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Fans des FC Bayern München protestieren weiter gegen Katar

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Beim Spiel gegen Freiburg haben Münchner Fußballfans den FCB-Präsidenten Herbert Hainer (rechts) und den Vorstandvorsitzenden Oliver Kahn wegen der Beziehungen zu Katar kritisiert.
Beim Spiel gegen Freiburg haben Münchner Fußballfans den FCB-Präsidenten Herbert Hainer (rechts) und den Vorstandvorsitzenden Oliver Kahn wegen der Beziehungen zu Katar kritisiert. © Eibner-Pressefoto/Sascha Walther/dpa

Katar wird Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen, doch die Fluglinie des Emirats prangt als Sponsor auf den Trikots des FC Bayern München.

Der Schriftzug der Fluglinie „Qatar Airways“ prangt beim FC Bayern seit 2018 auf den Ärmeln des Trikots. Für viele Fans ist das ein Problem, denn das Unternehmen ist zu 100 Prozent in Eigentum des Emirats Katar, dem Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen werden.

Der Mainzer Michael Ott hat nun für die Mitgliederversammlung am Donnerstag, 25. November, einen Antrag erarbeitet, in dem er fordert, den Sponsoring-Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt auslaufen zu lassen.

Fans des FC Bayern München protestieren gegen Sponsoring-Vertrag mit Fluglinie des Emirats Katar

Unterstützt wird Ott dabei von Justin Kraft, Chefredakteur des FC-Bayern-Blogs „Miasanrot.de“. Der Münchner meint, dass sich der Club unglaubwürdig macht: „Einerseits wird behauptet, man stehe für Werte wie Offenheit, Toleranz und Menschlichkeit ein. Andererseits wird ein millionenschwerer Deal mit einem Unternehmen abgeschlossen, das von einem Staat kontrolliert wird, der Menschenrechte mit Füßen tritt.“

Justin Kraft
Justin Kraft von „Miasanrot.de“ © Miasanrot

Der ehemalige Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge rechtfertigte sich beim WDR damit, dass das Geld aus dem Sponsoring notwendig sei, um „die Spieler zu bezahlen, damit man auch gute Qualität auf dem Platz hat“.

Kraft kann das nicht nachvollziehen: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass der FC Bayern clever und groß genug ist, um erstens ohne diesen Sponsoring­vertrag klarzukommen und zweitens einen Ersatz zu finden, der mindestens einen großen Teil des Verlusts abdecken kann.“

Ärger um Sponsoring-Vertrag des FC Bayern München mit dem Emirat Katar

Der FC Bayern verweist zudem darauf, dass man nur durch einen Dialog die Verhältnisse ändern könne. „Wir stehen für einen Wandel durch Annäherung“, sagte Präsident Herbert Hainer bei einem Mitglieder-Dialog.

Kraft glaubt das nicht: „Durch das Sponsoring hat man sich aus meiner Sicht abhängig gemacht.“ Deshalb könne der Club das Land überhaupt nicht zu Veränderungen drängen.

Kraft glaubt zwar nicht, dass der Verein wegen des Antrags seine Geschäfte mit Katar auslaufen lassen wird. „Der Club hat immer Lösungen gefunden, der Kritik auszuweichen.“

Dennoch sei der Versuch schon jetzt ein Erfolg: Das mediale Interesse sei riesig. Dadurch würden sich auch mehr Fans als bisher mit dem Thema auseinandersetzen. Der FC Bayern äußerte sich auf Anfrage nicht.

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