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Knapp 30 Prozent der Corona-Tote in Bayern waren vollständig geimpft ‒ Darum ist eine Booster-Impfung sinnvoll

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Viele Geimpfte unter den Corona-Toten in Bayern, Darum ist die Booster-Impfung so wichtig. (Symbolbild)
Viele Geimpfte unter den Corona-Toten in Bayern, Darum ist die Booster-Impfung so wichtig. (Symbolbild) © Lino Mirgeler/dpa

Die Corona-Todesfälle in Bayern steigen ebenso schnell wie die Neu-Infektionen, darunter sind auch viele Geimpfte. Warum die Zahl mit Vorsicht interpretiert werden muss...

Unter der rasch steigenden Zahl von Corona-Toten in Bayern ist ein vergleichsweise hoher Anteil vollständig Geimpfter.

Nach Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) lag die Quote in den vier Wochen vom 4. bis 31. Oktober bei knapp 30 Prozent. 108 der insgesamt gezählten 372 Todesopfer hatten beide Impfungen erhalten, wie die Erlanger Behörde auf dpa-Anfrage mitteilte. In der ersten Novemberwoche war der Anteil mit gut 26 Prozent etwas niedriger - 23 der 88 Corona-Toten waren da vollständig geimpft.

Bayern hat mit 65,5 Prozent vollständig geimpfter Bürger die niedrigste Impfquote im Westen. Sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch diejenige der Corona-Todesfälle liegen derzeit weit über dem Bundesschnitt.

In den vergangenen Wochen hatten auch die Krankenhäuser über eine gestiegene Zahl vollständig geimpfter Intensivpatienten berichtet.

Mehr Geimpfte unter den Corona-Todesfällen in Bayern - Booster-Impfung besonders wichtig

Das LGL betonte indes, dass die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden müssten: Als Corona-Todesopfer zählt, wer mit dem Virus infiziert war. Das bedeutet aber nicht, dass Corona auch unbedingt die Todesursache ist.

Die Mehrzahl der Corona-Toten sind 80 und älter, dementsprechend litten viele auch an anderen Krankheiten. Einer Auswertung der Todesfälle nach Vorerkrankungen ist jedoch laut LGL nicht möglich.

Das LGL wies auch darauf hin, dass insbesondere die Älteren schon früh im Jahr geimpft worden seien. Damit steige das Risiko einer abnehmenden Immunität. Das mache Booster-Impfungen besonders wichtig.

Tatsächlich aber müssen sich die von den Kreisverwaltungsbehörden betriebenen Impfzentren und auch niedergelassene Ärzte logistisch erst wieder auf die anziehende Nachfrage nach Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen einstellen. Wobei eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu einer sogenannten Booster-Impfung für alle immer noch aussteht.

Doch auch dort, wo das längst stattfinden könnte und sollte, etwa in den Alten- und Pflegeheimen, läuft es mit den Auffrischungsspritzen nicht überall rund: Wohl etwa ein Drittel der Bewohner dürfte Schätzungen zufolge noch keine dritte Impfung erhalten haben.

Zahl der Corona-Toten in Bayern mit vollständiger Impfung steigt

Ganz aktuelle Zahlen zum Anteil der vollständig Geimpften unter den Corona-Toten in der zweiten Novemberwoche gab es am Sonntag noch nicht. Klar ist jedoch, dass die Zahl der Toten in Bayern ebenso schnell steigt wie die Zahl der Infektionen.

Laut Corona-Portal der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität wurden in den vergangenen sieben Tagen 309 Todesfälle im Freistaat gemeldet, was im Vergleich zu Mitte Oktober mehr als eine Verdoppelung bedeutet.

dpa/jh

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