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Kinder als Virenschleudern? Studie untersucht Auswirkung von Schulen und Kitas auf die Corona-Pandemie

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Schule während Corona
Schul- oder Kitabesuche sind mit Schutzmaßnahmen in Pandemiezeiten möglich, so ein Fazit der Studie. © Nicolas Armer/dpa

Die bayernweite Studie „COVID Kids Bavaria“ unter Münchner Führung zeigt, wie sich Schulen und Kitas auf die Corona-Pandemie auswirken. Das Ergebnis ist eindeutig.

Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sind kein Treiber der Pandemie. Zu diesem Ergebnis kam die Studie „COVID Kids Bavaria“, die gemeinsam von den sechs Universitätskinderkliniken im Freistaat durchgeführt wurde.

Die Wissenschaftler der repräsentativen Studie untersuchten dabei anhand von PCR-Testungen Kinder sowie Lehrer und Betreuer an 150 Krippen, Kindergärten und Schulen. Sie sammelten die Ergebnisse in drei Erhebungen seit Sommer 2020. Unter 7062 PCR-Tests wurden lediglich 13 positive Fälle entdeckt.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Studie zeigt Auswirkung von Schulen und Kitas auf Corona-Pandemie in Bayern

„Das Zahlen sind tatsächlich unspektakulär“, so Professor Christoph Klein, der mit Professor Johannes Hübner – beide vom Münchner LMU-Kinderklinikum – die Studie leitet. „Aber genau das ist die positive Nachricht. Wir haben keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, dass Kinder Virenschleudern sind. An keiner Einrichtung kam es zu einem Ausbruch. Das belegen auch die Ergebnisse zusätzlich durchgeführter Antikörpertests“. Die Inzidenzen korrelierten mit der damaligen Gesamtinzidenz in Bayern.

Professor Christoph Klein
Professor Christoph Klein © Andreas Steeger

Auch Hübner bekräftigte, dass es keinen Hinweis gebe, dass die Verbreitung der Viren unter den Kindern sich anders verhält als in anderen Lebensbereichen. Sein Fazit lautet daher: „Mit den entsprechend Schutzmaßnahmen ist ein Schul- oder ­Kita-Besuch auch in Zeiten der Pandemie möglich und sicher.“

Professor Johannes Hübner
Professor Johannes Hübner © Covid Kids Bavaria

Studie „COVID Kids Bavaria“ zu Corona in Schulen und Kitas

Die Studie beschäftigte sich nicht nur mit der Frage, wie das Virus sich in den Einrichtungen verhält und welche Folgen es für das Wohlbefinden der Kinder hat, sondern auch mit allgemeinen Fragen der Kindergesundheit. Die Auswertung der über 10 000 Fragebögen, die verteilt wurden, ist noch nicht abgeschlossen.

Es zeige sich aber bereits ein Trend: „Die Pandemie war sehr belastend für Kinder, Jugendliche und Eltern, die Kindergesundheit hat insgesamt gelitten, psychische und soziale Nöte sind gestiegen.“

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte bei der Präsentation der Studienergebnisse die gute Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik in Fragen rund um die Pandemie. „Die Unikliniken sind die Speerspitze und das Rückgrat im Kampf gegen Corona. Forschung rettet Leben und mindert Leid“. Der Freistaat unterstützt die Studie mit einer Million Euro.

Weil sich mit Omikron eine neue Variante ausgebreitet hat, können die Erkenntnisse aus der Studie zwar nicht 1:1 übernommen werden, aber Studien aus England oder Südafrika würden zeigen, dass Kinder auch mit Omikron keine Pandemietreiber sind.

Gabriele Uelses

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