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Rote Krankenhaus-Ampel und Rekord-Inzidenz in Bayern ‒ Söder erklärt die neuen Corona-Regeln

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Corona-Presse-Konferenz.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Corona-Presse-Konferenz. © Peter Kneffel/dpa

In Bayern gibt es immer weniger Intensivbetten. Aufgrund der hohen Corona-Inzidenz werden die Regeln verschärft und Maßnahmen an Schulen angepasst, wie Söder am Dienstag erklärt.

Rote Krankenhaus-Ampel und Rekord-Inzidenz in Bayern

Seit Montag steht die Krankenhaus-Ampel in Bayern auf Stufe Rot, weil auf den bayerischen Intensivstationen am Montag mehr als 600 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden mussten.

Die landesweite 7-Tage-Inzidenz steht am Dienstag nach Angaben der Robert-Koch-Institut (RKI) bei 348. Die bayerischen Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 6230 Neu-Infektion und 43 Todesfälle.

Vier Landkreise im Freistaat liegen demnach sogar über einer Corona-Inzidenz von 800 - ein bisher unerreichtes Niveau. Bundesweiter Spitzenreiter war der Landkreis Miesbach mit einer Inzidenz von 868,4.

Der Blick auf die Inzidenz zeigerauch: Es gebe ein sehr hohes Infektionsgeschehen bei sehr jungen Menschen, etwa deutlich über 400 bei Kindern und Jugendlichen. Aber auch bei den Altersgruppen über 60 und über 80 Jahre sei die Inzidenz hoch.

Der Maskenstandard war schon am Sonntag auf FFP2 erhöht worden. Die Intensivstationen liefen in Bayern voll, in einigen Regionen Südbayerns seien sie bereits bis auf die letzten Betten voll.

Die neuen Corona-Regel für die rote Krankenhaus-Ampel in Bayern

Nachdem die Krankenhaus-Ampel in Bayern aufgrund der hohen Corona-Zahlen auf Rot gesprungen ist, wurde sie auch schon wieder angepasst. Das Kabinett unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beschloss am Mittwoch einige Regeln an die aktuelle Lage anzupassen.

So wird die Corona-Maskenpflicht an Schulen bis auf unbestimmte Zeit verlängert Die nach den Herbstferien zunächst nur befristet geltende Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckung bleibe an allen Schulen im Freistaat „bis auf weiteres“ gültig, hieß es. Allerdings wurde die 2G-Regeln für Schüler und ihre Hobbys angepasst.

„Es gilt weitgehend 2G in Bayern“, sagte Söder nach der Sitzung in München. Er warnt vor einer verstärkten Konkurrenz um die Intensivbetten in den Krankenhäusern. Ungeimpfte Corona-Patienten stünden geimpften Herz- und Schlaganfallpatienten gegenüber, sagte Söder.

Keine Änderungen soll es dem Beschluss zufolge bei der Kostenübernahme der Corona-Tests in Bayern geben. Sowohl die PCR-Tests als auch die Antigenschnelltests bleiben nur in Ausnahmen kostenlos.

Söder betonte außerdem, dass die Corona-Kontrollen in Bayern massiv verschärft würden. Dazu werde die Polizei mit den Gesundheitsbehörden eng zusammenarbeiten. Verstöße würden streng geahndet.

Die rote Stufe der Corona-Ampel sieht zudem eine Testpflicht am Arbeitsplatz für Beschäftigte von Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern und den weitgehenden Ausschluss von Ungeimpften bei öffentlichen Veranstaltungen (2G) vor.

Auch bei roter Corona-Ampel in Bayern - Für Mitarbeiter in Hotels und Restaurants genügen auch Schnelltests

Mitarbeiter von Hotels, in der Gastronomie und körpernahen Dienstleistungen müssen ab Mittwoch nicht mehr zwingend zweimal pro Woche PCR-Tests durchführen lassen.

Pro Arbeitstag können die Beschäftigten in Bayern auch einen Antigenschnelltest vorlegen, beschloss das Kabinett am Dienstag. Die Erleichterung gelte sowohl, wenn die Corona-Ampel wie derzeit auf Rot stehe, als auch bei Gelb.

Söder will mehr Corona-Impfungen in Bayern gegen die vierte Welle

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle will Bayern die Booster-Impfungen weiter voran treiben. Die mehr als 80 Impfzentren in Bayern sollten wieder hochgefahren werden, alle über 60 Jahre alten Menschen würden direkt angeschrieben.

Es solle aber keine Priorisierung geben. „Es gibt keine Reihenfolgen. Wer kommt, wird geimpft“, sagte Söder. Niemand solle ohne Impfung zurück nach Hause geschickt werden.

Die Impfquote bei Erst- und Zweitimpfungen sei wieder ganz leicht steigend, sagte Söder. Er erwarte, dass durch die 2G-Regel bei Veranstaltungen - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - die Neigung zum Impfen noch einmal größer werde.

Er befürchte eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Deshalb dürfe es auch keine Häme denen gegenüber geben, die sich mit dem Impfen bisher noch schwergetan hatten. Er sprach sich erneut für eine Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen aus, etwa in der Pflege.

Söder: Geimpften-Status könnte nach neun Monaten verfallen

Söder tritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie dafür ein, dass wegen nachlassender Wirkung der Impfstoffe der Geimpften-Status nach neun Monaten verfällt. „Man sollte sich überlegen, ob nach neun Monaten fast automatisch ein Geimpften-Status nicht mehr gelten kann“, sagte Söder. Es müsse geprüft werden, ob der 2G-Status dann noch erhalten werden kann.

Er forderte die Ständige Impfkommission (Stiko) auf, dazu eine Meinung zu entwickeln. In Nachbarländern wie Österreich werde nach dieser Praxis verfahren.

dpa/lby/jh

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