Schwere Entscheidung

Was Triage in der Corona-Pandemie eigentlich bedeutet...

In einem Zimmer der Intensivstation wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt.
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In einem Zimmer der Intensivstation wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt.

In der Corona-Pandemie hat der Begriff Triage wieder an Aufmerksamkeit gewonnen. Was er bedeutet und auf welche zwei Szenarien sich Kliniken und Ärzte einstellen.

  • Was bedeutet der Begriff Triage?
  • Welche Bedeutung erlangt er in der Corona-Pandemie und der Katastrophenmedizin?
  • Auf welche Szenarien sich Kliniken und Ärzte vorbereiten...

Die Begriff Triage stammt aus der Kriegsmedizin und wird vielfach synonym zum Begriff Sichtung verwendet. Die Triage gewann erstmals in den napoleonischen Kriegen des 18. Jahrhunderts an Bedeutung. Die Bezeichnung kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie auslesen, auswählen oder sortieren.

Heute kommt die Triage in der Katastrophenmedizin, aber auch in der Intensivmedizin vor. Ärztinnen und Ärzte verwenden sie bei einem sogenannten Massenanfall von Verletzten. Dabei werden Patienten nach Dringlichkeit und Schwere der Erkrankung oder Verletzung sortiert.

Katastrophenmedizin und Triage in der Corona-Pandemie

Vereinfacht gesprochen werden sie dabei in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Menschen, die keiner Behandlung bedürfen.
  • Patienten, die keiner Behandlung mehr bedürfen, weil sie sterben werden.
  • Patienten, die medizinisch versorgt werden müssen und auch davon profitieren.

In der Katastrophenmedizin geht es einem Leitfaden des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zufolge um die Handhabung schwerer Schadensereignisse mit einer Vielzahl von Hilfebedürftigen unter Zeitdruck und ungünstigen Umweltbedingungen sowie Ressourcenknappheit.

Vorhandene Kapazitäten und Hilfskräfte reichen nicht aus, um alle Betroffenen gleichzeitig optimal zu versorgen. Deswegen müssen Behandlungsprioritäten festgelegt werden.

In der Notfallmedizin werden normalerweise diejenigen Patienten als erste versorgt, die am dringendsten Hilfe benötigen und am schwersten verletzt oder erkrankt sind.

In der Katastrophenmedizin kommt es zu einer anderen Prioritätensetzung: Dann wird jener Patient als erstes versorgt, dessen Überlebenschancen höher eingeschätzt werden.

Triage in der Corona-Pandemie - Auf was sich Kliniken und Ärzte vorbereiten

In der Corona-Pandemie stellen sich Kliniken und Ärzte auf zwei Szenarien ein:

Auf sehr viele Patienten in ähnlich kritischem Zustand, die alle ohne Beatmungsgerät nicht überleben, wobei es allerdings nicht genügend Beatmungsgeräte gibt - die sogenannte Ex-ante-Triage. Ein Zustand, in dem Ärzte nach medizinethischen Kriterien entscheiden müssen.

Die sogenannte Ex-post-Triage ist ein noch schwerwiegenderes ethisches Dilemma. In diesem Szenario sind alle Beatmungsgeräte in Gebrauch, es kommen aber weiterhin Patienten ins Krankenhaus, die auch beatmet werden müssen. Dann könnten Mediziner unter Umständen vor der Entscheidung stehen, einen Patienten vom Beatmungsgerät zu nehmen, um einen anderen zu behandeln. Eine Situation, in der der Staat nicht vorschreiben dürfe, wie Ärzte sich entscheiden sollen, schreibt der Ethikrat in einer Stellungnahme. Der Staat dürfe Leben nicht gegeneinander abwägen.

epd/jh

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