Richtwert erweitern

Debatte um Inzidenz als Grenzwert für Corona-Regeln geht weiter ‒ Keine klaren Beschlüsse von Bund und Ländern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einer FFP2-Maske.
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einer FFP2-Maske.

Die 7-Tage-Inzidenz gilt als Grenzwert für Corona-Einschränkungen und Regeln. Jetzt soll die Quote der Impfungen und die Krankenhausbelegung beobachtet werden.

  • Die Corona-Inzidenz ist der Richtwert für Corona-Regeln und Einschränkungen.
  • Bayerns Ministerpräsident Söder will den Grenzwert um zusätzliche Kriterien, wie Impfungen und Krankenhausbelegung, erweitern.
  • Bei der Bund-Länder-Konferenz gab es keine konkreten Beschlüsse.

Update: 11. August

Debatte um Corona-Inzidenz als Grenzwert für Einschränkungen und Regeln

Bei der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Krise wurden keine konkreten Beschlüsse für die Einbeziehung weitere Faktoren als Grenzwert für Corona-Regeln getroffen.

In ihrem Beschluss hieß es dazu, die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 werde als „wichtige Größe zur Beurteilung des Infektionsgeschehens“ betrachtet. Daneben wurde betont, dass Bund und Länder „alle Indikatoren, insbesondere die Inzidenz, die Impfquote, und die Zahl der schweren Krankheitsverläufe sowie die resultierende Belastung des Gesundheitswesens berücksichtigen“, um die Corona-Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

Es gehe um eine knifflige Frage, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) . Es sei „noch keine Glücksformel“ gefunden, die alles ins Lot bringe. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) machte deutlich, dass dies ausgehend von der Impfquote als zentralem Faktor derzeit schwierig zu bestimmen sei.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sieht nach den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Strategie noch Nachbesserungsbedarf bei den Indikatoren. „Bei dem Thema Inzidenz und weitere Faktoren hätte ich mir schon gewünscht, dass man vielleicht klarere Parameter gefunden hätte. Da ist der Bund auch nochmal gefordert, was vorzulegen“, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Die Indikatoren waren am Dienstag ein Thema der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder.

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Debatte um Inzidenz als Grenzwert für neue Corona-Regeln ‒ Söder fordert zusätzliche Kriterien

Erstmeldung: 10. August

Bei der Debatte um den Grenzwert für Corona-Einschränkungen hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für eine Erneuerung ausgesprochen. Für künftige Corona-Regeln will Söder die Inzidenz als Richtwert durch weitere Kriterien zu ergänzen.

Bei der Neuberechnung komme es auf drei Faktoren an: Die Zahl der Infektionen, die Quote bei den Impfungen und die Zahl der Krankenhausbelegung, sagte der Politiker am Dienstag in der Bayern 2 „radioWelt“.

Wenn die Hospitalisierung gering bleibt, können Einschränkungen nicht gerechtfertigt werden.

Markus Söder

Vor der Bund-Länder-Konferenz zum weiteren Kurs in der Corona-Pandemie sprach sich Söder auch dafür aus, freiwillig Ungeimpfte und Geimpfte unterschiedlich zu behandeln. Auch erneuerte er seine Forderung, Corona-Tests für freiwillig Ungeimpfte kostenpflichtig zu machen.

Debatte um Inzidenz als Grenzwert für Corona-Einschränkungen -Zusätzliche Kriterien, wie Impfungen und Krankenhausbelegung, gefordert

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz Beschlüsse zur Ergänzung der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für Maßnahmen gegen Corona. „Mit zunehmender Impfquote müssen wir ein breiteres Spektrum berücksichtigen“, sagte Laschet am Dienstag im Düsseldorfer Landtag.

Auf der Grundlage verschiedener Indikatoren wie der Krankenhausbelegung und dem Impffortschritt gelte es, einen klaren Mechanismus für Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Dazu werde bei der Konferenz der Regierungschefs über einen Vorschlag beraten. „Ein erster Durchbruch wird am heutigen Tag gelingen“, sagte der CDU-Vorsitzende und Unions-Kanzlerkandidat. Krankenhausbelegung, Impfquote und Inzidenz reichten allein aber nicht aus. „Das muss weiterentwickelt werden“, sagte Laschet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Nachmittag mit den Ministerpräsident*innen der Länder über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie beraten. Eine Beschlussvorlage sieht strenge Corona-Testpflichten für Ungeimpfte in vielen Lebensbereichen vor.

afp/epd/dpa/jh

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