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Generalsanierung der Pasinger Fabrik gefordert

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Der Technische Leiter, Alexander Waschbichler (links) und Geschäftsführer Frank Przybilla hoffen auf eine baldige Generalsanierung der Pasinger Fabrik.
Der Technische Leiter, Alexander Waschbichler (links) und Geschäftsführer Frank Przybilla hoffen auf eine baldige Generalsanierung der Pasinger Fabrik. © Andreas Schwarzbauer

Geschäftsführer der Pasinger Fabrik schlägt Alarm: undichte Fenster, bröckelnder Putz und Überflutungen im Kulturzentrum. Gebäude soll schnellstmöglich saniert werden

Pasing - Die Pasinger Fabrik muss dringend saniert werden. „Wenn wir hier in den nächsten 20 Jahren weiterspielen wollen, müssen wir etwas tun. Das Gebäude ist marode. Wir reagieren im Moment nur auf aktuelle Probleme, aber das ist alles Flickwerk. Wir brauchen eine Generalsanierung“, sagt Geschäftsführer Frank Przybilla.

Generalsanierung der Pasinger Fabrik: Hitze, undichte Fenster und Probleme mit Toiletten

Die Gebäude des Kulturzentrums am Pasinger Bahnhof seien als ehemalige Fabrik bauten für eine andere Nutzung ausgelegt. Zudem entsprächen sie nicht dem aktuellen Stand. Die Wände seien nicht gedämmt. „Im Sommer ist die Hitze brutal. Wir haben im Büro über 40 Grad.“ Im Winter wiederum gebe es Probleme mit der Kälte. Die Fenster müssten ausgetauscht werden, weil es hin­einziehe. Teilweise haben die Mitarbeiter sie mit Klebeband abgedichtet oder zugenagelt.

Die Fenster sind teilweise mit Klebeband abgedichtet.
Die Fenster sind teilweise mit Klebeband abgedichtet. © Andreas Schwarzbauer

Die Abwasserrohre hätten einen zu kleinen Durchmesser für die Menge an Leuten, die die Pasinger Fabrik besucht. „Sie sind völlig überlastet. Dadurch kommt es zu einem Rückstau und die Toiletten laufen immer wieder über“, berichtet der technische Leiter der Pasinger Fabrik, Alexander Waschbichler. Zudem verstopften die Rohre leicht.

Die Toiletten sorgen allerdings auch anderweitig immer wieder für Ärger.

Generalsanierung der Pasinger Fabrik: Wasser im Lager und im Lichthof

Ein großes Problem trete bei Starkregen auf. Auch dafür seien die Abwasserleitungen nicht leistungsfähig genug, sodass die Gullys rund um die Pasinger Fabrik überliefen. Das Wasser fließe in das Gebäude. So wurden bereits das Lager und der Aufzugschacht überflutet und der Boden im Probenraum schimmelt derzeit. Das Glasdach über dem Lichthof der Pasinger Fabrik sei zudem nicht dicht. Der Regen laufe an den Wänden herunter oder dringe durch die porösen Dichtungen ins Innere ein. „Wir haben Ausstellungen im Lichthof“, sagt Przybilla. Für die Werke sei die Feuchtigkeit verheerend.

Der Boden im Probenraum der Pasinger Fabrik schimmelt.
Der Boden im Probenraum der Pasinger Fabrik schimmelt. © Andreas Schwarzbauer

An der Südseite hätten sich Fliesen von der Fassade gelöst. Zwar werde ein Teil der Wand gerade neu verputzt, aber: „Es wird nur das ausgebessert, was lose ist. In drei oder vier Jahren werden die nächsten Fliesen runterfliegen“, ist sich Waschbichler sicher.

Auf der Nordseite hat sich der Putz gelöst und ist auf den Gehweg am Wensauerplatz gefallen. Die Löcher wurden provisorisch ausgebessert, das Trottoir ist teilweise gesperrt, weil die Stadt fürchte, dass sich noch mehr Teile von der Mauer lösen, berichtet Przybilla.

Putz ist am Wensauer Platz von der Außenwand der Pasinger Fabrik gebröckelt.
Putz ist am Wensauer Platz von der Außenwand der Pasinger Fabrik gebröckelt. © Andreas Schwarzbauer

Auch die Elektrik sei veraltet. Die Leitungen müssten regelmäßig repariert werden. Für Przybilla wäre eine komplette Erneuerung sinnvoll.

Eine Ergänzung zur Pasinger Fabrik soll das neue Kulturbürgerhaus an der Offenbachstraße werden.

Generalsanierung der Pasinger Fabrik: das wünscht sich der Geschäftsführer

„Mein großer Wunsch wäre es, im Zuge dessen die Pasinger Fabrik auch ökologisch auszurichten.“ Das Flachdach der Wagenhalle könnte ebenso bepflanzt werden wie die Fassaden. „Wir sollten die Gebäude von allen Seiten begrünen.“ Er kann sich auch vorstellen, Vogelkästen aufzustellen und Nistmöglichkeiten für Fledermäuse zu schaffen. Im Hof will er Hochbeete aufstellen. „Kultur und Natur – das passt doch gut zusammen“, sagt er.

Auch im Stadtrat sieht man dringenden Handlungsbedarf bei der Pasinger Fabrik. SPD, Grüne und CSU fordern in einem Antrag das Kommunalreferat auf, bis 2023 erste Entwürfe für die Instandsetzung vorzulegen, bis Ende 2024 soll das Konzept stehen und 2025/26 die Arbeiten beginnen. Das Kommunalreferat stimmt sich derzeit mit anderen Referat ab. Ob der Zeitplan realistisch ist, könne man noch nicht sagen.

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