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München: Wieder Einsatz der Luftwaffe - Corona-Intensivpatienten aus München nach Hamburg verlegt

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Von: Jonas Hönle, Marco Litzlbauer

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Corona-Hilfsflug der Luftwaffe: Im Rahmen des Kleeblatt-Konzeptes werden Covid-19-Patienten zur weiteren Behandlung umverteilt.
Corona-Hilfsflug der Luftwaffe: Im Rahmen des Kleeblatt-Konzeptes werden Covid-19-Patienten zur weiteren Behandlung umverteilt. © Peter Kneffel/dpa

Ein zweiter Einsatz der Luftwaffe zur Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands ist am Sonntag gestartet. Patienten werden von München nach Hamburg geflogen.

Update 28. November, 12.15 Uhr

Nach Bundeswehr-Angaben - so berichtet es die Nachrichtenagentur dpa - flog ein Sanitätsflugzeug vom Typ A310 MedEvac am Sonntag-Vormittag vom Heimatflughafen Köln aus nach München. Dort sollen Patienten an Bord genommen und nach Hamburg geflogen werden.

Am Freitag hatte es einen ersten Einsatz der Luftwaffe gegeben (siehe Erstmeldung unten).

Insgesamt werden dann nach Angaben des Ministeriums von Freitag bis Sonntag 29 Patienten aus Bayern in andere Bundesländer verlegt sein. Ursprünglich waren für den Transport am Sonntag sechs Patienten vorgesehen. Einer sei jedoch nicht mehr transportfähig.

Erstmeldung, 26. November

In Bayern ist die Corona-Inzidenz wieder leicht gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Freitag einen Wert von 652,3 (Vortag 641,1) Die bayerischen Gesundheitsämter meldeten laut dpa-Bericht 16 552 Neu-Infektionen und 68 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona innerhalb von 24 Stunden.

Nach Angaben des DIVI-Intensivregisters waren am Freitagmorgen 287 der 3210 Intensivbetten in Bayern frei. 1021 Corona-Patienten werden auf der Intensivstation behandelt. Davon müssen 544 beatmet werden. Am Donnerstagmorgen waren es noch 539.

Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.
Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. © Hallo München

Corona-Inzidenz in München und Bayern wieder gestiegen

Auch in München ist die Corona-Inzidenz wieder leicht angestiegen. Das RKI meldet am Freitag einen Wert von 498,9, am Vortag waren es noch 497,6.

Zudem ist auch die Zahl der belegten Intensivbetten in der Landeshauptstadt gestiegen. Waren am Vortag noch 22 Betten frei, sind es am Freitag laut DIVI-Intensivregister nur noch 19. Aktuell müssen in München 137 Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt werden. 74 davon müssen invasiv beatmet werden.

Söder und Holetschek besuchen Corona-Hotspots in Bayern

Die höchste Corona-Inzidenz wies am Freitag der Landkreis Freyung-Grafenau aus - mit 1451,1, Die verschärften Corona-Regeln in Hotspots greifen, wenn eine Region die 1000er-Marke überschreitet - und dann jeweils ab dem Folgetag.

Seit Donnerstag galt die Hotspot-Regel bereits in acht Landkreisen und kreisfreien Städten, ab Freitag kommen nun nochmals drei weitere hinzu: die Landkreise Regen, Passau und Ostallgäu. Dort wurde das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) reisen am Freitag in die Corona-Hotspot-Regionen in Südostbayern. Sie wollen sich dort ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Vertretern der Städte und Landkreise sprechen.

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek zur dramatischen vierten Corona-Welle

Im Kampf gegen die dramatisch verlaufende vierte Corona-Welle darf es nach Worten des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) „keine Tabus“ geben. Er schließe im Moment gar nichts aus, sagte er am Donnerstagabend dem Bayerischen Rundfunk (BR). Er beziehe sich auf ganz Deutschland.

Holetschek sagte weiter: „Wir haben bei der Inzidenz gemerkt die letzten Tage, dass es sich ein bisschen stabilisiert hat auf sehr hohem Niveau. Aber das Dramatische ist die Belastung der Krankenhäuser.“ In den Kliniken tue man derzeit alles, um die Kapazitäten zu erhöhen. „Das Thema ist natürlich, dass das Personal knapp ist. Das brauchen wir natürlich, um die Betten auch betreiben zu können.“

In Bayern sind angesichts zahlreicher schwerer Corona-Fälle Verlegungen von Intensiv-Patienten in andere Bundesländer vorbereitet worden.

Angesichts der schnell steigenden Zahl von Corona-Patienten fürchten Bayerns Kliniken zum Jahresende eine bislang nicht dagewesene Notlage in der Versorgung. Die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer werde nur kurzfristig Abhilfe schaffen, warnte Roland Engehausen, der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft.

Verlegung von Corona-Patienten aus Bayern nach dem Kleeblatt-Prinzip

Die Verlegung von Corona-Patienten aus überlasteten bayerischen Krankenhäusern steht kurz bevor. Aus Bayern sowie Thüringen und Sachsen sollen insgesamt 54 Covid-19-Patienten von Intensivstationen in aktuell weniger stark betroffene Gebiete im Norden und Westen Deutschlands gebracht werden.

Wie der zuständige Arbeitskreis der Innenministerkonferenz am Donnerstag mitteilte, erklärten sich Krankenhäuser in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bereit, die Patienten aufzunehmen. Die 54 Patienten waren den Angaben zufolge am Mittwoch ausgewählt worden. 30 von ihnen kommen aus Bayern, 10 aus Thüringen und 14 aus Sachsen.

Luftwaffe startet am Nachmittag mit Corona-Hilfsflügen

Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14.00 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen.

Am Dienstagabend hatten Bayern und mehrere Ost-Bundesländer erstmals in der vierten Welle das Kleeblatt-Prinzip aktiviert. Das System war unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle 2020 eingeführt worden und besteht aus den fünf Regionen Nord, Ost, West, Südwest und Süd.

Das System soll Überforderungen bei einzelnen Krankenhäusern vermeiden, indem Patienten zunächst innerhalb eines Kleeblatts verlegt werden. Wenn das nicht mehr möglich ist, sind auch bundesweite Verlegungen möglich.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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