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Vier neue Gesundheitstreffs für München: Was das Angebot im Hasenbergl zum Vorbild macht

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Annette Gröger (rechts) und Ärztin Daniela Schober beraten die Bewohner des Hasenbergls zu vielen Gesundheitsfragen.
Annette Gröger (rechts) und Ärztin Daniela Schober beraten die Bewohner des Hasenbergls zu vielen Gesundheitsfragen. © Andreas Schwarzbauer

Der Stadtrat München beschließt Gesundheitstreffs in Freiham, Moosach, Riem und Neuperlach – nach Vorbild aus dem Hasenbergl. Was sie bieten, warum sie nötig sind...

München ‒ Anlaufpunkte für alle Fragen rund um das Thema Gesundheit sollen heuer in Freiham, Moosach, Riem und Neuperlach entstehen. Die Stadt will dort vier Gesundheitstreffs eröffnen. Vorbild dafür ist die Einrichtung im Hasenbergl. Hallo hat sich die Besonderheiten dieses Treffs erklären lassen.

Neue Gesundheitstreffs für München - nach Vorbild aus dem Hasenbergl

Seit Mai beraten und unterstützen dort Annette Gröger und ihre Kollegen die Viertelbewohner. „Bei uns laufen viele Fäden zum Thema Gesundheit zusammen“, sagt Gröger.

Es gibt eine kostenlose Sprechstunde, bei der medizinische Fachkräfte einen Gesundheitscheck machen, ärztliche Befunde erklären oder zu Medikamenten beraten. Die Besucher können auch vorbeikommen, um eine Vorsorgeuntersuchung ihrer Kinder nachzuholen.

Alles rund ums Thema Gesundheit

Rezepte können die Mitarbeiter allerdings nicht ausstellen. „Wir können nicht mit den Krankenkassen abrechnen, weil wir keine kassenärztliche Zulassung haben“, erklärt Gröger. Allerdings vermitteln sie und ihre Kollegen Haus- oder Fachärzte, Therapeuten und sogar Plätze für eine stationäre Behandlung.

„Es ist oft schwierig, im Münchner Norden eine Praxis zu finden, weil viele an den Kapazitätsgrenzen sind und einen Aufnahmestopp haben. Wir als kommunale Institution können da oft ein Türöffner sein“, erklärt Gröger.

Zudem hilft eine Sozialpädagogin bei Anträgen an die Krankenkasse, um beispielsweise eine Reha, eine Mutter-Kind-Kur oder eine Haushaltshilfe genehmigt zu bekommen. Es gibt auch mehrere Angebote zur Gesundheitsförderung.

Für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren bietet der Gesundheitstreff ein Adipositas-Programm an, bei dem der Nachwuchs zu mehr Bewegung motiviert werden soll. Die Betreuer überlegen mit den Familien, welche Sportart für ihre Kinder geeignet ist. Ein Ernährungsspezialist berät die Eltern, begleitet sie zum Einkaufen oder kocht mit ihnen.

Der Gesundheitstreff will Vertrauen aufbauen

Der Gesundheitstreff organisiert auch Ausflüge in die Natur. Es gibt ein kostenloses Sportprogramm mit physiotherapeutischen Übungen.

Eine interkulturelle Frauengruppe trifft sich in lockerer Runde zum Frühstücken, für Spaziergänge oder Vorträge zu Gesundheitsthemen. „Wir wollen einen niederschwelligen Zugang zum Thema Gesundheit schaffen und Vertrauen aufbauen“, erklärt Gröger.

Darüber hinaus bieten die Diakonie Hasenbergl eine Hebammenpraxis und die Erziehungsberatungsstelle eine Sprechstunde an. Diese Kooperationen würde Gröger gerne weiter ausbauen. Sie kann sich vorstellen, dass weitere Institutionen wie das Jobcenter oder die Suchtberatungen regelmäßig vor Ort sind.

Der Gesundheitstreff sei vor allem für Stadtviertel sinnvoll, in denen es eine unterdurchschnittliche kinder- oder hausärztliche Versorgung gebe. „Hier machen uns vor allem die Randgebiete Sorgen.“ Zudem sollten es Viertel mit „sozialen Herausforderungen“ sein.

Freiham beispielsweise sei ein Quartier im Aufbau, ohne bestehende Praxen, aber mit einem hohen Anteil an sozialem Wohnungsbau. Die Einrichtung soll dort zur Jahresmitte im Quartierszentrum an der Grete-Weil-Straße eröffnen. Eine Besonderheit ist, dass dort auch die Schuleingangsuntersuchungen für den Münchner Westen stattfinden werden.

Mobile Angebote in Moosach und Neuperlach

In Riem wiederum herrsche aufgrund der fehlenden Kinderärzte großer Bedarf. Dort bereitet die Stadt derzeit die Anmietung von Räumen an der Willy-Brandt-Allee 44 vor. Während in den beiden Stadtteilen feste Standorte geplant sind, werden in Moosach und Neuperlach ab dem Sommer zunächst mobile Angebote kommen.

Die Stadt wird für die vier neuen Angebote jährlich 725 000 Euro ausgeben. Hinzu kommt die Raummiete in Riem.

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