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Niedrige Impfquote und kaum Intensivbetten in Bayern ‒ Die Zahl der Corona-Todesfälle ist alarmierend

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Von: Jonas Hönle

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Die Zahl der Corona-Todesfälle in Bayern ist im Vergleich mit anderen Bundesländer überdurchschnittlich hoch.
Die Zahl der Corona-Todesfälle in Bayern ist im Vergleich mit anderen Bundesländer überdurchschnittlich hoch. © Thomas Frey/dpa

Die Intensivbetten in Bayern sind knapp und die Impfquote niedrig. Die Zahl der Corona-Todesfälle steigt und weitere Corona-Patienten werden in Klinken in den Norden verlegt.

Die 7-Tage-Inzidenz in Bayern sinkt am Donnerstag leicht, doch die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen steigt weiter an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet aktuell eine Inzidenz von 571,6. Seit vergangenem Freitag ist der Wert in Bayern damit zum sechsten Mal hintereinander gesunken. Damals hatte sie bei 652,3 gelegen.

Corona-Inzidenz in Bayern sinkt - Mehr Corona-Patienten auf der Intensivstationen

Doch im Freistaat benötigen immer mehr Corona-Patienten einen Platz auf der Intensivstation. Laut DIVI-Intensivregister sind am Donnerstagmorgen 1080 Intensivbetten mit Covid-Fällen belegt, 296 sind noch frei.

Auch in München sinkt die Corona-Inzidenz seit Tagen. Das RKI meldet am Donnerstag einen Wert von 419,4 (Vortag 433,1) Aber auch in der Landeshauptstadt gibt es immer weniger Intensivbetten. Aktuell sind laut DIVI-Intensivregister nur noch 18 Plätze in den Kliniken frei. 139 Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation, davon müssen 70 invasiv beatmet werden.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Überlastung der Intensivstationen - Corona-Patienten aus Bayern werden in Kliniken im Norden von Deutschland verlegt

Wegen der angespannten Lage in den Kliniken sollen nach derzeitigem Stand 21 Corona-Intensivpatienten aus Bayern in andere Bundesländer verlegt werden. Das sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Donnerstag auf dpa-Anfrage.

Zwei Corona-Patienten wurden demnach am Mittwoch bereits verlegt, 17 weitere sollten am Donnerstag und Freitag folgen, bei zweien waren die Einzelheiten noch nicht geklärt.

Zu einem Großteil erfolgen die Verlegungen auf dem Luftweg. Bereits am Sonntag wurden zwei Patienten von München nach Hamburg verlegt. Grund ist die Überlastung vieler bayerischer Intensivstationen.

Die Planungen können sich jedoch kurzfristig ändern - ein maßgeblicher Faktor ist der Zustand der Patienten. In manchen Fällen lehnen auch die Familienangehörigen die Verlegung in ein mehrere hundert Kilometer entferntes Krankenhaus im Norden ab.

Überdurchschnittliche Corona-Todesfälle und niedrige Impfquote in Bayern

In Bayern kommt es überdurchschnittlich häufig zu Corona-Todesfällen. Der Freistaat hat in sieben Tagen 512 Tote gemeldet, in absoluten Zahlen mehr als jedes andere Bundesland.

Unterdurchschnittlich ist die Zahl der Corona-Todesfälle dagegen in Hamburg oder in Niedersachsen, wo sehr viele Menschen gegen Corona geimpft sind. Bundesweit am besten steht Schleswig-Holstein mit lediglich 0,82 Toten pro 100 000 Einwohner da. 

In Freistaat und anderen Bundesländern mit niedriger Impfquote sterben derzeit im Verhältnis erheblich mehr Menschen an und mit Corona als im besser durchgeimpften Norden Deutschlands. Das geht aus statistischen Analysen der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hervor. Grundlage sind die offiziellen Daten des Robert Koch-Instituts und der Gesundheitsbehörden.

Nachzulesen ist das auf den „Corona Maps“ des Instituts für Statistik an der LMU. Die meisten Toten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zu beklagen haben Thüringen (7,88) und Sachsen (6,75), Bayern folgte am Mittwoch auf Platz drei. Die Zahlenverhältnisse differieren von Tag zu Tag etwas.

In Bayern sind demnach im Verhältnis zur Bevölkerung in sieben Tagen (Stand 1.12.) mehr als dreimal so viele Corona-Patienten gestorben wie in Bremen, dem Land mit der höchsten Impfquote. So gab es im Freistaat 3,9 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in Bremen 1,18.

In Bayern waren am Mittwoch laut Impfdashboard des Bundes 66,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, in Bremen dagegen über 80 Prozent.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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