Söder forderte unterdessen „verpflichtend 3G am Arbeitsplatz in ganz Deutschland“. Arbeitgeber müssten das Recht haben zu fragen, ob die Angestellten geimpft oder getestet sind. „Die jetzige Situation des Datenschutzes ist nicht sachgerecht und erschwert die Corona-Bekämpfung.“, sagte der CSU-Chef am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zugleich machte er Druck auf die Ständige Impfkommission (Stiko), weil sie Dritt-Impfungen gegen Corona erst für Menschen ab 70 Jahren empfiehlt. „Es würde helfen, wenn sich die Ständige Impfkommission zu einer allgemeinen Booster-Empfehlung durchringt“, sagte Söder. „Eine Auffrischung muss für jeden möglich sein, der sie braucht und will.“ Außerdem sollte sich der Ethikrat mit der Frage einer Impfpflicht für Pflegekräfte noch einmal grundlegend beschäftigen. Vom Bund forderte er „massiv Mittel für einen Finanzausgleich bei den Krankenhäusern“.

Quelle: dpa/lby/divi/rki

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