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Beitrag zum Klimaschutz und Öko-Lebensraum

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Viele Wünsche hat der Bezirksausschuss Trudering-Riem zur geplanten Parkmeile Trudering-Neuperlach.
Viele Wünsche hat der Bezirksausschuss Trudering-Riem zur geplanten Parkmeile Trudering-Neuperlach. © oh

Gleich zwei Anträge zur geplanten Parkmeile Trudering – Neuperlach hatte der Bezirksausschuss Trudering-Riem auf dem Tisch. Die Grünen forderten, kontinuierlich weiter zu planen und das Vorhaben zügig baulich umzusetzen. Die SPD-Fraktion wünscht, dass die Parkmeile frühzeitig „barrierefrei“ geplant werden soll. Trennungen sollen überwunden und neue Verbindungswege geschaffen werden.

„Die Bezirksausschüsse 15 und 16 begrüßen ausdrücklich die aktuellen Planungen des Referats für Stadtplanung und Bauordnung zur Parkmeile Trudering – Neuperlach als wichtigen Baustein der Konzeption ,Freiraum München 2030‘“, heißt es in dem Antrag der Grünen. Beide Bezirksausschüsse würden sich einen ambitionierten weiteren Planungsprozess mit engagierter Bürgerbeteiligung und anschließend eine zügige bauliche Umsetzung der Planungen wünschen. Dabei setzt der BA eigene Schwerpunkte. So soll möglichst eine durchgängige und breite Grünverbindung mit weitgehend hoher ökologischer Wertigkeit entstehen. Ebenso wünscht sich das Gremium eine durchgehende verkehrssichere und attraktive Wegeverbindung für den Fuß- und Radverkehr. Außerdem fordert das Truderinger Stadtteilparlament den Verzicht auf eine bauliche Erweiterung Neuperlachs in Richtung Osten, nördlich der Putzbrunner Straße, damit die grüne Parkmeile nicht zu sehr eingeschränkt wird. Eine möglichst attraktive Weiterführung der Wegeverbindungen ins Freizeitgebiet Hachinger Tal sei ebenfalls wünschenswert. Insbesondere im Zuge des Neubaus des U-Bahn-Betriebshofes müsse dabei Wert auf eine gute Verbindung gelegt werden sowohl für die Grünvernetzung als auch für die Wegeverbindungen an Arnold-Sommerfeld-und Carl-Wery-Straße. Eine weitere Forderung des Bezirksausschusses zielt auf ein Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Radwegeverbindung entlang der Friedrich-Creuzer-Straße zwischen Friedenspromenade und Alexisquartier, unabhängig vom Zeitplan der Parkmeile, insbesondere im Hinblick auf den Schulweg vom neuen Quartier zum Truderinger Gymnasium hin. Vor Eröffnung der neuen Franz-Heubl-Straße im Alexisquartier und des zu erwartenden steigenden Verkehrsaufkommens sei eine Verbesserung der bereits jetzt schwierigen Situation dringend notwendig. Eine Nutzung des verbleibenden Grünstreifens südlich des Alexisquartiers für die Parkmeile zur Durchgängigkeit für Fuß- und Radverkehr müsse sichergestellt werden. Zudem stelle sich die Frage, ob die Flächen, die ursprünglich für die Südanbindung Perlach (SAP) zwischen Neuperlach Süd und der Neubiberger Zwergerstraße gedacht waren, der Parkmeile endgültig zugeordnet werden können.

Die geplante Parkmeile wäre eine ökologische Aufwertung und wichtige durchgehende Grün- und Wegeverbindung vom Riemer Park bis ins Hachinger Tal. „Konsequent für die Realisierung dieses auf Dauer angelegten Grünvernetzungsprojekt ist aber, dass es durch keine großen neuen Straßenbauprojekte beeinträchtigt wird“, erklärt Herbert Danner (Grüne). Beide Bezirksausschüsse würden davon ausgehen, dass die Ständlerstraße so bleibe, wie sie jetzt ist, also nicht ausgebaut oder verlängert werde, und die Südanbindung Perlach zwischen Neuperlach Süd und der Neubiberger Zwergerstraße ebenfalls nicht verwirklicht werde.

