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Verschärfte Corona-Regeln in Bayern ‒ Diese Maßnahmen gelten ab heute und sollen die vierte Welle brechen

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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt im bayerischen Landtag während einer Sondersitzung eine Regierungserklärung ab. Der bayerische Landtag berät über schärfere Corona-Regeln im Freistaat.
Die Corona-Regeln in Bayern werden ab Mittwoch verschärft. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Lockdown in Hotspots, Kontaktbeschränkungen und 2G - Bayern verschärft die Corona-Regeln. Söder warnt vor der drastischen Lage auf den Intensivstationen der Kliniken.

Die Corona-Zahlen in Bayern sind weiterhin hoch und die Maßnahmen werden wie angekündigt verschärft. Das Kabinett hat am Dienstag harte Corona-Regeln zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen, die nach der Zustimmung des Landtags ab Mittwoch gelten.

Für Ungeimpfte gelten Kontaktbeschränkungen, Bars und Clubs sind geschlossen, landesweit gilt flächendeckend 2G oder 2G Plus und in Corona-Hotspots mit einer 7-Tages-Inzidenz über 1.000 kommt es ab Donnerstag zu drastischen Einschränkungen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach in einer Regierungserklärung von einer drastischen Situation in der vierten Corona-Welle. „Obwohl Bayern mit das beste Gesundheitssystem Deutschlands und der Welt hat, droht die komplette Überlastung“, sagte der CSU-Chef am Dienstag in München. Landesweit gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch mit 644,3 an.

Verschärfte Corona-Regeln in Bayern - Drastische Situation in den Kliniken

Durch die steigende Zahl der Corona-Patienten, die Intensivbetten belegen, entstehe eine bislang unerreichte Konkurrenzsituationen in den Kliniken. Es bestehe daher die Gefahr, dass sich die gesamte medizinische Versorgung für alle verschlechtern könne.

Söder deutete an, dass die Verteilung von Intensivpatienten innerhalb Bayerns bald nicht mehr ausreichen könnte. Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in den Kliniken bereitet sich Bayern auf den Transport einer größeren Zahl von Intensivpatienten in andere Bundesländer vor. Für den Freistaat sei dazu inzwischen das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands aktiviert. Das teilte die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der Nacht zum Mittwoch mit.

Hauptursache für die hohen Infektionszahlen in Bayern sei die niedrige Impfquote, die sich auch bei anderen Impfungen in der Vergangenheit immer wieder offenbart habe, sagte Söder.

Die große Zahl Corona-Toter sei bedauerlich. „Wenn wir für jeden Corona-Toten in Deutschland eine Schweigeminute machen würden, brauchen wir ungefähr zehn Wochen dazu.“

Zudem kündigte Söder verstärkte Kontrollen der Corona-Regeln und harte Strafen bei Verstößen an.

Bayern verschärft die Corona-Regeln - Diese Maßnahmen gelten ab Mittwoch

Finanzielle Corona-Hilfe in Bayern für Kommunen, Künstler und Schulbusse

Finanzielle Hilfsprogramme in der Corona-Pandemie für Kommunen und Kulturschaffende sowie für Schulbusse sollen laut dem Kabinetts-Beschluss verlängert werden.

Konkret sollen weitere 330 Millionen Euro als Ausgleich für ausgefallene Gewerbesteuereinnahmen an die Städte und Gemeinden fließen. Im vergangenen Jahr flossen den Angaben der Regierung zufolge 2,4 Milliarden Euro als Ausgleich vom Freistaat und vom Bund.

Für Bayerns Künstler wird ein ganzer Strauß von Hilfsprogrammen verlängert - unter anderem für Soloselbstständige. Eine Summe nannte die Regierung jedoch zunächst nicht.

Die staatliche Förderung von Schulbus-Verstärkerfahrten, um übervolle Busse in Corona-Zeiten zu verhindern, wird bis vor den Osterferien verlängert. Die Staatsregierung werde den Verstärker-Einsatz mit 25 Millionen Euro bezuschussen.

Ob zusätzliche Busse bestellt werden, entscheide die jeweilige Kommune nach der Situation vor Ort. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung nach eigenen Angaben 56 Millionen Euro für die Verstärkerbusse zur Verfügung gestellt.

In Alten- und Pflegeheimen hilft die Staatsregierung kurzfristig mit mehr als 1,5 Millionen Schnelltests aus. Das Technische Hilfswerk soll die Tests rasch an die Kreisverwaltungsbehörden ausliefern.

Quelle: www.hallo-muenchen.de/dpa/lby/jh

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