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Kompromiss fürs Doemens-Areal in Gräfelfing?

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Während das Schulgebäude (re.) zu einem Wohnhaus umgebaut werden könnte, wird die Doemens-Villa (li.) einem Neubau weichen müssen.
Während das Schulgebäude (re.) zu einem Wohnhaus umgebaut werden könnte, wird die Doemens-Villa (li.) einem Neubau weichen müssen. © Romy Ebert-Adeikis

Eine neue Studie zeigt, wie das Gräfelfinger Wohnprojekt auf dem früheren Doemens-Geländes verträglicher sein kann. Doch die Nachbarn bleiben weiterhin skeptisch.

Der „völlig richtige Ansatz“, eine „tolle Idee“ oder ein „guter Kompromiss“: Durchweg positiv ist im Gräfelfinger Bauausschuss eine neue Machbarkeitsstudie zur Bebauung des früheren Doemens-Geländes an der Stefanusstraße bewertet worden.

Dabei hatte der Bauberater der Gemeinde, Bertold Ziersch, untersucht, inwieweit das bestehende Schulgebäude als Wohnhaus genutzt werden kann. Das hatte die Gemeinde nicht nur angestoßen, um eine bessere Nachhaltigkeit zu erreichen. Sondern auch, um die Anwohner für das Projekt zu gewinnen. Diese lehnten die bisherigen Neubau-Pläne als viel zu massiv ab (Hallo berichtete).

Neue Studie zum Wohnprojekt auf dem Doemens-Areal in Gräfelfing

Ziersch ermittelte: „Das Schulgebäude ist sehr gut nutzbar.“ Im Untergeschoss seien Gemeinschaftsräume möglich – für die späteren Bewohner, aber auch für Vereine oder Gruppen.

Da im südlichen Teil des Gebäudes die Zwischenwände nicht tragend seien, könne man auch andere Grundrisse als die der ehemaligen Klassenzimmer ermöglichen. „Es könnten Wohnungen zwischen 63 und 79 Quadratmeter entstehen“, erklärte Ziersch.

Kleinere Apartments seien hingegen schwierig, weil die Wohneinheiten dann sehr schmal wären und wenig Lichteinfall hätten. Stattdessen schlug der Bauberater vor, ein zusätzliches Gebäude auf dem Parkplatz hinter dem Schulhaus zu errichten. „Dort wäre Platz für vier Wohnungen mit je 30 Quadratmetern.“

Dafür müsste aber die bestehende Tiefgarage erweitert werden. Die Doemens-Villa soll hingegen durch einen Neubau ersetzt werden. „Insgesamt könnten wir 44 Wohnungen zwischen 30 und 90 Quadratmeter realisieren“, sagte Ziersch.

Drittes Stockwerk soll drei Meter zurückgesetzt werden

Mit seinem Entwurf wollte er auch den Wünschen der Anlieger entgegenkommen. So würde durch den Erhalt des Schulgebäudes und der Tiefgarage „kein Großbaum auf dem Gelände beschädigt“.

Damit sich der Komplex städtebaulich gut in die Umgebung einfügt, empfahl Ziersch, das dritte Geschoss um drei Meter zurückzusetzen. So würden die Häuser aussehen, als hätten sie nur zwei Stockwerke. „Die Geschossfläche wäre dabei nur 200 Quadratmeter kleiner als bislang angedacht.“

Bisher hatte sich die Gemeinde 3900 Quadratmeter Geschossfläche gewünscht, zum Unmut der Nachbarn. Die sind aber auch mit der kleineren Variante nicht zufrieden.

„Wir bewegen uns da nach wie vor in einer Größenordnung, die deutlich über der Bebauung auf den benachbarten Grundstücken liegt. Auch die Zahl der Wohnungen hat sich nicht großartig geändert, sodass wir von der gleichen Anzahl Pkw und Fahrbewegungen rechnen müssen“, sagt Anwohner Johannes Schmidt-Fischer auf Hallo-Anfrage. Die Verkehrssituation vor Ort werde in der Debatte aber kaum beachtet.

Ein weiterer Kritikpunkt: Zwar blieben die Bäume auf dem Areal erhalten, „aber ansonsten wird auf dem Grundstück nicht sehr viel Grünfläche übrig bleiben, da praktisch die gesamte restliche Fläche durch Wohngebäude oder Zufahrten zu den beiden Tiefgaragen versiegelt werden wird“, so Schmidt-Fischer. Er hoffe, dass man im Gespräch mit der Gemeinde weiter Einfluss auf die Pläne nehmen kann.

Auch dort ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der Bauausschuss hat die Studie bisher nur zu Kenntnis genommen, nicht darüber abgestimmt. Über die Ideen soll erstmal in den Fraktionen beraten werden.

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