Forderungen zur geplanten Parkmeile Trudering – Neuperlach hat auch die SPD im Truderinger BA. Sie verweist darauf, dass der Grünzug vor allem auf Truderinger Flur mit der Bahnlinie München–Rosenheim und der Wasserburger Landstraße sowie auf Waldperlacher Flur mit der Putzbrunner Straße von drei großen Verkehrsachsen gequert werde, die für Fußgänger und Radfahrer trennende Barrieren darstellen würden. „Wie lassen sich diese Barrieren am besten überwinden beziehungsweise unter- oder überqueren“, fragte Fraktionssprecherin Eva Blomberg. Die vielbefahrene Putzbrunner Straße in Wald- und Neuperlach trenne den Truderinger Wald vom Gefilde. Es solle deshalb geprüft werden, ob der Grünzug der Parkmeile in nördlicher Richtung auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerks mit dem Grünzug in südlicher Richtung im Bereich des Gefildes durch den Bau einer begrünten Landschaftsbrücke verbunden werden könnte. Damit wäre die Barriere „Putzbrunner Straße“ überwunden. Als kurzfristige Lösung könnte nach Ansicht der Sozialdemokraten eine Querungshilfe für Fuß- und Radverkehr eingerichtet werden.

Auch in Trudering soll, so eine weitere SPD-Forderung, die vielbefahrene Wasserburger Landstraße im Bereich der Kreuzung Friedenspromenade/Schwablhofstraße neu gestaltet werden. Die Kreuzung solle umgebaut werden. Die Überlegungen zur Parkmeile müssten darüber hinaus in die Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Tram von der St.-Veit-Straße bis Haar sowie die Rahmenplanung zur Wasserburger Landstraße mit einfließen. Auf der Höhe der Parkmeile sei zu prüfen, ob an der Wasserburger Landstraße eine Über- oder Unterquerung durch eine Straßenunterführung, Landschaftsbrücke oder einen Steg realisierbar wäre.

Die Rahmenplanung Wasserburger Landstraße sieht perspektivisch die Weiterentwicklung der Randbebauung an der B304 vor. „Wie lässt sich der Grünzug als Bindeglied zwischen dem Riemer Park und der Friedenspromenade parallel zur Schwablhofstraße optimal gestalten“, fragt die SPD-Fraktion. Inwieweit das Gelände, auf dem heute der Baumarkt Obi mit seinen Parkplätzen angesiedelt ist, durch Wohnbebauung ersetzt werde, sei noch nicht absehbar. Bei zukünftigen Planungen sei, wie im Bericht zur Rahmenplanung bereits dokumentiert, ein möglichst breiter Grünstreifen als Bestandteil der Parkmeile vorzuhalten.

Bei der Neuerrichtung des geplanten S-Bahnhalts Schwablhofstraße/Rappenweg (zukünftige Haltestelle Riemer Park) im Rahmen der Erschließung des Wohngebiets am Rappenweg sei ein Umbau der Bahnunterführung an der Schwablhofstraße notwendig. Auch an dieser Stelle solle sich die Stadt frühzeitig dafür einsetzen, auch in Kooperation mit der Deutschen Bahn, die Unterführung so zu verbreitern und als Bestandteil der Parkmeile zu integrieren, dass sich Fußgänger und Radfahrer schnell und barrierefrei vom Riemer Park zur Friedenspromenade und umgekehrt bewegen könnten.

Bei allen Planungen gelte es, frühzeitig erweiterte Grünflächen und mögliche Verbindungswege der Parkmeile zu integrieren. „Die Parkmeile ist ein wichtiger Beitrag für mehr Klimaschutz und als ökologischer Lebensraum steigert das grüne Band den Naherholungswert im Münchner Osten“, so die SPD in ihrem Antrag. „Sie entfaltet ihre Vorteile zur Gänze, wenn ein durchgängiger Grünzug ohne Barrieren geschaffen wird, in dem sich Fußgänger und Radfahrer gefahrlos bewegen können. So wird sie auch zu einem verbindenden Faktor für die Stadtbezirke.“ Entlang der Parkmeile werde zudem der Schulweg zum Truderinger Gymnasium und die Schulweg-Anbindung zum neuen Schulcampus in der Messestadt sicherer.

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