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Ludwigstraße als Feiermeile: (K)eine Party für alle?

Die Ludwigstraße als Feiermeile am Tag der Deutschen Einheit 2012.
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Die Ludwigstraße als Feiermeile am Tag der Deutschen Einheit 2012.

Eine Feiermeile auf der Ludwigstraße: Das soll nun die Verwaltung nach einem Beschluss des Stadtrats prüfen. Das sagen Polizei, MVG und Gastro zu den Plänen.

  • Nach einem Dringlichkeitsantrag im Stadtrat prüft die Verwaltung, wie man Partymeile umsetzen könnte
  • Jugendorganisation begrüßt Vorschlag, fordert aber auch Mitspracherecht für junge Menschen
  • Kritik und Unverständnis kommt aus Reihen der Ladeninhaber und Gastronomen

München - Angebote statt Verbote: Das will die Rathaus-Koalition aus SPD/Volt und Grünen/Rosa Liste für feiernde Jugendliche. Dazu soll die Party auf die Ludwigstraße verlegt werden, die von Odeonsplatz bis Siegestor für den Verkehr gesperrt werden soll – von Freitag, 22 Uhr, bis Sonntag, 2 Uhr. Dazu wurde ein Dringlichkeitsantrag zur Prüfung eingereicht, der die Verwaltung laut Grünen-Sprecher Markus Viellvoye auffordere, „Sofortmaßnahmen zu ergreifen und Konzepte zu entwickeln“, um Konflikte wie in der Türkenstraße zu vermeiden und jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Aktuelle Details und Reaktionen...

Fragen und Antworten zur Partymeile an der Ludwigstraße

Wann startet die Partymeile?

Die Stadt gab bekannt, dass es frühestens am zweiten Juli-Wochenende zur ersten Sperrung kommen könnte.

Wird der ÖPNV beeinflusst?

„Die geplante Feiermeile auf der Ludwigstraße darf aufgrund der Kurzfristigkeit der Umsetzung nicht zu einem vorhersehbaren Chaos führen“, sagt MVG-Sprecher Johannes Boos. Für den Bereich zwischen Odeonsplatz und Siegestor bestünden zwar vorbereitete Umleitungskonzepte. Je größer der abgesperrte Bereich aber werde, desto aufwändiger sei die Entwicklung von Ersatzkonzepten für einen stabilen Betrieb.

Gibt es dann wirklich weniger Konflikte?

Da noch nichts beschlossen wurde, möchte die Polizei das auch nicht kommentieren. Allgemein berät die Polizei die Stadt aber in Fragen der Sicherheit. Grundsätzlich gilt: „Wir begrüßen alles, was die aktuelle Lage entschärft.“ Aktuell sind 200 zusätzliche Beamte für den Bereich nächtliches Feiern im Einsatz. Die Umsetzung einer solchen Sperrung würde die Einsatzkräfte vor keine Probleme stellen, auch weil man Erfahrung zum Beispiel vom Corso Leopold habe, hieß es auf Hallo-Nachfrage.

Ludwigstraße als Partyzone: wenig Begeisterung bei Läden, Gastronomie und Hotels

Drohen Müllberge am nächsten Morgen?

Laut Stadtratsantrag sollen Toilettenanlagen und zusätzliche Mülleimer aufgestellt werden. Das für die Straßenreinigung zuständige Baureferat erklärt, dass die Reinigungsleistung an das erhöhte Abfallaufkommen seit Pandemiebeginn angepasst wurde. Doch schon Ende April war die Straßenreinigung maximal ausgelastet – und das Baureferat auf der Suche nach externer Verstärkung.

Tatsächlich eine gute Lösung für die Jugend?

Judith Greil vom Kreisjugend­ring erklärt: „Der Vorschlag aus dem Stadtrat ist ein schönes Signal und zeigt, dass die Stadtpolitik die Bedürfnisse junger Menschen wahrnimmt. Es ist aber erfolgversprechender, wenn Politiker solche Plätze nicht einfach festlegen, ohne zuvor potenzielle Nutzer einzubeziehen. Daumen waagerecht.“

Bleibt die Partymeile dann dauerhaft?

Eine Fortführung der neuen „Feiermeile“ über die Pandemie hinaus ist nicht geplant, so Grünen-Sprecher Viellvoye.

Feier-Schäden und Kritik von Ladeninhabern und Hoteliers

Die Bestuhlung kaputt gemacht, der Zierbaum vor dem Restaurant geklaut: „Ludwig 8“-Inhaber Florian Spitta ist schon jetzt wenig begeistert von Feiernden. Könnte die Gastro auch profitieren? Davon geht Spitta nicht aus. Zumindest war das seine Erfahrung von anderen Sperrungen wie beim Streetlife Festival.

Die Händlervereinigung CityPartner erklärt zum Prüfantrag: „Die Unternehmen der Münchner Innenstadt sind sprachlos.“ Auch der Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA kritisierte den Vorschlag.

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