GMK per Videoschalte

Konferenz der Gesundheitsminister: Corona-Impfzentren bleiben in Bereitschaft ‒ auch für Auffrischimpfungen

Bürger und Lokalpolitiker fordern neben dem Impfzentrum in Riem mindestens einen weiteren Standort in München.
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Das Corona-Impfzentrum München in der Messe Riem.

Die Corona-Impfzentren werden auch nach September weiter betrieben - vor allem in Hinsicht auf die Auffrischimpfungen. Bund und Länder fanden einen Kompromiss.

  • Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern über die Corona-Pandemie.
  • Die Impfzentren bleiben in Bereitschaft.
  • In manchen Länder gibt es aber auch andere Pläne.

Update: 17 Juni 2021

Corona-Impfzentren sollen in Bereitschaft bleiben

Städte und Gemeinden haben die Absicht der Gesundheitsminister der Länder begrüßt, die Impfzentren auch über September 2021 hinaus verfügbar zu halten.

„Die Impfzentren sind ein unverzichtbarer Baustein in der Pandemiebekämpfung, der Weiterbetrieb mindestens bis Ende des Jahres notwendig“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte-und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Wenn, wie zu erwarten ist, die Lieferung von Impfdosen weiterhin kontinuierlich steigt, können die Impfzentren einen wichtigen Beitrag leisten, das Impfgeschehen bis September insgesamt deutlich zu beschleunigen.“

Hinzu komme, dass voraussichtlich ab dem Herbst Millionen von Menschen eine Auffrischungsimpfung benötigen.

Die Impfzentren sollen über den Sommer hinaus in Bereitschaft gehalten werden - etwa falls sie für Auffrischimpfungen gebraucht werden. Bund und Länder hatten am Mittwoch vereinbart, dass die Länder binnen zwei, drei Wochen ein entsprechendes Bereitschaftskonzept entwickeln, so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Gewährleistet werden solle ein Mindestbetrieb der Zentren. Bei Bedarf sollten die Zentren schnell wieder hochgefahren werden.

Der Bund sei weiter zur Finanzierung bereit, vorerst ist es bis Ende September vereinbart. In mehreren Ländern gibt es aber Pläne zu einem längeren Erhalt der Zentren, etwa in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.
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Furcht vor vierter Welle ‒ Gesundheitsminister von Bund und Länder beraten über Zukunft der Corona-Impfzentren

Erstmeldung: 13. Juni 2021

Aus Furcht vor einer vierten Corona-Welle sollen die deutschen Impfzentren auch über den 30. September hinaus betrieben werden. Im Auftrag der Ministerpräsidentenkonferenz müssen daher die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bei ihrer Konferenz am kommenden Mittwoch (16. Juni) einen Kompromiss finden, wie die Einrichtungen aufrechterhalten und finanziert werden sollen.

„Ich denke, die Impfzentren sollten auf jeden Fall bis Ende des Jahres beibehalten werden“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Dafür sprächen gerade die Auffrischungsimpfungen, die nach ersten Einschätzungen ab Herbst notwendig seien. „Möglicherweise ist das Konzept noch anzupassen. Bund sollte hier sich nicht seine Verantwortung entziehen sondern wie bisher mit finanzieren.“

Es gebe viele Gründe für die Forderungen der Länder, die Impfzentren weiter betreiben zu wollen, hatte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Konferenz mit den Länderchefs erklärt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und sein Berliner Amtskollege Michael Müller (SPD) sprachen sich ebenfalls explizit für eine Fortführung aus. Die Impfzentren würden für Nachimpfungen und als Notfallreserve benötigt, um im Bedarfsfall eine große Zahl von Menschen schnell impfen zu können. Zu Beginn der Impfkampagne war der schützende Pieks nur in den Zentren möglich, inzwischen impfen außerdem Haus- und Betriebsärzte.

Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern - Bleiben die Corona-Impfzentren in Zukunft? 

Auch abgesehen von den Impfzentren steht das Thema Corona bei der Konferenz ganz oben auf der Agenda. Dabei dürfte es erneut um die Lieferung von Impfstoff gehen, diese waren jüngst wieder ins Stocken geraten.

Merkel betonte am Donnerstag in Berlin, derzeit gebe es noch keine Übersicht über die Lieferungen im Juli. In vielen Impfzentren werden derzeit überwiegend nur Zweitimpfungen durchgeführt.

Darüber hinaus wollen die Minister einen Leitantrag beschließen, der sich mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Zuge der Pandemie befasst.

„Wir wollen gemeinsam mit den anderen Bundesländern Maßnahmen vorantreiben, die sowohl das körperliche als auch das seelische Wohl der Kinder fördern und verbessern“, sagte Holetschek weiter. Für Kinder und Jugendliche seien viele Corona-Maßnahmen insbesondere psychisch belastend.

Gesundheitsministerkonferenz zur Corona-Pandemie

Wegen der Pandemie findet die Gesundheitsministerkonferenz nur per Videoschalte statt. Der GMK-Vorsitzende und bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) wird aber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) in der Münchner Residenz empfangen. Nach Bayern wird 2022 Sachsen-Anhalt den Vorsitz übernehmen

dpa/lby/jh

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