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Angst vor Spielstraße in Haidhausen: Anwohner wollen „keinen zweiten Gärtnerplatz“ ‒ Kinder nicht das Problem

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Von: Katrin Hildebrand

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Anwohner wollen keine Spielstraße an der Schneckenburgerstraße, da sie einen „zweiten Gärtnerplatz“ befürchten.
Anwohner wollen keine Spielstraße an der Schneckenburgerstraße, da sie einen „zweiten Gärtnerplatz“ befürchten. © privat

Der BA Haidhausen-Au will die Spielstraße, Anwohner der Schneckenburgerstraße lehnen sie ab – auch weil sie Lärm wie am Gärtnerplatz befürchten.

Haidhausen ‒ Langfristig soll der Spielplatz wachsen. Und auch ein kleiner Park daneben ist angedacht. Bis es so weit ist, wünscht sich der BA Au-Haidhausen am westlichen Ende der Schneckenburger- eine provisorische Spielstraße. Das allerdings gefällt nicht allen. Viele Anwohner haben Angst vor Lärm – auch und vor allem durch Erwachsene.

Angst vor Lärm durch Spielstraße in Haidhausen - nicht von Kindern, sondern von Erwachsenen

„Wir haben uns nie über den Kinderspielplatz beschwert und auch mit Kindern haben wir überhaupt kein Problem“, sagt Franziska Mies. Sie wohnt seit 40 Jahren vor Ort, hat sich stets wohl gefühlt.

Doch als 2021 bei ihr vor der Haustür eine Sommerstraße am Eck Schneckenburger- und Kuglerstraße installiert wurde, fühlte sie sich gestört. Tagsüber durch lautstarke Ballspiele und Skater.

Viel stärker allerdings nachts, als die Spiel-Sommerstraße von feiernden Erwachsenen in Beschlag genommen wurde. „Einige von ihnen ließen Wodkaflaschen vor unserer Haustür liegen, es sah aus wie eine große Müllhalde.“

Sie und ihre Nachbarn befürchten, dass die Lärmbelästigung zunehmen könnte, sollte tatsächlich eine provisorische Spielstraße kommen und schließlich der Spielplatz erweitert sowie um einen Park ergänzt werden. „Die meisten Häuser sind alt und haben keine Schallschutzfenster“, erklärt sie.

Anwohner der Schneckenburgerstraße wollen „keinen zweiten Gärtnerplatz“

Die Geräusche von Bällen, aber auch von lauten Stimmen würden sich schnell zwischen den Gebäuden ausbreiten. Und viele Schlafzimmer der Anwohner lägen in Richtung Straße. „Wir wollen hier keinen zweiten Gärtnerplatz.“

Mit der Spielstraße würden Parkplätze wegfallen

Noch ein weiterer Aspekt macht Mies und ihren Nachbarn zu schaffen. Sollten Spielstraße und Park kommen, würden Parkplätze wegfallen. „Ich selbst fahre mit den Öffentlichen“, erklärt sie. „Aber es gibt viele ältere Menschen hier, die nicht mehr gut zu Fuß und auf das Auto angewiesen sind.“ Diese könnten nicht einfach weiter weg parken und Einkäufe nach Hause schleppen.

Laut Mies sind etwa 70 Anwohnende gegen den Beschluss des BA. Auch Burgi Rudnitzki und Dagmar Gruber üben Kritik. Sie halten die Spielstraße für unnötig. „Wir haben ja schon einen Spielplatz“, erklärt Gruber. Und nicht nur den: Dazu kämen mehrere Spielplätze in den Innenhöfen der Kuglerstraße – sowie ein fußläufig erreichbares Freizeitareal an der Flurstraße.

Die Anwohnenden um Franziska Mies (2. v. l.), Dagmar Gruber (7. v. l.) und Burgi Rudnitzki (5. v. r.) lehnen die Pläne des BA für den Spielplatz Schneckenburgerstraße ab.
Die Anwohnenden um Franziska Mies (2. v. l.), Dagmar Gruber (7. v. l.) und Burgi Rudnitzki (5. v. r.) lehnen die Pläne des BA für den Spielplatz Schneckenburgerstraße ab. © Katrin Hildebrand

Vorrausetzungen für Spielstraße müssen noch abgeklärt werden

BA-Chef Jörg Spengler erklärt gegenüber Hallo: „Wir wollen den Bereich langfristig für alle nutzbarer machen. Für Kinder, aber auch für Erwachsene, indem wir zum Beispiel mehr Sitzgelegenheiten anbieten.“

Die Gefahr, dass sich eine Feierzone wie etwa am Gärtnerplatz bilden könnte, sieht er nicht. Das Mobilitätsreferat berichtet auf Nachfrage, dass sich bei einer Evaluation ein Drittel der Befragten gegen eine erneute Verkehrsberuhigung ausgesprochen habe.

Voraussetzung für eine Spielstraße sei zudem, abzuklären, wie unter diesen Umständen die Anfahrt von Rettungs- und Müllfahrzeugen möglich sei und ob und wie die Anwohnenden ihre Anwesen erreichen können.

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