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Corona München: Gesundheitsministerium mit Prognose zur vierten Welle - Aufruf zu Impfungen in den Ferien

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ruft zu Impfungen in den Sommerferien auf.
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ruft zu Impfungen in den Sommerferien auf.

Die 7-Tage-Inzidenz in München liegt weiterhin über 20. Das Gesundheitsministerium geht von einer vierten Welle in Bayern aus. Klaus Holetschek ruft speziell in den Sommerferien zu Impfungen auf.

  • Bayerns Gesundheitsminister ruft zu Covid-Impfungen in den Sommerferien auf
  • Markus Söder will mit Unionsländern über Schüler-Impfprogramm sprechen
  • Die Corona-Entwicklungen im Überblick

Update: 15.33 Uhr:

Söder will mit Unionsländern über Schüler-Impfprogramm sprechen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will mit den unionsgeführten Ländern rasch über seine Pläne für ein
Schüler-Impfprogramm gegen das Coronavirus sprechen. „Deshalb habe ich die Ministerpräsidenten der B-Länder vorsorglich für diesen Dienstag zu einer Schalte eingeladen“, sagte der CSU-Chef der „Augsburger Allgemeine“. Ob diese Schalte tatsächlich
stattfindet, stand nach Angaben eines Regierungssprechers am Sonntag noch nicht fest. „Außerdem brauchen wir dringend eine verbindliche Formel aus Inzidenzwert, Impfquote und belegten Krankenhausbetten, um zu wissen, ab wann Maßnahmen ergriffen werden müssen - und welche Rechte sich für Geimpfte daraus ergeben“, sagte Söder weiter.

Am Freitag hatte er bereits nach einer Klausur des Parteivorstands in Gmund am Tegernsee gesagt, dass er seine Bereitschaft für eine vorgezogene Bund-Länder-Konferenz an Bedingungen wie den Beschluss eines Schüler-Impfprogramms knüpft. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, die nächste, eigentlich erst für Ende August vorgesehene Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorzuziehen.

Söder stellt kostenlose Tests für Ungeimpfte zur Debatte

Zu den Bedingungen gehöre zudem eine Einreiseverordnung ab dem 1. August, sagte Söder. Den Plan des Bundes, eine Einreiseverordnung erst ab dem 11. September einzuführen, bezeichnete Söder als sinnlos, da dann die Sommerferien schon wieder vorbei seien. Gerade der Reiseverkehr in den Sommerferien werde aber vermutlich wieder ein Treiber bei den Corona-Infektionszahlen sein. Zudem müsse die Verordnung eine Testpflicht für alle Rückkehrer vorsehen, unabhängig vom Land, aus dem eingereist werde.

Der CSU-Chef stellte zudem die kostenlosen Tests für Ungeimpfte zur Debatte. „Klar muss sein: Wer ein Impfangebot hatte und dies bewusst ausschlägt, kann auf Dauer nicht mehr kostenlos getestet werden“, bekräftigte Söder.

Update: 14.45 Uhr:

München: Verstoß gegen Infektionsschutz - Polizei löst Party mit 500 Personen auf

Eine Party mit rund 500 Gästen hat die Polizei in München aufgelöst. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag schätzte man
die Situation in der Nacht an einer Brücke nahe der Isar aufgrund des hohen Wasserstands als gefährlich ein. Zusätzlich wäre der
Infektionsschutz nicht mehr gewährleistet gewesen, und die Teilnehmerzahl überschritt die derzeit erlaubte Anzahl für Treffen nach dem Infektionsschutzgesetz. Einige Partygäste leisteten Widerstand gegen die Beamten.

Update, 11 Uhr:

Steigende Zahlen: Bayern droht vierte Corona-Welle im Herbst

Für die nähere Zukunft rechnet das Gesundheitsministerium in München damit, dass die Urlaubssaison mit ihrem erhöhten Reiseverkehr auch zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen kann. Ein wesentlicher Indikator für die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus ausbreitet, ist die Reproduktionszahl. In Bayern liegt der R-Wert seit gut zwei Wochen wieder über 1, was
auf eine rasche Ausbreitung des Virus hindeutet.

Eine hypothetische Beispielrechnung: Der R-Wert für Bayern lag zuletzt bei etwa 1,2. So wären bei angenommenen 100 Infektionen am Freitag und unverändertem R-Wert nach dem „seriellen Intervall“ von vier Tagen am Dienstag 120 neue Coronafälle in Bayern zu erwarten. In die Zukunft gerechnet wären bei unverändertem R-Wert Ende August um die 500 Infektionen am Tag zu erwarten, Ende September um die 2500, und Ende Oktober/Anfang November bereits über 10 000 neue Fälle. Tatsächlich waren es am Freitag in Bayern nicht 100 neue Coronafälle, sondern laut RKI 247.

Eine hypothetische Beispielrechnung ist keine Prognose, da die tatsächliche Entwicklung von sehr vielen Faktoren abhängt, nicht nur vom R-Wert. Das RKI betonte am Donnerstag, dass sein jüngstes Szenario für den Herbst und Winter bloß eine mögliche Entwicklung aufzeigen soll. Aber: Im Frühjahr 2020 zeigten Modellrechnungen auf, dass im Herbst die zweite Welle drohte - wie sie dann auch tatsächlich eintrat.

