1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Booster-Impfung statt neuem Lockdown ‒ Münchner Infektiologe erklärt wichtige Corona-Regeln für den Winter

Erstellt:

Kommentare

Privatdozent Christoph Spinner, Oberarzt Infektiologie und Pandemiebeauftragter am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, blickt in die Kamera.
Privatdozent Christoph Spinner, Oberarzt Infektiologie und Pandemiebeauftragter am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. © Angelika Warmuth/dpa

Neuer Corona-Lockdown, Booster-Impfung und AHA-Regeln an Schulen? Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner über wichtige Maßnahmen zur Pandemie-Kontrolle...

Die 7-Tage-Inzidenz in Bayern steigt in die Höhe, die Krankenhaus-Ampel wegen den vielen Corona-Patienten auf den Intensivbetten zeigt Rot.

Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner hält trotz massiv steigender Corona-Zahlen einen neuen Lockdown aktuell nicht für hilfreich. „Lockdowns sind bezogen auf die Pandemie-Kontrolle nicht nur politisch das radikalste Mittel, sondern auch wissenschaftlich ein eher Schwaches - außer sie werden absolut konsequent umgesetzt und konsequent kontrolliert“, sagte der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München der Deutschen Presse-Agentur. „Anders als im Frühjahr steht eine wirksame Präventionsmöglichkeit zur Verfügung: die Schutzimpfung.“

Münchner Infektiologe Spinner: Kein neuer Corona-Lockdown - Booster-Impfung wichtig für den Winter

Die 2G-Regel könne bedeutend zur Pandemie-Kontrolle beitragen. Bei Infektionen Geimpfter oder Genesener sei die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe und Klinikeinweisungen signifikant reduziert. In Österreich zeige sich zudem, dass die 2G-Regel doch noch den einen oder anderen Unentschlossenen zur Corona-Impfung bewegen konnte.

Ausreichend hohe Impfquoten seien der einzige Weg zurück in die Normalität. In Ländern mit hohen Impfquoten wie Spanien oder Israel gebe es deutlich niedrigere Infektions- und Hospitalisierungszahlen.

„Entscheidend für den Winter sind aus meiner Sicht breit angelegte Booster-Impfungen bei Menschen, deren Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt“, sagte Spinner. Dadurch ließen sich Studien zufolge bis zu 95 Prozent symptomatischer Infektionen verhindern. „Aufgrund der bundesweit steigenden Infektionszahlen müssen wir hier so schnell wie möglich handeln.“

Zu der Frage, ob die Booster-Impfung für unter 70-Jährige sinnvoll sei, sagte Spinner, es verdichteten sich die Hinweise, dass die Impfungen altersunabhängig bei allen Erwachsenen zusätzlichen effektiven Schutz böten. Vor allem Ältere seien aber besser vor Klinikaufnahmen und schweren Verläufen geschützt.

Die Stadt München biete eine Corona-Auffrischimpfung im Impfzentrum und bei den mobilen Impfaktionen an.

Corona-Regeln an Schulen senken Risiko - Impfungen müssen trotzdem steigen

„Auch an Schulen sollte alles Erdenkliche unternommen werden, um die Impfquote, wo immer möglich, zu steigern“, sagte Spinner weiter. Bis dahin könne die konsequente Anwendung der AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) das Risiko reduzieren. „Ohne Impfungen oder konsequente AHA+L Regeln muss mit weiter steigenden Infektionszahlen in Schulen gerechnet werden.“

In Bayern wurde die Maskenpflicht an Schulen im Unterricht auf unbestimmte zeit wieder eingeführt.

dpa/lby/jh

Auch interessant

Kommentare