1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Falsche Polizisten erbeuten durch Schockanruf mehrere zehntausend Euro

Erstellt:

Von: Andreas Schwarzbauer

Kommentare

In Pasing durchbrach ein Autofahrer mit seinem Wagen einen Zaun und landete in einem Garten.
Falsche Polizeibeamte haben einen Senior per Telefon zur Herausgabe von Bargeld und Schmuck gebracht. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Um eine vermeintliche Haftstrafe für seine Tochter zu verhindern, übergibt ein 90-Jähriger Münchner Geld und Schmuck am Promenadeplatz - an einen Betrüger

München - Ein 90-jähriger Münchner ist um mehrere zehntausend Euro betrogen worden. Er übergab Schmuck und Bargeld an einen falschen Polizisten.

Am Freitagmittag erhielt der 90-Jährige einen Anruf von einer unbekannten Frau, die sich als seine im Ausland lebende Tochter ausgab. Sie bat ihn um Bargeld, um eine Haftstrafe abzuwenden, da sie angeblich einen Unfall verursacht habe, bei dem eine Person gestorben und ein Kind schwer verletzt worden waren. Die Anruferin gab an, das Geld zu benötigen, um eine Haftstrafe abzuwenden.

Kurze Zeit später erhielt der Senior einen weiteren Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Dieser forderte ihn auf, Bargeld und Schmuck an einen Mitarbeiter zu übergeben. Als Übergabeort wurde der Promenadeplatz in München vereinbart. Der Münchner fuhr dorthin und übergab gegen 13 Uhr einem Mann, der sich als Mitarbeiter des AG Münchens ausgab, Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro. Der unbekannte Täter verließ den Promenadeplatz in Richtung Pacellistraße.

Junger Mann bei Unfall in Freimann aus Auto geschleudert

Der 90-Jährige fuhr wieder nach Hause und erhielt dort einen .weiteren Anruf des angeblichen Polizeibeamten, welcher ihn

zu einer weiteren Zahlung aufforderte. Er sollte in Richtung Ingolstadt zu einem weiteren Übergabeort fahren. Als sich der 90-Jährige auf den Weg machen wollte, erhielt er einen Anruf von seiner echten Tochter und der Betrug flog auf.

Ehemaliger Mönch heiratet Mann kirchlich

Der Münchner begab sich im Anschluss auf die Wache einer Münchner Polizeiinspektion und erstattete Anzeige. Die AG Phänomene der Münchner Polizei übernahm die weiteren Ermittlungen.

Der unbekannte Abholer wurde wie folgt beschrieben werden: ein 1,75 Meter großer Mann mit normaler Statur. Er trug eine braune Lederweste. Wer im angegebenen Zeitraum im Bereich Promenadeplatz und Pacellistraße etwas beobachtet hat, soll sich unter Telefon 089/2910-0 bei der AG Phänomene des Polizeipräsidiums München oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Es war nicht der einzige Fall in der jüngeren Vergangenheit. Die Polizei ermittelt derzeit nach einer wahren Welle von Betrugsanrufen.

Hinweise der Polizei

Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte und auch andere angebliche Amtspersonen (Richter, Staatsanwalt, etc.) verwenden häufig den Trick, dass ein Familienmitglied oder Angehöriger einen schweren Unfall verursacht hat und nun zur Abwendung einer Haft eine entsprechende Kaution fällig sei. Vergewissern Sie sich durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde.

Weitere Tipps:

• Halten Sie in allen Fällen telefonische Rücksprache zu Ihrer Familie/Angehörigen.

• Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.

• Die Polizei oder vergleichbare Amtspersonen werden Sie niemals um die Aushändigung von Geld oder sonstigen Wertsachen bitten.

• Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung.

• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

• Übergeben Sie grundsätzlich niemals Geld an fremde Personen und stellen Sie auch niemals Wertgegenstände zur Abholung vor die Tür.

Auch interessant

Kommentare