Viel Farbe und mehr Licht für den Tunnel

Die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer am Ostbahnhof hat eine Verschönerung nötig

Links und rechts neben einem Tunneleingang befinden sich grün-rote Schmierereien.
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Bisher ist die unterirdische Verbindung zwischen Berg am Laim und Haidhausen alles andere als anschaulich. Das soll sich nun ändern.

Dass die Unterführung Ostbahnhof neu gestaltet werden muss, steht für den Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim fest. Auch der BA Haidhausen hat grünes Licht gegeben.

In München gibt es schönere Orte als die Bahnunterführung Orleansstraße/Friedenstraße am Ostbahnhof, die Berg am Laim mit Haidhausen verbindet. Über zirka 160 Meter erstreckt sich ein dunkler Tunnel, der mit zahlreichen Schmierereien und Gerüchen eher ausladend als einladend wirkt.

An den Wänden finden sich eilig hingeschmierte Satzfragmente ohne künstlerischen Anspruch, die rasch fertig werden mussten, bevor die Polizei in zivil auftaucht. Unter den Schriftzügen sind auch Hassbotschaften, Beleidigungen und Gewaltfantasien zu lesen. Durch eine Neugestaltung soll damit nun endlich Schluss sein. Und sogar einen Namen trägt das Projekt der Tunnel-Umgestaltung: „Mehr Liebe, weniger Hass“.

„Die Unterführung ist sehr dunkel und wirkt gefährlich. Deshalb sollte, bevor mit einer Bemalung begonnen wird, die Lichtsituation verbessert werden“, sagte Thomas Höhler, BA-Mitglied der CSU in Berg am Laim. Der stellvertretende Vorsitzende Fabian Ewald, ebenfalls von der CSU, fügte hinzu, dass der Hauptsinn der Unterführung in der verkehrlichen Funktion liege. „Erst in zweiter Reihe kommt der künstlerische Anspruch.“ Deshalb sehe auch er eine gute Beleuchtung als Grundvoraussetzung.

Hubert Kragler von den Grünen meint mit scherzhaftem Unterton, die längste Galerie der Welt möge auch gepflegt werden. „Das wird nicht günstig. Dadurch entstehen fortlaufende Kosten.“ Der erste Abschnitt am Eingang Haidhausen soll zu einer städtischen und lebendigen Galerie werden. Im zweiten Abschnitt ist vorerst ein fließender Farb-

verlauf oberhalb des Natursteins geplant, der mit weiteren kreativen Ideen gefüllt werden kann. „Für die Zeit der Reinigung und Gestaltung muss die Unterführung geschlossen sein“, sagte die SPD-Politikerin Regine Ewald. Am sinnvollsten sei es daher, ein Nachtkonzept zu entwickeln.

Der BA-Vorsitzende von der SPD, Alexander Friedrich, befürworte das Projekt grundsätzlich. „Der BA Haidhausen unterstützt das Projekt vollumfänglich. Ich möchte allerdings ohne den BA nicht einwilligen“, so Friedrich. Er nehme es zur Kenntnis, ein Entwurf über das Budget und das weitere Vorgehen folge zeitnah. Auch die Bahn stehe der Idee nicht prinzipiell ablehnend gegenüber.

Roman Wintz

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