Prognose für vierte Welle in Bayern: Weniger Kranke und weniger Tote

Noch aber sind die Fallzahlen niedrig. Deswegen können „lokale Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark“ schwanken lassen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München sagte. „Wie sich das Geschehen weiterentwickelt, kann nicht vorhergesagt werden und wird weiter beobachtet.“

Eine große Rolle bei der Ausbreitung des Virus spielt die Delta-Variante, die mutmaßlich ansteckender ist als andere Varianten.
Nach Angaben des RKI vom 14. Juli lag der Anteil der Delta-Variante an sämtlichen Neuinfektionen in Deutschland bis dahin bei knapp drei Viertel. „Es ist auf Basis der bisherigen Entwicklung davon auszugehen, dass der Anteil der Delta-Variante an der Gesamtzahl der Infektionen weiter zunimmt“, heißt es beim Gesundheitsministerium.

Die große Hoffnung: Dank Impfungen und einer steigenden Zahl von Genesenen schreitet die Immunisierung voran - deswegen geht die Staatsregierung „von einer durchschnittlich niedrigeren Morbiditäts- und Mortalitätsrate“ aus als im Jahr 2020. In die Alltagssprache übersetzt: Weniger Kranke und weniger Tote. Doch das ist keine Entwarnung. „Steigen die Infektionszahlen jedoch sehr stark an, steigt gleichzeitig das Risiko, dass es zu einer erhöhten Anzahl schwerer Erkrankungen kommt und die Hospitalisierungen wieder zunehmen“, sagte der Ministeriumssprecher. „Dieses gilt es zu vermeiden.“

Update, 10.43 Uhr:

Corona in Bayern: So sieht die Corona-Lage im Freistaat aus

Nicht nur in München sondern in ganz Bayern steigen die Neu-Infektionen wieder an. Im Freistaat haben sich nur in drei Regionen in den vergangenen sieben Tagen keine Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt: Es handelt sich dabei um die Städte Straubing und Schwabach und den Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landkreis Berchtesgadener Land mit 35,9 bayernweit am höchsten. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter in Bayern dem RKI binnen eines Tages 10 Corona-Neuinfektionen nach 220 am Samstag. Bayernweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen bei 10,9, im Bundesdurchschnitt bei 13,8.

Erstmeldung von 25. Juli, 9.15 Uhr:

Corona in München: 7-Tage-Inzidenz liegt bei über 20

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für München am Sonntag (Stand 3.13 Uhr) eine 7-Tages-Inzidenz von 20,4. Für den Landkreis gibt das RKI einen Wert von 14,8 an. In den vergangenen Woche sind die Zahlen der Neuinfektionen und somit auch die Werte der 7-Tage-Inzidenz stetig gestiegen. Noch Anfang der Woche lag die 7-Tage-Inzidenz für München bei 17,9.

Holetschek ruft zu Impfungen in den Sommerferien auf

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Menschen in Bayern dazu aufgerufen, sich trotz der
anstehenden Sommerferien gegen Corona impfen zu lassen. „Es war noch nie so leicht wie jetzt, eine Corona-Impfung zu bekommen“, sagte der CSU-Politiker in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung. „Corona macht keine Ferien, und auch unsere Impfangebote sind in den Ferien weiter für alle Impfwilligen offen. Dieser Sommer ist ein Impf-Sommer.“

Wer seinen Termin zur Zweitimpfung in den Sommerferien habe, solle diesen auch wahrnehmen, betonte Holetschek. Nur so sei ein voller Immunschutz gegen eine schwere Covid-Erkrankung möglich. „Das ist gerade mit Blick auf den Vormarsch der Delta-Variante und die seit gut zwei Wochen wieder steigenden Infektionszahlen immens wichtig.“

Die Pandemie sei noch nicht bezwungen, sagte Holetschek. Reisende sollten sich daher testen lassen und an die Quarantäne-Regeln halten. „Wir dürfen in Deutschland die Fehler des Sommers 2020 nicht wiederholen, der Reiseverkehr darf nicht wieder ein Treiber der Pandemie werden.“

Impfungen in München: Impfquote liegt bei über 50 Prozent

Bislang (Stand 23.7.) wurden in München insgesamt 1.512.241 Impfungen durchgeführt (833.403 Erst- und 678.838 Zweitimpfungen). Nach der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) soll die Corona-Schutzimpfung allen Personen ab 18 Jahren angeboten werden. Die Münchner Impfquote liegt damit, bezogen auf die Bevölkerung ab 18 Jahren, bei den Erstimpfungen bei 66,8 Prozent und bei den Zweitimpfungen bei 54,4 Prozent (Münchner Gesamtbevölkerung 56,2 % / 45,7 %).

Im städtischen Impfzentrum (inkl. mobile Teams und Außenstelle ISAR Klinikum) wurden insgesamt 415.214 Erst- und 344.011 Zweitimpfungen durchgeführt, in Arztpraxen wurden bisher 383.034 Erst- und 300.442 Zweitimpfungen verabreicht und auf das Personal der Münchner Kliniken entfallen 35.155 Erst- und 34.385 Zweitimpfungen.

+++ Alle weiteren Entwicklungen der Corona-Pandemie in München lesen Sie in unserem vorherigen News-Ticker. +++

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