Doemens: Mehr Freiheit für Planer?

Zwist um strikte Vorgaben der Gemeinde Gräfelfing ‒ Anwohner wollen vor allem weniger Wohneinheiten

Um die Doemens Anlage gibt es Diskussionen.
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Um die Doemens Anlage gibt es Diskussionen.

Über die Neubebauung der Doemens Anlage gibt es weiterhin Diskussionen. Anwohner wünschen sich vor allem weniger Wohnfläche. Jetzt könnte ein Architektenwettbewerb entscheiden.

Über die Neubebauung des bisherigen Doemens-Areals an der Gräfelfinger Stefanusstraße könnte ein Architektenwettbewerb entscheiden. Dafür sprachen sich neben Bürgermeister Peter Köstler (CSU) in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung mehrere Gemeinderäte aus. „Ich erhoffe mir davon eine zündende Idee“, so Wolfgang Balk (IGG). Die Pläne für die Neubebauung entstanden, da die Brauakademie aus Platzmangel umziehen musste.

Infrage stellten mehrere Gremiumsmitglieder hingegen, was die Gemeinde dafür im Bebauungsplan festsetzen lassen will – etwa dass zwei Baukörper mit je 650 Quadratmeter Grundfläche entworfen werden sollen, die einen Abstand von neun Metern einhalten müssen. Zudem sollen die Gebäude maximal drei Geschosse und Flachdächer bekommen, aber 40 bis 45 Wohneinheiten fassen.

Doemens Anlage in der Diskussion: Anwohner wünschen weniger Wohnungen

„Da kann man ja nichts mehr gestalten“, so Martin Feldner (Grüne). „Man tut sich eine Starrheit an, bevor man weiß, wohin man will“, argumentierte auch Bauberater Bertold Ziersch im Hinblick auf verschiedene angedachte Wohnkonzepte. „Wir können aber nicht alles freigeben“, betonte Rathauschef Köstler. „Wir müssen schauen, dass wir einen Ausgleich zwischen Wohnraumschaffung und Verträglichkeit für die Anwohner finden.“ Die IGG wünsche sich vor allem bezahlbaren Wohnraum.

Den sehen die Anlieger, von denen viele in der Sitzung anwesend waren, längst nicht gegeben. Man werde „alles tun“, um weniger Geschossfläche durchzusetzen, so der Tenor der Betroffenen nach der Sitzung. 40 bis 45 Wohneinheiten seien gemessen an der Umgebungsbebauung und der Verkehrssituation zu viele. Stattdessen will man der Gemeinde für das Gelände Eigentumsmodelle schmackhaft machen. Man wünsche sich zudem mehr Austausch mit den Entscheidungsträgern. Die wollen nach Pfingsten über das Thema erneut diskutieren.

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