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Corona-Inzidenz in München steigt ungebremst ‒ Die verschärften Corona-Regeln im Überblick

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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.
Die Corona-Inzidenz in München steigt. Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht die Lage als „sehr, sehr dramatisch“ an. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Die 7-Tage-Inzidenz in München steigt sprunghaft an und die Intensivbetten werden knapp. Ab Dienstag gelten verschärfte Corona-Regeln in Bayern - Ein Überblick...

Die Corona-Inzidenz in München knackt die 400er-Marke. Am Dienstag meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 414,3. Am Vortag lag er noch bei 334,7 - am Freitag bei 124.

Laut DIVI-Intensivregister liegen am Dienstagmorgen 110 Corona-Patienten auf Intensivbetten in der Landeshauptstadt, davon müssen 58 invasiv beatmet werden. In den Uni-Kliniken, dem Klinikum rechts der Isar und dem Deutschen Herzzentrum kommt es am Dienstag zu Verdi-Warnstreiks.

Wegen der hohen Nachfrage nach Erst- und Booster-Impfungen braucht es bei den dauerhaften Corona-Impfstationen in München ab Dienstag einen Termin.

Corona-Inzidenz in München über 400 und die Intensivbetten werden knapp

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bezeichnete die Corona-Lage in München am Montag als „sehr, sehr dramatisch“. Die Kapazität der Intensivbetten in der Landeshauptstadt sei nur aufgrund des ausgerufenen Katastrophenfalls in Bayern noch nicht überschritten.

Zu den zuletzt wegen Personalengpässen deutlich zu niedrig angegebenen Corona-Zahlen in München sagte Reiter, die Werte würden voraussichtlich Ende der Woche wieder auf dem Laufenden sein. Er erwarte dann etwa 500 bis 600 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner.

Gesundheitsämter in Bayern überlasten mit Nachverfolgung von Corona-Kontakten

Die bayerischen Gesundheitsämter sind mit der Nachverfolgung von Corona-Kontakten immer häufiger überfordert. „In Landkreisen, in denen es sehr viele Infektionen gibt, können infizierte Personen unter Umständen nur mehr mit Zeitverzug vom Gesundheitsamt kontaktiert werden“, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Ob die im Fokus stehenden Kontaktpersonen immer rechtzeitig informiert würden, lasse sich nicht pauschal beantworten, hieß es im Ministerium. Das hänge auch vom Arbeitsaufkommen der einzelnen Gesundheitsämter ab. Die Fallzahlen dürften im Herbst und Winter weiter steigen.

Aktuell seien in Bayern zwar fast 4400 Menschen in der Kontakt-Nachverfolgung tätig, 900 mehr als noch vor zwei Wochen. Aber die Zahl der zu ermittelnden und zu informierenden Kontaktpersonen je Infiziertem sei deutlich höher als im vergangenen Jahr, als noch Kontaktbeschränkungen bestanden hatten.

Corona-Inzidenz von über 1000 in fünf Landkreisen in Bayern

Fünf Landkreise in Bayern melden derzeit eine Corona-Inzidenz von über 1000. Spitzenreiter ist der Landkreis Rottal-Inn mit 1280,8 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von einer Woche, wie das RKI am Dienstag mitteilte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Bayern lag am Dienstag bei 554,2. Bundesweit liegt sie bei 312,4.

Verschärfte Corona-Regeln in Bayern ab Dienstag - Maskenpflicht auch bei 2G

Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Zahlen gelten in Bayern ab sofort - von Dienstag an - noch einmal verschärfte Regeln, etwa 2G auch für Gastronomie und Beherbergungsbetriebe sowie eine Maskenpflicht auch in Bereichen, wo nur Geimpfte und Genesene Zugang haben.

Die verschärften Corona-Regeln in Bayern im Überblick...

Neue Corona-Regeln - Bayern führt 2G fast überall ein

Bei roter Krankenhaus-Ampel wie derzeit gilt nun auch in Gaststätten, in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben, dass nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt haben. Ein alternativer PCR-Test reicht also künftig nicht mehr aus.

Schon seit der vergangenen Woche gilt 2G für Theater, Kinos, Museen, Schwimmbäder und andere Freizeiteinrichtungen - lediglich Kinder unter 12 Jahren, für die noch keine Impfung zugelassen wurde, haben weiterhin so Zugang, und für 12- bis 17-Jährige gilt für sportliche und musikalische „Eigenaktivitäten“ eine Übergangsfrist bis Jahresende.

Bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren bleibt es bei 3G plus - Ungeimpfte haben also weiter Zutritt, aber nur mit einem negativen PCR-Test. Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, gelten dabei laut Gesundheitsministerium als getestet, brauchen also beim Friseur keinen negativen PCR-Test.

Maskenpflicht auch bei 2G

Es ist eine Reaktion auf die zunehmende Zahl von Impfdurchbrüchen: Auch in allen Bereichen, in denen nach der 2G-Regel nur Geimpfte und Genesene Zugang haben, gilt nun eine Maskenpflicht - es sei denn, der 1,5-Meter-Mindestabstand wird eingehalten. Die Maskenpflicht greift also bei Veranstaltungen aller Art, in Kinos, Theatern, aber auch in der Gastronomie (außer am Platz). Auch unter 3G-Plus-Bedingungen gilt die Maskenpflicht.

2G Plus in Clubs und Diskotheken in Bayern

Die Maskenpflicht gilt damit grundsätzlich auch in Clubs, Diskotheken und Bordellen - außer die Veranstalter und Betreiber verlangen zusätzlich einen Schnelltest von den Gästen (2G plus), dann kann auf die Maske auch weiterhin verzichtet werden.

Corona-Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen in Bayern

Wenn die Krankenhaus-Ampel auf Gelb oder Rot steht, müssen alle Beschäftigten, die nicht geimpft oder genesen sind, zweimal wöchentlich einen negativen PCR-Test oder an jedem Arbeitstag einen negativen Schnelltest vorlegen. Besucher, auch in Kliniken, müssen jedes Mal einen negativen Schnelltest vorlegen.

Feste Gruppen in Kitas in Bayern

Ab sofort sollen in den Kitas dreimal statt zweimal wöchentlich Corona-Tests angeboten werden. Wenn die Krankenhaus-Ampel auf Rot steht, sollen zudem wieder feste Gruppen eingerichtet werden.

dpa/lby/divi/rki/jh

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