Ein Plädoyer gegen Neubauten

Der Bezirksausschuss wehrt sich gegen geplante Änderungen am Pfanzeltplatz

Von Roman Wintz

Der Pfanzeltplatz bietet mit seinen historischen Gebäuden ein Stück altes München. Diese sollen nun weichen, um teuren Wohnraum zu schaffen.

Der Pfanzeltplatz in Ramersdorf-Perlach soll neu gestaltet werden. Dazu sind tiefgreifende Änderungen auf dem idyllischen Platz nötig, gegen die sich die Perlacher vehement wehren.

„Task Force Pfanzeltplatz“. Unter diesem Namen hat der Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach im Juni diesen Jahres eine Einsatzgruppe bei der Stadt beantragt, die „in Form eines Workshops Ideen und Verbesserungsvorschläge für den derzeitigen Zustand des Pfanzeltplatzes, aber auch die Entwicklung weiterer Planungsmöglichkeiten- und vorgaben für die zukünftige Entwicklung des Ortskerns erarbeiten soll.“ Die Task Force solle mit Vertretern aus den betroffenen Referaten einerseits sowie mit dem Vorsitzenden des BA Ramersdorf-Perlach, Thomas Kauer (CSU) und den Vorsitzenden der betroffenen Unterausschüsse sowie den Vorsitzenden der im BA Ramersdorf-Perlach vertretenen Fraktionen besetzt werden, heißt es im Antrag.

Das Vorhaben seitens der Lokalpolitiker scheint gut durchdacht und nachvollziehbar, angesichts des idyllischen Örtchens mit seinem dörflichen Charakter, den die Bürger verständlicherweise nicht aufgeben möchten. Die Stadt München allerdings scheint kein so großes Interesse an diesem historischen Flecken zu haben.

Bisher gebe es laut BA-Gremium keine Resonanz zur beantragten „Task Force Pfanzeltplatz“, außerdem seien frühere Ortstermine zur Ordnung der Parksituation im Sande verlaufen. Um der Stadt endgültig klar zu machen, wie viel Herz der Bürger und Bezirksausschuss-Mitglieder in diesem Platz steckt, haben die Fraktionen der CSU, der Grünen und SPD/Die Linke des BA Ramersdorf-Perlach erneut einen Antrag zum Thema Pfanzeltplatz gestellt – dieses Mal in Form eines Zwölf-Punkte-Plans.

Der konkret ausgearbeitete Plan sieht Maßnahmen vor, wie beispielsweise die westliche Fahrbahn für motorisierten Verkehr zu sperren (und dafür nur die östliche zu nutzen), einen autofreien Schulweg zu schaffen und eine Ausweisung als Fußgängerzone zu prüfen. Auch die Parkmöglichkeiten sollen geändert werden, zum Beispiel durch Kurzparkplätze, das gänzliche Wegfallen oder die Schaffung eines Behindertenparkplatzes.

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Des Weiteren wird die Stadt dazu aufgefordert „für den Bereich des Pfanzeltplatzes sowie der dort befindlichen Teilbereiche der Hofmarkstraße und Schmidbauerstraße eine Satzung zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart des Gebietes aufgrund seiner städtebaulichen Gestalt zu erlassen“, so die Fraktionen. Verschönerungsmaßnahmen sollen in Form von Bänken, Pflanzentrögen und Stadtmobiliar realisiert werden. Für die beschriebenen Maßnahmen würde der BA Ramersdorf-Perlach 30.000 Euro aus seinem Budget des Jahres 2022 reservieren.

Die Stadt München hat nun bis Mitte Februar Zeit, sich Gedanken über die Zukunft des Pfanzeltpaltzes zu machen. In Anbetracht des hohen Energieaufwandes der Perlacher bleibt es spannend, ob sich die Stadt für oder gegen sie entscheidet.

Roman Wintz

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