Angst vor dem Kollaps

Feldmoching: Bürger äußern bei digitaler Info-Veranstaltung zum Lerchenauer Feld Bedenken - Viele Fragen zum Verkehr

Am Lerchenauer Feld in Feldmoching entstehen 1650 neue Wohnungen. Die Gebäude sollen eine Höhe von vier bis sieben Geschossen haben und sich gut in die umgebende Bebauung einfügen.
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Am Lerchenauer Feld in Feldmoching entstehen 1650 neue Wohnungen. Die Gebäude sollen eine Höhe von vier bis sieben Geschossen haben und sich gut in die umgebende Bebauung einfügen.

Bei einer digitalen Info-Veranstaltung zum Lerchenauer Feld in Feldmoching konnten Bürger ihre Bedenken zum Bauvorhaben äußern. Fragen zum Verkehr überwiegen.

  • Am Lerchenauer Feld in Feldmoching entsteht in den kommenden Jahren ein neues Wohnquartier.
  • Der Stand der Planung wurde den Bürgern nun in einer digitaler Info-Veranstaltung präsentiert.
  • Fragen und Bedenken zum Verkehr überwiegen.

Feldmoching - Auf 24 Hektar entstehen am Lerchenauer Feld in Feldmoching 1650 Wohnungen, ein Schulcampus mit Gymnasium und Grundschule, sechs Kindertageseinrichtungen, ein Pflegeheim, ein Marktplatz sowie ein drei Hektar großer Grünzug. Der Stand der Planungen wurde den Bürgern nun in einer digitalen Info-Veranstaltung präsentiert.

Lerchenauer Feld in Feldmoching: Bürger äußern Bedenken zum Projekt - Viele Fragen zu Verkehr und Schulcampus

Der BA-Vorsitzende Rainer Großmann (CSU) fand zunächst lobende Worte für das Projekt: „Der Schulcampus wird vom BA sehr begrüßt. Das Gymnasium ist eine langjährige Forderung.“ Gleichzeitig mahnte er aber auch: „Wir benötigen ein Verkehrskonzept für das Quartier und den Münchner Norden.“

Der BA-Vorsitzende in Feldmoching-Hasenbergl, Rainer Großmann (CSU).

Das Thema Verkehr beschäftigte auch die Bürger am Abend: Ob öffentliche Anbindung, Höhenfreimachung der drei Bahnübergänge im Bezirk oder die Auswirkungen der anderen großen Bauvorhaben in Feldmoching, wie an Rahein- und Ratoldstraße oder an der Hochmuttinger Straße - Verkehrsfragen hagelten im Minutentakt im Chat ein. Es war den Bürgern anzumerken, dass sie einen Verkehrskollaps fürchten.

Steffen Kercher vom Planungsreferat erklärte: „Bereits heute herrscht dort ein hohes Verkehrsaufkommen, vor allem wegen der drei Bahnübergänge. Deren Höhenfreimachung würde den Verkehr selbst ohne das Quartier stark erhöhen.“ Daher müsse der Verkehr reduziert werden. „Eine Tram-Linie wird vom U-Bahn-Halt Am Hart in das Quartier fahren.“ Auch sollen mehrere Buslinien das Gebiet anbinden. Zudem seien drei Quartiers-Garagen und mehrere Zwei-Richtungs-Radwege geplant. Die wichtigste Erkenntnis: „Der Verkehr könnte sogar ohne höhenfreie Bahnübergänge fließen“, so Kercher.

Der Zeitplan dürfte aber eine Herausforderung werden. „Wir rechnen damit, dass 2023 Baurecht geschaffen wird und der Bau der ersten Wohnungen 2025 oder 2026 beginnt“, erklärte Kercher. Es könnten keine genauen Angaben zur Dauer der Arbeiten an den Bahnübergängen gemacht werden, wie Vertreter des Mobilitätsreferats erklärten. Die Trambahn werde wohl nicht bis zur Fertigstellung des Gebiets fahren, weswegen hier mit einem Bus als Vorreiter geplant werden müsse.

Lerchenauer Feld in Feldmoching: Redebedarf im BA wegen Verkehr und Schulcampus - Alle Bürger-Fragen werden beantwortet

Weitere Fragen befassten sich mit der verkleinerten Grundschule oder den Ausgleichsflächen für die Bebauung. Die Schule sei laut Kercher aufgrund des größeren Grünzuges und der Neuordnung des Marktplatzes inklusive Tram-Haltestelle von sechs- auf vierzügig verkleinert worden. Die Größe sei aber ausreichend. Christina Kühnau vom Planungsreferat versicherte, dass bei den elf Hektar Ausgleichsfläche alle Artenschutzmaßnahmen ergriffen würden. Wo diese entstehen, wurde nicht gesagt.

Wie das Planungsreferat auf Hallo-Anfrage ankündigte, werden die Fragen, die während der Veranstaltung nicht beantwortet wurden, bald online nachgereicht: „Eine zeitnahe Beantwortung der Fragen ist vorgesehen und wird baldmöglichst zusammen mit den Modellen und Skizzen auf der Projektseite im Internet veröffentlicht werden“, erklärt Sprecher Thorsten Vogel.

Redebedarf bezüglich Verkehrsplanung und Schulcampus gebe es auch im BA, erklärte Großmann. Dort möchte das Planungsreferat dieses Jahr den Stand des Projekts erneut präsentieren.

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